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CNG-Mythen auf dem Prüfstand Was hinter den Legenden über Erdgas-Autos steckt

Optisch nur auf den zweiten Blick zu erkennen: Der Tankvorgang gleicht praktisch dem des Tankens von Benzin oder Diesel. Quelle: Seat

Teuer, wartungsintensiv – und Tankstellen gibt es auch nicht genug. Wie wenig solche Vorurteile mit der Realität moderner Fahrzeuge mit Gasantrieb zu tun haben, zeigt ein Faktencheck. Sieben Mythen auf dem Prüfstand.

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Sie sind günstiger im Unterhalt und ebenso sicher und leistungsstark wie Benzin- oder Dieselfahrzeuge. Dennoch kursieren über Fahrzeuge, die mit komprimiertem Erdgas oder Biomethan (CNG = Compressed Natural Gas) betrieben werden, allerlei Legenden – vom vermeintlich gefährlichen Gastank bis zur Furcht, mit leerem Tank fernab einer Gastankstelle zu stranden. Manches davon beruht auf Missverständnissen, anderes auf fehlenden Informationen. Grund genug, einmal die wichtigsten Mythen rund um CNG-Fahrzeuge auf den Prüfstand zu bringen.

Wie sicher ist der Gastank?
Manchen Autofahrer mag ein ungutes Gefühl beschleichen beim Gedanken an einen Gastank im Fahrzeug. Doch die Sorge ist unbegründet. „Gastanks werden nach den höchsten Branchenstandards konstruiert, gefertigt und zertifiziert“, sagt Andrew Shepherd, Leiter der Abteilung SEAT. „Sie sind mit einem Sicherheitsventil ausgestattet. Im unwahrscheinlichen Fall eines Feuers wird das Gas auf kontrollierte Weise an die Außenluft abgegeben, sodass das Fahrzeug keinen Schaden nimmt.“

Darüber hinaus werden alle Bauteile des Gastanks getestet, ob sie extremen Bedingungen standhalten. „In dem Tank herrscht maximal ein Druck von etwa 200 bar“, so Shepherd. „Er ist jedoch auf mehr als das Doppelte ausgelegt.“

Ist das Fahrgefühl anders als bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen?
Klare Antwort: Nein. Tatsächlich fühlt es sich hinter dem Lenkrad eines CNG-Fahrzeugs nicht anders an. Das bestätigt auch SEAT-Experte Andrew Shepherd: „Das Fahrgefühl ist identisch, da Gasmotoren ebenso leistungsfähig wie Diesel- oder Benzinmotoren sind.“

Ist das Netz an Gastankstellen überhaupt dicht genug?
In Deutschland gibt es mit rund 900 Gastankstellen eine gute Versorgung. Auch in vielen anderen Ländern Europas sind die Hauptverkehrswege sowie die Ballungsräume gut abgedeckt. Mittels Routenplanung sind auch längere Touren ins europäische Ausland kein Problem, viele Navis sowie spezielle Tankstellen-Apps liefern die nötigen Infos zur nächstgelegenen Tankstelle. Auch Verkehrsclubs wie ADAC oder ACE halten entsprechende Informationen bereit.

Kann ein CNG-Fahrzeug auch mit leerem Gastank noch fahren?
Ja, denn alle CNG-Autos besitzen auch einen Benzintank. Ist der Gasvorrat erschöpft, schaltet das Fahrzeug automatisch auf Benzinantrieb um, ohne dass der Fahrer eingreifen muss. „Der Fahrer kann seine Fahrt ohne Stopp fortsetzen. Eine Anzeige im Kombiinstrument weist darauf hin, dass das Auto mit Benzin fährt“, erläutert Andrew Shepherd.

Gastank in einem SEAT TGI-Modell. Quelle: Seat

Wie weit die Fahrt mit Benzin gehen kann, hängt von der Art des Fahrzeugs ab. Bei sogenannten monovalenten Fahrzeugen, die für den reinen Gasantrieb optimiert sind, ist der Benzintank vergleichsweise klein und dient eher dazu, die Strecke zur nächsten Gastankstelle zu bewältigen. Bivalente Gasfahrzeuge verfügen dagegen über einen größeren Benzintank, dafür fehlt die Optimierung der Motoreinstellung für den reinen Gasbetrieb. Wer sich aus Gründen der Nachhaltigkeit für einen CNG-Antrieb entscheiden, sollte also eher auf eine quasi-monovalente Variante setzen – wie sie etwa SEAT mit seinen TGI-Modellen Arona, Ibiza, Leon und Leon ST anbietet.

Für das Starten des Motors bei sehr kalten Temperaturen oder unmittelbar nach der Betankung mit Erdgas sollte übrigens stets eine Mindestmenge Benzin verfügbar sein. Spätestens nach sechs Monaten muss diese Reserve verbraucht und ersetzt werden, damit die Qualität des Kraftstoffs nicht leidet.

Dürfen CNG-Fahrzeuge auch bei hoher Schadstoffbelastung fahren?
Das trifft zu. CNG-Autos produzieren im Gasbetrieb deutlich weniger Stickoxide und CO2 als herkömmliche Benziner. Feinstaub wird fast gar nicht freigesetzt. Entsprechend dürfen sie auch dann noch fahren, wenn Fahrverbote wegen hoher Schadstoffbelastungen verhängt werden. Die CNG-Fahrzeuge von SEAT etwa haben alle eine grüne Umweltplakette, daher können sie auch gefahren werden, wenn die Zufahrt zu Innenstädten schadstoffbedingt eingeschränkt wird.

Haben Gasfahrzeuge einen höheren Wartungsaufwand?
In ihrer mechanischen Funktion unterscheiden sich Gasfahrzeuge nicht von herkömmlichen Fahrzeugen und müssen daher nicht intensiver gewartet werden. Das bestätigt auch SEAT-Experte Andrew Shepherd: „Es stimmt nicht, dass Zündkerzen oder Filter häufiger ausgetauscht werden müssen.“

Einzig die Gasanlage erfordert eine zusätzliche Überprüfung. „Die Dichtheit der Gasanlage muss vor jeder TÜV-Untersuchung in einer Fachwerkstatt geprüft werden“, so Shepherd. Diese Prüfungen sind den hohen Sicherheitsstandards geschuldet, die für CNG-betriebene Fahrzeuge gelten.

Sind Gasfahrzeuge teurer als Benzinmodelle?
Je nach Hersteller können bei der Anschaffung eines Gasfahrzeugs Mehrkosten anfallen, der Preisunterschied ist in den vergangenen Jahren allerdings kleiner geworden, nicht zuletzt dank gestiegener Produktionszahlen. Und manche Unternehmen verzichten inzwischen ganz auf Preisaufschläge. So bietet SEAT etwa seine CNG-betriebenen TGI-Modelle Arona, Ibiza, Leon und Leon ST sogar günstiger an als vergleichbare Fahrzeuge mit Dieselantrieb.

Im Betrieb profitieren CNG-Fahrer von niedrigeren Treibstoffkosten. „Eine Tankfüllung kostet nur rund 15 Euro“, erläutert Andrew Shepherd. „Dadurch lassen sich Einsparungen von 30 Prozent im Vergleich zum Diesel und 55 Prozent im Vergleich zu Benzinern erzielen.“

SEAT Arona 1.0 TGI 66 kW (90 PS) Kraftstoffverbrauch Erdgas (CNG), kombiniert: 3,7 kg/100 km; CO₂-Emissionen, kombiniert: 101 g/km; CO₂-Effizienzklasse: A*

SEAT Ibiza 1.0 TGI 66 kW (90 PS) Kraftstoffverbrauch Erdgas (CNG), kombiniert: 3,3 kg/100 km; CO₂-Emissionen, kombiniert: 92 g/km; CO₂-Effizienzklasse: A+*

SEAT Leon 1.5 TGI 96 kW (130 PS) Kraftstoffverbrauch Erdgas (CNG), kombiniert: 3,6 kg/100 km; CO₂-Emissionen, kombiniert: 98 g/km; CO₂-Effizienzklasse: A+*

SEAT  Leon ST 1.5 TGI 96 kW (130 PS) Kraftstoffverbrauch Erdgas (CNG), kombiniert: 3,6 kg/100 km; CO₂-Emissionen, kombiniert: 98 g/km; CO₂-Effizienzklasse: A+*

*„Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen, spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Hellmuth-Hirth-Str. 1, 73760 Ostfildern-Scharnhausen (www.dat.de) unentgeltlich erhältlich ist.“

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