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Gewinnbringende Netzwerke Die Starthelfer der Digitalisierung

Quelle: blacksalmon/Adobe Stock

Investitionen in die eigene Zukunft sind für deutsche Unternehmer nicht neu. Dennoch sind einige von ihnen in Digitalisierungsfragen unsicher, wie sie solche Projekte in Zeiten voller Auftragsbücher mit den vorhandenen Ressourcen stemmen sollen. Digital-Initiativen bieten deshalb ihre Unterstützung an.

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Der deutsche Mittelstand darf die Digitalisierung nicht verschlafen“ – in Ostwestfalen-Lippe dürfte dieser bekannte Appell in vielen Unternehmen wohl eher ein Gähnen hervorrufen. Wer die Region rund um den Teutoburger Wald ausschließlich mit ländlicher Idylle verbindet, der übersieht Mittelstandsgrößen wie Harting, Weidmüller oder Phoenix Contact, die auf dem Weg in die Digitalisierung und Industrie 4.0 bereits zu echten Vorreitern geworden sind. Unter anderem treiben sie im Technologie-Netzwerk „it’s OWL“ (Intelligente Technische Systeme Ostwestfalen-Lippe) digitale Innovationen für die Fabrik der Zukunft voran. Ausgezeichnet im Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gilt „it’s OWL“ bundesweit als eine der größten Initiativen für Industrie 4.0 im Mittelstand.
Harting, Spezialist für industrielle Verbindungstechnik, setzt an verschiedenen Stellen an: von der Website, die zu einer digitalen Business-Plattform mit Bestellsystem und Konfigurator- Lösungen geworden ist, über eine eigene Smart Factory, in der mit technologischen Entwicklungen experimentiert wird, bis hin zu einer offenen Developer-Community rund um den Mini-Computer MICA (Modular Industry Computing Architecture), mit dem sich Digitalisierungsprojekte direkt an Anlagen und Maschinen realisieren lassen. „Wir nutzen die Digitalisierung, um einen Mehrwert für den Kunden zu schaff en“, sagt Philip Harting, Vorstandsvorsitzender der familiengeführten Harting Technologiegruppe. Man digitalisiere überall dort, wo es Sinn ergebe.

Vorsicht vor der Zufriedenheitsfalle

Nicht alle mittelständischen Unternehmen setzen den digitalen Wandel so entschlossen um. Wie eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom ergab, herrscht in der deutschen Wirtschaft zwar eine große Offenheit, und neun von zehn befragten Unternehmen sehen die Digitalisierung als Chance. Allerdings zögern vor allem kleine und mittlere Unternehmen vor dem Investment in neue digitale Geschäftsmodelle. Laut Bitkom beklagen Geschäftsführer und Vorstände, dass ihnen die finanziellen Mittel und die Zeit für die Digitalisierung fehlen.

„Viele Unternehmen, gerade im Mittelstand, haben derzeit prall gefüllte Auftragsbücher und machen gute Geschäfte mit ihren etablierten Produkten. Das Geschäft von morgen ist aber ausschließlich digital. Dieses Geschäft von morgen muss gerade jetzt, in der wirtschaftlichen Hochkonjunktur, vorbereitet werden“, mahnt Bitkom-Präsident Achim Berg. Andere Experten nennen das die „Zufriedenheitsfalle“.

Mut zur Selbstzerstörung

Mehr als die Hälfte der Unternehmen, vor allem kleinere Firmen, sehen sich bei der Digitalisierung als Nachzügler, während sich drei Viertel der Unternehmen mit 2.000 oder mehr Mitarbeitern als digitale Vorreiter sehen. Doch das bislang erfolgreiche Geschäftsmodell infrage zu stellen oder sogar, wie es Meinungsführer wie Investor Frank Thelen fordern, selbst zu zerstören, um disruptive Wettbewerber auszustechen – das erscheint vielen Unternehmern schwierig.
„Digitalisierung kann kein Selbstzweck sein, sondern muss wie jede Investition auf Dauer einen konkreten Mehrwert erzielen. Sei es durch höheren Umsatz und Gewinn oder durch neue Kunden“, sagt Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland. „Wir müssen nun alles daransetzen, mehr konkrete und erfolgreiche Use-Cases der Digitalisierung aufzuzeigen, um insbesondere dem Mittelstand die konkreten Vorteile nachweisen zu können.“

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