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DIGITAL X - Tag 1 „Das ist die Welt, die ich sehen möchte“

Quelle: Deutsche Telekom

Mehr Menschen hat Europas größte Digitalisierungsinitiative auf Entscheider-Level bisher nicht an einem Ort versammelt: 10.000 Teilnehmer kommen nach Köln zur DIGITAL X 2019.

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Es war ein Wechselbad der Gefühle, in das der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Tim Höttges, die Zuhörer auf den vollen Rängen der Inspiration Stage tauchte – Nachdenkliches, Skeptisches wechselten sich ab mit Entschlossenheit, Zuversicht und etwas, das Höttges am Ende allen mitgab: „Bleiben Sie optimistisch.“

Gründe dafür gab genug es am ersten Tag in Köln auf der DIGITAL X 2019, der größten Digitalisierungsinitiative Europas auf Entscheider-Level. Ein guter Teil der 160 Speaker, mehr als 120 Start-ups und ein den ganzen Tag andauerndes Brummen von angeregten Gesprächen an den Ständen belegten, dass die 10.000 rund Teilnehmer mit Ideen und Innovationen versorgt wurden.

Europa steht an der Seitenlinie

Nach der Begrüßung durch Schirmherr und Firmenkundenchef der Telekom Deutschland, Hagen Rickmann, warf Höttges einen Blick auf die Welt und die Verschiebungen der Wirtschaftskraft. Die Telekom sei mit einer Marktkapitalisierung von 83 Milliarden US-Dollar der führende Telekommunikationsanbieter in Europa – aber im weltweiten Vergleich ein Zwerg. Mut und klare Haltung forderte ein von den Unternehmern, bessere und liberalere politische Rahmenbedingungen für die europäischen Unternehmen von der Politik.

Europa stünde beim Handelskrieg zwischen den USA und China nur an der Seitenlinie. „Der Handelskrieg ist einer um die technologische Führung“, sagte Höttges und verwies auf den neuen Pekinger Flughafen Daxing, der in nur vier Jahren fertiggestellt wurde und den Titel größter Flughafen der Welt trägt – mit Unterstützung durch Technik der Telekom. „Wir haben gezeigt, dass wir on time und on target sein können mit Technik Made in Germany.“

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    „Digitalisierung ist keine Kür, sondern Pflicht. Sie ist ein absolutes Muss für Unternehmen in diesem Land“, schloss Höttges seinen Impulsvortrag. Es gelte, nicht nur das Potenzial digitaler Lösungen für das eigene Unternehmen zu nutzen. Es gehe auch darum, die Kunden von Morgen abzuholen. „Die Generation Z kauft anders ein. Sie achtet auf Nachhaltigkeit, durchschaut und bestraft mit ihrem Konsumverhalten Greenwashing schneller, als es Ihnen lieb sein kann“, sagt Höttges an die Unternehmer im Publikum gewandt. „Seien Sie klug und kümmern sich um die Nachhaltigkeit Ihrer Produkte und Ihres Unternehmens.“ Die Telekom tut derzeit genau das. Strom im Wert von etwa einer Milliarde Euro verbraucht der Telekomriese jedes Jahr mit seiner IT- und Netz-Infrastruktur. In den kommenden beiden Jahren wird dieser vollständig aus nachhaltigen Quellen stammen.

    Wiki-Democracy für eine neue Dimension des Internets

    Die große Bühne war schon an Tag 1 der Ort für ein Stelldichein von Internet-Pionieren. Am Nachmittag skizzierte Sir Tim Berners-Lee seine Idee für die Zukunft des Webs, das der Brite 1990 „durch die Werkzeuge, die mir zur Verfügung stand“ am CERN zum Leben erweckte. „Es war immer als universales Netz gedacht, das mit jeder Sprache und jedem Computer zu bedienen ist“, sagte Berners-Lee.

    Er würde gerne sehen, dass der Prozess, den Wikipedia auszeichnet, auch auf politische Entscheidungen zu übertragen. Es gäbe keine Wiki-Democracy, wo sich Bürger informieren könnten, um sich zu entscheiden, ob sie beispielsweise ein neues Opernhaus möchten oder nicht. Er plädierte für kraftvolle Werkzeuge, um die Demokratie zu stützen. „Das ist die Welt, die ich sehen möchte“. Die beiden Themen, die er als oberste Priorität sieht, sind Klimawandel und Erhalt der Demokratie.

    Ihren Beitrag für ein bessere Klima möchten die Gründer des niederländischen Start-ups Lightyear leisten. Mit ihrem solarbetriebenen Auto soll eine Reichweite von 725 Kilometern möglich sein, ohne vorher Halt an einer Steckdose machen zu müssen. Die Solarzellen in Dach und Motorhaube liefern die dafür nötige Energie. Konsequenter Einsatz von Leichtbaumaterialen und hocheffizienter Antriebstechnik münden in einem Leergewicht von nur 1250 Kilogramm. Zum Vergleich: Ein Tesla Model S wiegt je nach Ausstattung und Motorisierung eine gute Tonne mehr bei geringerer Reichweite. Stellvertretend für die vielen Start-ups auf der DIGITAL X 2019 zeigt Lightyear: Innovation hat mindestens so viele Gesichter wie die Digitalisierung.

    WirtschaftsWoche ehrt Digital Champions

    Zwischen den Auftritten der Stars fanden sich die Mittelständler und Start-ups an den Ständen, um sich auszutauschen. Sechs Unternehmen wurden im Rahmen des Digital Champions Awards (DCA) von Deutschlands führendem Wirtschaftsmagazin WirtschaftsWoche und der Deutschen Telekom ausgezeichnet. Gewürdigt wurden in Kategorien wie Digitale Transformation Mittelstand oder Digitales Kundenerlebnis Unternehmen wie Beulco, das sich kein geringeres Ziel gesetzt hat, mit Daten gesteuerter, intelligenter Wasserversorgung, allen Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu verschaffen. Oder next – ein Start-up, das seit 2014 daran arbeitet, mit lernenden Maschinen, regenerative Energien anzubieten. So sei es möglich, Hochnebelfelder oder Flaute so rechtzeitig einzuplanen, dass Strom zuverlässiger ins Netz gespeist werden könne als mit einem Kohlekraftwerk.

    Warum der Vater des www es wieder abschaffen will

    Die große Bühne füllte mit Charakter und klaren Werten der Unternehmer Sir Richard Branson, der mit 15 begann zu gründen, von einem Magazin gegen den Vietnam Krieg über den Grundstein seines Imperiums, dem Schallplattenlabel Virgin. Branson berichtete, wie seine Fluglinie entstand, weil ein ausgefallener Flug zwischen Puerto Rico und den Virgin Islands ihn dazu brachte, selbst eine Maschine zu mieten und die Plätze auf dem Flughafen zu verkaufen.

    „Ich habe früh die Kunst des Delegierens gelernt“, sagte Branson, der nach dem Flugraum auch das Weltall touristisch erobern und im Februar ein Kreuzfahrtschiff vorstellen will, das denen gefallen soll, die Kreuzfahrten nicht mögen – so wie ihm selbst. Angesprochen auf die Diskrepanz von dem Wunsch nach Umweltschutz und seinen energieintensiven Unternehmungen, antwortet er Tim Höttges auf der Bühne, dass seine Unternehmen alles täten, um die Emissionen zu verringern. Er sei ein Optimist, sagte Branson. „Aber jeder ist ein Optimist auf seine Art.“

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