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Digital South Die Meister der Digitalisierung im Süden

Die Gewinner des regionalen DCA in München (v.l.): Jürgen Wolfert, CIO IDS Logistik GmbH (Digitale Prozesse & Organisation), Marco Bauer, Geschäftsführer BAM GmbH (Digitale Transformation Mittelstand), Dr. Thomas Schnell, Geschäftsführender Gesellschafter Dr. Schnell GmbH (Digitale Produkte & Dienstleistungen), Matthias Steffen, Gründer der FUSE GmbH (Digitales Kundenerlebnis) Quelle: Deutsche Telekom

Bei der Digital South zeigte der Süden der Republik, dass in Sachen Digitalisierung sicher mit ihm zu rechnen ist. An Ideen und Innovationen mangelt es nicht – vier Vordenkerfirmen wurden für ihre Lösungen ausgezeichnet.

Wie die sprichwörtlichen Honigkuchenpferde strahlten die Gewinner des regionalen Digital Champions Award der Telekom bei der Digital South in München. Dazu hatten sie auf der Bühne in der Allianz Arena auch allen Grund: Ihre digitalen Services und intelligenten Produkte sind ausgezeichnete Beispiele dafür, welches enorme Potenzial in der Digitalisierung steckt.

Die Trophäe in der Kategorie Digitale Transformation Mittelstand nahm die BAM GmbH entgegen. Das Unternehmen aus Weiden in der Oberpfalz stellt nicht nur Präzisionsteile aus Metall und Kunststoff für den Maschinenbau her. Es beliefert Firmen in dieser Branche auch mit Rohmaterial und konstruiert selbst Sondermaschinen. Dass in allen drei Geschäftsbereichen die Digitalisierung schon Einzug gehalten hat, ist für Firmen-Chef Marco Bauer eine Selbstverständlichkeit. „Digital ist ein Teil unserer DNA“, sagt der Wirtschaftsinformatiker.

„Unternehmer müssen Technologien konsequenter nutzen“

So hatte BAM schon von Beginn an einen Webshop für Metallzuschnitte nach Kundenwunsch – und wurde damals dafür belächelt. In der Fertigung digitalisiert man ebenfalls fleißig: Jedes Bauteil wird durch einen digitalen Fertigungsauftrag begleitet – gespeichert auf einem NFC-Tag. Die Mitarbeiter legen jetzt nur noch ein Smartphone auf den Tag und erhalten so Zugriff auf Zusatzinformationen, etwa ein 3D-Modell des fertigen Teils. Und es geht weiter: Künftig sollen Roboter Transportaufgaben innerhalb der Produktion übernehmen. Science Fiction? Nicht für Marco Bauer: „Der Maschinenbau hat sich zu lange auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Die Digitalisierung wird die Fertigung grundlegend verändern.“

Der Preis in der Kategorie Digitale Produkte und Dienstleistungen ging an die Dr. Schnell GmbH. Das mittelständische Chemieunternehmen ist einer der führenden Anbieter von Reinigungs- und Hygienesystemen. Sie kommen bei der Gebäude- und Textilreinigung zum Einsatz, etwa in Krankenhäusern, Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen. Die Ursprünge der Firma liegen weit zurück im 17. Jahrhundert – doch Neuem hat man sich noch nie verschlossen. „Wir waren schon immer Innovationstreiber in der hart umkämpften Branche“, sagt Dr. Thomas Schnell, der das Familienunternehmen bereits in der siebten Generation führt. „Auch beim Thema Digitalisierung bieten wir mit neuen Produkten und Services einen echten Mehrwert.“

Unter anderem arbeiten die Techniker von Dr. Schnell mit digitalen Werkzeugen beim Kunden vor Ort. Mit Hilfe einer App können sie Daten von Dosiersystemen in Spül- oder Waschmaschinen erfassen und in Echtzeit in die Firmenzentrale in München überspielen. Dort werden individuelle Pläne erstellt, mit denen sich die Dosierung der Reiniger ohne Zeitverzug einstellen lässt. Diese und andere digitale Dienstleistungen von Dr. Schnell schätzen die Kunden, „denn sie sparen ihnen Zeit und Geld“, sagt Thomas Schnell. „So steigern wir durch die Digitalisierung die Zufriedenheit der Kunden und stärken ihre Loyalität gegenüber dem Unternehmen.“

Zeitersparnis zeichnet auch die digitale Lösung der FUSE-AI aus, wofür die Firma in der Kategorie Digitales Kundenerlebnis mit dem regionalen Digital Champions Award geehrt wurde. Das Unternehmen hat eine intelligente Software entwickelt, die Radiologen dabei unterstützt, Krebsgeschwülste auf CT- und MRT-Bildern zu erkennen. Möglich wird das durch Künstliche Intelligenz (KI), oder auf Englisch Artificial Intelligence (AI): Mit Hilfe von Deep-Learning-Methoden wird der FUSE-Algorithmus anhand annotierter Daten darauf trainiert, Karzinome zu entdecken und sie dem Radiologen anzuzeigen. „Die Software ist wie ein digitaler Oberarzt, der eine zweite Meinung anbietet – und das in kürzester Zeit“, erklärt Geschäftsführer Matthias Steffen. Der Nutzen: Die Fehlerquote sinkt, die Qualität der Diagnosen steigt.

Läuft alles rund im Maschinenbau?
Der Maschinen- und Anlagenbau bildet seit Jahrzehnten das Rückgrat der deutschen Industrie und steht – auch international – für Fortschritt, Leistung und Zuverlässigkeit. Als Ausrüster prägt der deutsche Maschinen- und Anlagenbau die Wirtschaft. Sein starker Mittelstand ist Weltmarktführer in vielen Nischenmärkten. Maschinen „made in Germany“ stehen für deutsche Ingenieurskunst und haben weltweit einen hervorragenden Ruf. Quelle: Adobe Stock
Die Branche ist in besonderem Maße auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen und beschäftigte im abgelaufenen Jahr 1,03 Millionen Facharbeiter und Ingenieure: Auf deren reibungslosem Zusammenspiel basiert der betriebswirtschaftliche Erfolg des Maschinen- und Anlagenbaus. Zusammen mit Verwaltungskräften, geringer Qualifizierten und Teilzeitarbeitern beschäftigte die Branche 2017 fast 1,35 Millionen Menschen und ist damit der größte industrielle Arbeitgeber Deutschlands. Quelle: Adobe Stock
Im Jahr 2017 konnte der Maschinen- und Anlagenbau erstmals die seit fünf Jahren anhaltende Stagnation überwinden. Dank gestiegener Inlandsnachfrage und guten Geschäften mit dem Ausland legte der Umsatz jüngsten Schätzungen zufolge preisbereinigt um drei Prozent auf 224 Milliarden Euro zu. Für 2018 geht der Datenanbieter FERI von einer weiteren Umsatzsteigerung auf 242,76 Milliarden Euro, also ein Plus von 3,2 Prozent. Quelle: dpa
2015 gab es in der Branche insgesamt 6.169 Unternehmen, wobei 64 Prozent der Unternehmen weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigten. Nur 350 Betriebe hatten mehr als 500 Mitarbeiter. Diese 5,7 Prozent der Unternehmen erzielten allerdings 52 Prozent des gesamten Branchenumsatzes. Quelle: dpa
Als ernsthafter Weltmarkt-Konkurrent tritt zunehmend China in Erscheinung. Unter den fünf wichtigsten Exporteuren von Maschinen und Anlagen belegt die Volksrepublik hinter Deutschland bereits Platz zwei, gefolgt von den USA. Im Jahr 2015 exportierten die Chinesen schon 13,3 Prozent aller Maschinen und Anlagen (134,2 Mrd. Euro), die Bundesrepublik kam auf 15,4 Prozent (155,5 Mrd. Euro). Mit der im Mai 2015 vorgestellten Strategie „Made in China 2025“ will die chinesische Regierung das Land nun auch zu einem Top-Technologie-Standort ausbauen. Quelle: Adobe Stock
Trotzdem wird der Export auch in diesem Jahr Erfolgsgarant für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau bleiben. In den ersten neun Monaten 2017 lieferten die Unternehmen Maschinen für 124,4 Milliarden Euro ins Ausland – ein Zuwachs von real 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Drei von vier Maschinen waren für den Export bestimmt, wobei die Europäische Union die mit Abstand größte Absatzregion blieb: 46,5 Prozent aller Ausfuhren gingen zu den europäischen Nachbarn. Quelle: Unsplash
In den 38 Fachbereichen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus finden sich beispielsweise Hersteller von Holzbearbeitungs- und Gießereimaschinen, Anbieter von Feuerwehrtechnik und von Reinigungssystemen. Die Heterogenität der Branche verdeutlichen auch die jeweiligen Umsatzzahlen der Fachbereiche. So erwirtschafteten die Produzenten von Verbrennungsmotoren und Turbinen im Jahr 2016 einen Umsatz von 35 Milliarden Euro, während mit der Herstellung von Büromaschinen nur 877 Millionen Euro umgesetzt wurden. Quelle: Adobe Stock

Das Software-Start-up, das insbesondere Leistungen im Medizin-Bereich anbietet, wurde erst im vergangenen Jahr von Steffen und drei weiteren Gesellschaftern gegründet. „Wir sind ein Unternehmen, das die Digitalsierung im Gesundheitswesen vorantreibt“, erklärt Steffen. Die KI wird in diesem Sektor seiner Ansicht nach für weiteren Mehrwert sorgen, etwa bei der Arzneientwicklung und in der Medizintechnik – überall dort, wo große Datenmengen schnell analysiert werden müssen.

Die IDS Logistik GmbH durfte sich über den Sieg in der Kategorie Digitale Prozesse und Organisationen freuen. Das Unternehmen ist als Kooperation von sechs mittelständischen Spediteuren sowie von den Konzernen DSV und Kühne + Nagel, ein Spezialist für den bundes- und europaweiten Stückguttransport. Die Logistik ist eine Branche, die seit jeher neue Technologien schnell zum Vorteil ihrer Kunden eingesetzt hat. Ob die Einführung von Barcode-Scannern, Sendungsverfolgung oder -erfassung über ein Webportal: „Die IDS war jedes Mal von Beginn an dabei“, sagt Jürgen Wolfert, Chief Information Officer. „So gesehen ist die Digitalisierung schon immer ein fester Teil unserer Unternehmensstrategie.“

Die weiteren Termine der DIGITAL im Überblick:

Im aktuellen Projekt, das jetzt prämiert wurde, hat die IDS 3.600 ihrer Fahrzeuge mit mobilen Datenerfassungsgeräten ausgestattet. Mittels dieser neuen LTE-fähigen Scanner kann das Unternehmen die gesamte Transportkette lückenlos dokumentieren – von der Auftragsannahme bis zur Zustellung einer Sendung. „Darüber hinaus erreichen wir nun unsere Fahrer auch in abgelegenen Regionen oder in Grenzgebieten viel besser als zuvor“, sagt Wolfert. Ein kurzfristiger Abholauftrag kann nun schneller vergeben und Leerfahrten dadurch vermieden werden. „Das kommt allen zugute: dem Kunden, dem Unternehmen – und den Autofahrern auf der Straße.“

Den nächsten Halt auf ihrer digitalen Deutschlandreise macht die Telekom am 29. Mai in Hamburg.

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