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Digitale Transformation Alles digital, und dann?

Thomas Kleiner. Quelle: PR

Optimierte Prozesse sparen Zeit und schaffen für Mitarbeiter Freiräume. Diese müssen schon bei der digitalen Transformation von den Führungskräften sorgsam mit Sinn versehen werden.

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Es war der Vorstandsvorsitzende der Telekom, Tim Höttges, der 2015 in einem Interview mit der „Zeit“ dafür eintrat, sich rechtzeitig mit einer digitalisierten Arbeitswelt auseinanderzusetzen. Wo lästige Arbeiten nicht länger von Menschen übernommen werden, trete die Herausforderung auf den Plan, für die Menschen, die dann eine andere, weniger oder gar keine Arbeit mehr haben, Lösungen zu finden.

Aus Digitalisierung wird Dematerialisierung

Dieses Szenario ist in Teilen bereits Wirklichkeit. Elektronische Sachbearbeiter, die in Krankenkassen Anträge genehmigen oder ablehnen, Börsenprogramme, die binnen Bruchteilen von Sekunden ganze Posten abstoßen. „Sehen Sie sich Fotos von der Börse an. Da, wo früher gedrängelt wurde, steht heute keiner mehr“, sagt Thomas Kleiner, Gründer und CEO von iXenso, einer Beratung, die Unternehmen hilft, mittels Cloud und Software ihre Prozesse zu optimieren, und dafür mit dem regionalen Digital Champions Award Süd-West in der Kategorie „Digitale Prozesse und Organisation“ ausgezeichnet wurde.

Raus aus der Komfortzone

Kleiner hat sein eigenes Unternehmen erst vollständig auf digitale Prozesse umgestellt, nachdem schon lange Kunden vom Know-how des Unternehmens profitiert hatten. „Es hat auch bei uns zu einer enormen Steigerung der Effizienz geführt“, sagt Kleiner, dessen rund 100 Mitarbeiter in drei Ländern nun von jedem Ort der Welt ihre Arbeit erledigen können. „Das hat viel Freiraum für die Mitarbeiter geschaffen“, sagt Kleiner.

„Technologie entwickelt sich rasant, der Mensch nicht“

Eine Situation, die für alle ungewöhnlich ist – vor allem für die Mitarbeiter, die nun mit der gewonnenen Zeit alle die Dinge tun können, die früher liegen blieben. Nicht jedem gelingt das gleich gut, das ist auch bei iXenso so. „Die Produktivität ist gesunken, man fühlt sich wohl in dieser Komfortzone“, sagt Kleiner ein wenig ernüchtert. Doch das Unternehmen steuert gegen: „Wir erarbeiten, wie wir in Zukunft mit dieser neuen Situation umgehen“, sagt Kleiner, der klar darauf verweist, dass sich in absehbarer Zeit viele Unternehmen vor die Frage gestellt sehen, was sie mit ihren Mitarbeitern tun. Rein auf Profitabilität getrimmte Betriebe werden den Kostenfaktor Mensch reduzieren. Cleverer wäre es, die Fähigkeiten der Mitarbeiter zu nutzen, auch wenn Kleiner weiß: „Sie können nicht jedem eine komplett neue Aufgabe geben.“

Für den Mittelstand gehe deswegen mit der digitalen auch eine personelle Transformation einher. Effizienzgewinne mündeten dabei nicht im schlichten Stellenabbau, sondern fördern die Fähigkeiten der Mitarbeiter auch weiterhin. „Eine Maschine und auch eine Künstliche Intelligenz, ist (bisher) nur so gut wie die Vorgaben die Menschen ihr machen beziehungsweise lernt aus historischen Statistiken inklusive deren Fehlern. Es wird Menschen brauchen, die diese Entscheidungen begutachten. Zukünftig ist also umso mehr Empathie, soziale, kreative und visionäre Kompetenz gefragt und insbesondere skeptisches Hinterfragen“, sagt Kleiner. Ausgedient hat der Mensch als Mitarbeiter also nicht. Im Gegenteil, er muss seine Vorteile nur richtig ausspielen.

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