WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Anzeige: Für den Inhalt dieser Seite ist die Telekom Deutschland GmbH verantwortlich.

Konferenz 5Germany in Berlin Deutschland soll zum Leitmarkt für 5G werden

Quelle: Marc-Steffen Unger

Der neue Mobilfunkstandard 5G soll möglichst rasch Verbreitung finden, darüber sind sich Netzbetreiber, Unternehmen und Politik einig. Wie das gehen soll, wurde auf der hochrangig besetzten Konferenz 5Germany erörtert.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

In einer gemeinsamen Kraftanstrengung mit der Industrie möchte die Deutsche Telekom den Ausbau der Netze für den neuen Mobilfunkstandard 5G forcieren. Auf der gemeinsam mit dem Handelsblatt veranstalteten Konferenz „5Germany“ in Berlin kündigte Telekom-Chef Tim Höttges an, die eigenen Planungen mit Industrieverbänden und anderen Netzbetreibern abzustimmen. Ziel sei der rasche Ausbau der Infrastruktur für den neuen Standard. „Da müssen wir jetzt langsam in die Hufe kommen“, sagte Höttges.

Tatsächlich spielt Deutschland bei 5G im internationalen Vergleich noch in der zweiten Liga. Während hierzulande mit dem Aufbau der entsprechenden Infrastruktur gerade erst begonnen wird, sind Länder wie Südkorea bereits entscheidende Schritte weiter. Dort feierte das Mobilfunkunternehmen SK Telecom im vergangenen April den Start des weltweit ersten 5G-Endkundennetzes, wie SK Telecom-Chef Park Jung Ho per Videobotschaft den Konferenzteilnehmern in Berlin erklärte. Und auch wenn die neue Technik zu Anfang noch ordentlich ruckelte, wie Park einräumte („Zeitweise konnte selbst ich kein 5G-Signal empfangen.“), hat sich der Standard mittlerweile etabliert. Drei Millionen 5G-Kunden hat SK Telecom inzwischen – bis Ende 2020 möchte Park den Anteil der 5G-Nutzer auf 20 Millionen ausbauen.

Diese Speaker sollten Sie auf der DIGITAL X 2019 nicht verpassen
Christine KieferDas Als Gründerin des Blockchain-Start-ups RIDE Capital machte sie Immobilieninvestments mit institutioneller Qualität und professionellem Management für Privatanleger zugänglich. Und auch schon vorher war Christine Kiefer am Aufbau mehrerer Start-ups beteiligt, darunter BillPay, einem Anbieter für Online-Bezahlmethoden, und Pair Finance, einem digitalen Inkassounternehmen. Neben ihren unternehmerischen Aktivitäten gründete sie die Fintech Ladies, ein Netzwerk für Frauen, das sich mit Digitalisierung und Innovation im Finanzbereich beschäftigt. Christine Kiefer ist seit mehr als zehn Jahren in der Finanzindustrie tätig, vor ihrem Wechsel in die Start-up-Szene Berlins betreute sie für Goldman Sachs in London den Bereich Equity Derivatives. Quelle: PR
Mario OhovenSeit 1998 ist er das Gesicht des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft in Berlin. Als gelernter Banker im Bereich Vermögensanlagen hat Mario Ohoven die Entwicklung steueroptimierter Investitionen entscheidend beeinflusst. Erfolgreich gehört er mit seiner Unternehmensgruppe seit über 25 Jahren zu den Marktführern auf diesem Gebiet. Mario Ohoven ist bekannt für seine Wirtschafts- und Kapitalmarktprognosen. So warnte er beispielsweise im Jahr 2000 vor dem Absturz der Technologiewerte oder machte auf die Bilanzverschleierung einiger US-Konzerne aufmerksam. Zahlreiche Auszeichnungen wie zum Beispiel den „Europa-Preis“ des Europäischen Wirtschaftsinstitut oder den „Oscar des deutschen Mittelstandes“ kann Mario Ohoven zu seinen Erfolgen zählen. Sein Rat und seine Visionen sind als Referent auf Veranstaltungen, Symposien und TV-Talkshows gefragt. Quelle: PR
Anna GroosAnna Groos ist Innovationsstrategin bei quäntchen + glück. Hier macht sie Organisationen und Unternehmen fit für die digitale Zukunft – und mit dem Usability Testessen die Welt ein Stückchen nutzerfreundlicher. Sie begibt sich auf die Suche nach neuen Geschäftsmodellen und findet heraus, was die Kunden ihrer Kunden wollen. Anna Groos ist ein digitaler Tausendsassa. Ob als Teil des Orga-Teams des Webmontag Darmstadt, als Vorsitzende des Digitale Darmstadt e.V. oder als Mitgründerin des Usability Testessen: Sie lebt Digitalkultur. Nach Stationen als Texterin und Konzepterin in verschiedenen Agenturen und einer kreativen Zeit als Produktmanagerin in einem Digital Lab, hat Anna Groos ihr Glück bei der quäntchen + glück gefunden. Quelle: PR
Marco BörriesEr ist Unternehmensgründer und Visionär. Mit seinem vierten Unternehmen enfore weist er kleinen Firmen den Weg in die Digitalisierung. Marco Börries war 16, als er 1985 nach einem Schüleraustausch ins Silicon Valley seine erste Software-Firma „Star Division“ aufbaute. Aus dem Unternehmen heraus entwickelt er „Star Office“, was nach dem Verkauf an Sun Microsystems zu Open Office wird und bis heute der Nummer-1-Konkurrent von Microsoft Office ist. Bereits 1996 startete er seine zweite Firma Star Finanz als Joint Venture mit der Deutschen Sparkasse, um mit StarMoney das Online Banking neu zu definieren. StarMoney wurde Deutschlands erfolgreichstes Online Banking Produkt. 2001 gründete er Verdisoft und verkaufte es 2005 erfolgreich an Yahoo. Quelle: PR
Alex RosenblatSind Sie schon mal mit einer Uber-Mitfahrgelegenheit unterwegs gewesen? Was für Kunden eine große Erleichterung in ihrer persönlichen Mobilität bedeutet, bedeutet für die Uber-Fahrer stetige Kontrolle und Überwachung durch Uber selbst. Das sagt zumindest Alex Rosenblat, Technologie-Ethnographin beim Forschungsinstitut Data & Society. In ihrem Buch „Uberland: How Algorithms Are Rewriting the Rules of Work“, zeigt sie wie prekär die vom Algorithmus angepassten Arbeitsbedingungen für die Einzelpersonen sind. Das amerikanische Taxi-Start-up steht wegen der Arbeitsbedingungen in der Kritik. Alex Rosenblat beschreibt diese Umstände genau und leitet daraus eine Neudefinition von Arbeit, vor allem in den USA ab. Auf der DIGITAL X wird sie über ihre Einblick berichten. Quelle: PR
Mario Dresing Community Management und Digitalisierung sind die Fachgebiete von Mario Dresing bei Viva con Agua. Der leidenschaftliche Fußballer war jahrelang aktiver Supporter und versteht es heute als seine Mission, dass Viva con Agua jedem Einzelnen die Möglichkeit gibt, dazuzulernen und sich individuell weiterzuentwickeln. Dresing setzt sich mit positivem Aktivismus dafür ein, dass alle Menschen weltweit einen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Mehr als 10.000 Menschen haben sich seit der Gründung von Viva con Agua in vielen Teilen der Welt für die gemeinsame Vision engagiert. Auf der DIGITAL X 2019 spricht er zur Veränderung von Viva con Agua von der NGO zur eNGO. Damit die Potenziale eines vielseitigen, agilen und international agierenden Netzwerks ausgeschöpft werden können, setzt Viva con Agua konsequent auf Digitalisierungsprozesse. In Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wissenschaft und der freien Wirtschaft wird der Frage nachgegangen, wie die neuen technischen Möglichkeiten für einen positiven gesellschaftlichen Wandel genutzt werden können.
Dr. Shermin VoshmgirWenn sie einem ein X für ein U vormachen will, hat es vielleicht Methode: Shermin Voshmgir leitet nämlich das Forschungsinstitut für Kryptoökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien. Außerdem gründete sie den BlockchainHub Berlin, der weltweit interdisziplinär die Entwicklung der Blockchain-Technologie vorantreibt, kommuniziert und diskutiert. Sie sagt: „Die Blockchain wird den Wertaustausch auf der ganzen Welt revolutionieren.“ Wie genau, das verrät sie bei ihrer Keynote auf der DIGITAL X 2019. In der Vergangenheit war sie Kuratorin von TheDAO und Beraterin verschiedener Start-ups wie Jolocom, Wunder und dem estnischen E-Residency-Programm. Neben ihrem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien studierte sie in Madrid Film und Theater. Quelle: PR

Solche Zahlen spiegeln nicht nur die in Ländern Südostasiens vielfach zu beobachtende Technikbegeisterung wider. Tatsächlich bietet 5G mit seiner schnellen Datenübertragung gerade der Industrie vielfältige Möglichkeiten, wie Bazmi Husain vom schwedischen ABB-Konzern auf der Konferenz erläuterte. Gerade dort, wo Mensch und Maschine eng zusammenarbeiten, biete 5G entscheidende Vorteile – etwa im Bergbau, wo mittlerweile vielfach autonom agierende Fahrzeuge Transportarbeiten erledigen. Auch der frühere BMW-Chef Harald Krüger betonte die Bedeutung von 5G für das autonome Fahren, das ohne die über das Mobilfunknetz in Echtzeit einlaufenden Daten etwa zu Wetter- oder Straßenverhältnissen kaum vorstellbar sei.

„Wir schaffen das, und wir können das“

Einen Grund für die hierzulande in Sachen 5G bislang eher verhaltene Entwicklung sehen Netzbetreiber und Industrie in der teuren Frequenzversteigerung durch die Politik. Die war in Berlin in Person von Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, vertreten. Der Minister möchte Deutschland zum Leitmarkt für die 5G-Technik machen und versprach ein Gesamtkonzept Mobilfunk, das die Regierung demnächst auf den Weg bringen wolle, ohne sich dabei auf einen konkreten Zeitrahmen festzulegen.

Stattdessen betonte der Minister die Wichtigkeit, den Bürgern die Vorteile der neuen Technologie besser zu vermitteln und mögliche Ängste abzubauen. „Entscheidend ist, was beim Bürger ankommt“, so Scheuer. In die gleiche Richtung zielte auch Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe, als er mehr Optimismus bei der Betrachtung des technologischen Fortschritts einforderte und ein berühmtes Merkel-Zitat abwandelte: „Wir schaffen das, und wir können das.“

Was wir heute schon können, brachte dann Albert Heuberger, Leiter des Fraunhofer-Instituts für integrierte Schaltungen, auf den Punkt. Er zeigte auf, was dank 5G schon möglich ist, etwa in der Vernetzung von Industrieanlagen oder beim autonomen Fahren. Zugleich verwies er auf die Möglichkeiten, neben terrestrischen Netzen auch 5G per Satellit aus dem Weltall zu realisieren. Der Aufbau eines entsprechenden Satellitennetzes werde vor allem von US-Unternehmen wie SpaceX vorangetrieben. „5G“, davon ist der Fraunhofer-Forscher überzeugt, „wird ein sehr mächtiger Standard werden.“

Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?