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Andreas Pinkwart auf der DIGITAL2018 „Nicht reden, sondern pragmatisch handeln“

Quelle: PR

Die Digitalisierung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sagt NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. Er richtete auf der DIGITAL2018 einen flammenden Appell an alle, sich mit Mut der Aufgabe zu stellen.

Als Landesminister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie kommt man viel herum. Andreas Pinkwart konnte sich unlängst in Asien davon überzeugen, wie man dort mit dem Thema unserer Zeit umgeht. Sein Fazit: „Wir Deutschen brauchen uns bei der Digitalisierung nicht zu verstecken.“ Niemand besäße zum Beispiel mehr Patente im Bereich autonomes Fahren als die Unternehmen in der Bundesrepublik. Aber Können allein reicht nicht. „Wir haben kein Erkenntnisproblem, wir haben ein eklatantes Umsetzungsproblem“, konstatierte Pinkwart auf der Digital2018. „Die Voraussetzungen zu schaffen, damit wir von der Digitalisierung profitieren können, da sind wir schlicht und ergreifend nicht schnell genug.“

Eine große Baustelle ist nach seiner Auffassung der Ausbau der Hochgeschwindigkeits-Datennetze. In Sachen Mobilfunk nahm er die Telekommunikations-Unternehmen in die Pflicht: „Die Politik erwartet Mut auch von den Dienstleistern. Natürlich können wir 5G nicht von heute auf morgen ausrollen. Aber wir können auch nicht zulassen, dass wir an Bahnstrecken, an Autobahnen und im ländlichen Raum noch nicht mal mit 3G oder 4G störungsfrei telefonieren können.“ Den Appell richtete Pinkwart auch an die Bürgermeister. Sendemasten müssten neu aufgebaut oder zügig umgerüstet werden, „dafür brauchen wir beschleunigte Genehmigungsverfahren.“ Und vor allem: „Reden Sie mit den Menschen. Wenn die Bürger bessere Qualität haben wollen, müssen sie mitgehen, sonst schaffen wir es nicht.“

Kreidezeit in den Schulen muss ein Ende haben

Derzeit sind gerade einmal zehn Prozent der deutschen Gewerbegebiete mit Glasfaser-Technik ausgestattet. Pinkwart bat die kommunalen Verwaltungen, den Netzbetreibern beim Ausbau nicht mehr Steine als nötig in den Weg zu legen. „Warum verplempern wir Zeit und Geld, Glasfaserkabel tief im Boden zu verbuddeln, wo wir es einfacher und schneller haben könnten?“, fragte der Minister mit Blick auf moderne Verfahren wie Micro-Trenching. Aber auch die Unternehmen nahm Pinkwart ins Gebet: „Wenn Ihnen ein Netzbetreiber ein faires Angebot macht, Sie an das Netz anzuschließen, müssen Sie sich bitte auch für dieses Angebot entscheiden.“ Es sei es auch Aufgabe der Unternehmen, sich für eine qualitativ hochwertige Infrastruktur einzusetzen.

Seinen dringlichsten Appell richtete Andreas Pinkwart aber an die öffentliche Hand. In den Schulen herrsche immer noch „die Kreidezeit“ statt moderne, digitale Lernmethoden. Bei der E-Governance habe die Republik erheblichen Nachholbedarf. „Die öffentliche Verwaltung in Deutschland hat in den letzten 15 Jahren an der Digitalisierung bestenfalls abstrakt teilgenommen“, sagte er. Gesetze und Verordnung gäbe es bereits – man müsse sie nur endlich umsetzen. Zum Beispiel durch ein am besten bundesweit einheitliches Portal, über das Bürger und Unternehmen ihre bürokratischen Angelegenheiten erledigen könnten. „Wir dürfen nicht nur reden über Digitalisierung, wir müssen pragmatisch handeln“, bilanzierte Pinkwart. „Dann haben wir eine Chance in Deutschland.“

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