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Podiumsdiskussion Schaffe, schaffe, Netz ausbaue!

Experten unter sich: Auf der Bühne tauschen Unternehmer, Politiker und Wirtschaftsexperten ihre Gedanken zum Status quo der Digitalisierung in Baden-Württemberg und in Deutschland aus. Quelle: Deutsche Telekom

Ohne Leitung keine Leistung: Damit die Digitalisierung gelingt, muss es Breitband in der Fläche geben. In der Pflicht, so die Meinung in der Diskussionsrunde auf der DIGITAL SOUTHWEST, steht dabei vor allem die Politik.

Am Ende der Plenumsdiskussion auf der DIGITAL SOUTHWEST in Böblingen war klar: In Baden-Württemberg ist noch nicht alles perfekt in Sachen Digitalisierung. Doch das „Ländle“, da waren sich die Vertreter aus Politik und Wirtschaft einig, ist auf einem guten Weg.

„Unsere Wirtschaft gibt ein ausgezeichnetes Bild ab. Die Unternehmen sind in Sachen innovative digitale Geschäftsmodelle definitiv an der Spitze in Deutschland“, sagt etwa Hans-Jürgen Reichardt, Geschäftsführer Industrie und Verkehr der IHK Region Stuttgart. Walter Rogg, Chef der Wirtschaftsförderung Stuttgart, bescheinigt digitalen Unternehmen gar ideale Bedingungen im Südwesten der Republik. Baden-Württemberg, das bedeute seit jeher Geburtsort innovativer Technologie, die Nähe zu großen IT-Playern und Forschungszentren sowie überdurchschnittliche Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Dennoch, sagt Rogg, sei das digitale Baden-Württemberg eine gewaltige Herausforderung. „Wir müssen die Geschäftsprozesse, die Kompetenzen der Mitarbeiter und auch die technische Ausrüstung in Maschinenparks neu denken.“ Insofern sei eine Initiative wie die DIGITAL X der Telekom ein Weckruf an alle, sich mit den Themen der Digitalisierung frühzeitig und intensiv zu beschäftigen. „Es ist absolut Zeit, mit Vollgas zu beginnen“, lautet Roggs Appell an den Mittelstand.

„Gemeinsam voran“ statt „jeder für sich“

Dass sich dort bereits etwas tut, verdeutlicht Ulric Rechtsteiner mit einem Verweis auf die vielen Hidden Champions im Mittelstand. Dort werde zwar oft erst einmal abgewartet, sagt der CEO des Telematik-Experten Arealcontrol. Dann gingen die Firmen aber mit „viel Mumm“ an die Sache und seien gar nicht mehr schwäbisch sparsam. „Wenn es sich rechnet, gibt der Schwabe gerne viel Geld aus“, betont Rechtsteiner.

Thomas Spreitzer, Senior Vice President KMU-Segment, Partnervertrieb und Marketing Telekom Deutschland Geschäftskunden, setzt in der Diskussionsrunde auf der DIGTIAL SOUTHWEST bei den Basiswerten an: Er mahnt eine bessere Vernetzung an. Man sei in Deutschland, was die Zusammenarbeit angeht, immer noch sehr dogmatisch. „Großunternehmen, einzelne Wirtschaftsförderungen, politische Initiativen: Jeder macht so sein Ding. Wir müssen uns aber eine Kultur aneignen, digitale Themen gemeinsam voran zu treiben und auf die Straße zu bringen.“

„Unternehmer müssen Technologien konsequenter nutzen“

Um das zu erreichen, plädiert Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup beispielsweise für eine noch bessere Organisation und Kommunikation nach außen, auch über „regionale Egoismen“ hinweg. Er schlägt ein zentrales Instrument vor, mit dem Interessenten von außen den richtigen Partner in der Region finden. „Man muss dem Mittelständler aus der Industrie, der einen IT-Partner sucht, die richtige Firma vermitteln. Die gibt es. Man muss sie nur finden“, sagt Mentrup.

Teilhabe an der digitalen Gesellschaft sichern

Ein Großteil der Diskussion dreht sich nicht zuletzt um das Thema Breitbandausbau. Hier sehen alle Teilnehmer der Runde noch erheblichen Nachholbedarf. „Da müssen wir ganz schnell was tun“, betont Marc Biadacz, direkt gewählter Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Böblingen, Mitglied in den Ausschüssen „Arbeit und Soziales“ sowie „Digitale Agenda“. „Die Infrastruktur für die Digitalisierung muss passen“, sagt auch Ulric Rechtsteiner. Die Metropolen und Großstädte seien gut an schnelles Internet angeschlossen, abseits davon gäbe es aber schon Probleme mit ausreichender Bandbreite. Der Unternehmer berichtet etwa von einem Kunden in Rottweil, den man wegen der „fürchterlichen Anbindung“ nicht habe digitalisieren können. Die Versorgung von ländlichen Regionen sei Sache der Politik. „Denn genau in diesem einen Tal könnte das neue Facebook, Google oder Microsoft sitzen.“

Den Unternehmen sei es letztlich egal, auf welche Weise sie die Bandbreite bekomme, sagt IHK-Mann Reichardt. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht brauche auch nicht jedes Unternehmen zwingend große Bandbreite. Anders aber auf der volkswirtschaftlichen Ebene: „Menschen in Gegenden, die weniger gut ausgebaut sind, etwa auf der Schwäbischen Alb oder im Schwarzwald, sollen auch die Möglichkeit haben, umfassend an der digitalen Gesellschaft und am digitalen Arbeiten teilzuhaben.“ Das Ziel müsse deshalb der deutschlandweite Ausbau mit Glasfaser-Technologie sein. „Wir können aber von den Telekommunikationsunternehmen nicht erwarten, dass die das alles selber zahlen“, gibt Reichardt zu bedenken. Sie sollten dort aktiv werden, wo sie später auch Geld verdienen können. „In den anderen Gegenden ist die Gesellschaft und damit letzten Endes der Staat gefordert.“

Jährlich fünf Milliarden Euro für den Netzausbau

Thomas Spreitzer stimmt dem zu. „Wir wissen, wie wichtig eine flächendeckende Versorgung mit leistungsstarken Breitbandanschlüssen ist.“ Die Telekom investiere jährlich fünf Milliarden Euro in den Netzausbau, der nächste Wettbewerber gerade mal 400.000 Euro. „Was die Frage der volkswirtschaftlichen Verantwortung angeht, kann uns kein anderer das Wasser reichen“, ist Spreitzer überzeugt. Oft lohne sich eine Investition erst nach zehn Jahren – aus Unternehmenssicht eine sehr lange Zeit. Darüber hinaus: „Deutschland hat auch Straßen in Ostdeutschland gebaut, die sich nicht gleich amortisiert haben oder es bis heute nicht tun.“ Ähnlich solle man es nun auch beim Glasfaser-Ausbau sehen. „Wenn die Politik in der hintersten Ecke ein Kabel haben will, dann ist es eine strukturelle, eine politische Aufgabe und die kann nicht von der Telekom erledigt werden.“

Die weiteren Termine der DIGITAL im Überblick:

Karlsruhes Bürgermeister Mentrup bekräftigt, dass die fehlende Infrastruktur in vielen Gebieten das größte Problem der Digitalisierung sei. Zwar seien laut einer IHK-Umfrage 70 Prozent der Unternehmen in seiner Region mit dem Anschluss zufrieden. Ein ebenso großer Prozentsatz befürchte aber zugleich, dass die Bandbreite in wenigen Jahren nicht mehr ausreiche. Hier stünden sowohl die Dienstleister als auch der Staat in der Pflicht, „in einer Mischung aus Markt und Politik“ eine Lösung zu finden.

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