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Sir Richard Branson Der Abenteurer mit dem Unternehmer-Gen

Ausnahme-Unternehmer Richard Branson (li.) im Gespräch mit Telekom-CEO Tim Höttges. Quelle: Deutsche Telekom

Publikumsmagnet auf der Digital X in Köln war Sir Richard Branson. Gleich am ersten Tag sprach der Selfmademan mit Telekom-Chef Tim Höttges über sein Wirken und seine Vision für die digitale Welt von morgen.

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Mit dem Kite-Drachen flog er über den Ärmelkanal, mit dem Heißluftballon erst über den Atlantik, dann über den Pazifik. Die Erde zu umrunden, schaffte er noch nicht. Dafür will er bald Touristen von seinem Weltraumbahnhof in New Mexiko ins All schießen: Richard Branson, Abenteurer und Seriengründer von Firmen in den Bereichen Unterhaltung, Reisen und Raumfahrt, die er unter der Marke Virgin bündelt, ist bekannt für seine außergewöhnlichen Aktionen. „Lebe lieber ungewöhnlich“, könnte das Motto des Briten sein.

Mit 16 brach er die Schule ab, gründete das Studentenmagazin „Student“, engagierte sich darin gegen die Vietnam- und Biafra-Kriege und thematisierte die Popkultur. 1970 startete er sein Musiklabel Virgin Records und nah unter anderen den damals noch unbekannten Mike Oldfield unter Vertrag. Zu seiner Airline kam er übrigens, weil ein Flug von Puerto Rico auf die Jungferninsel gestrichen wurde. Dort wartete jedoch seine Freundin auf ihn, also charterte er kurzerhand eine Boeing und verscherbelte die Tickets.

Inzwischen hat Branson einige Coups gelandet, wie gerade den Börsengang von Virgin Galactic: Es ist das erste kommerzielle Unternehmen für private Weltraumausflüge an der Börse. Für sein Wirken hatte die Queen ihn im Jahr 1999 zum Ritter geschlagen. Ob er Elon Musk ähnlich sehe, fragte Telekom-Chef Tim Höttges auf der DIGITAL X 19 in Köln Branson auf der großen Inspiration Stage vor voll besetzten Rängen - und in der Tat betrachtet er Musk als eine jüngere Version seiner selbst und einen „Bruder im Geiste“.

„Technologie entwickelt sich rasant, der Mensch nicht“

Im Gespräch mit Höttges gab der schillernde Unternehmer Einblicke in sein Leben, untermalt von Videos, die auch seine berühmt-berüchtigten Aktionen zeigten. Beim Aufstellen des Londoner Riesenrads „London Eye“ beispielsweise gab es Probleme. Luftfahrtunternehmer Branson nahm sogleich mit einem Werbeplakat British Airways, einer der Sponsoren des London Eye, auf die Schippe: Es zeigte das am Boden liegende Riesenrad mit dem Untertitel: „British Airways bekommt es nicht hoch!“ Aber auch für soziale Zwecke etwa in Afrika engagiert sich der umtriebige Brite mit seiner Stiftung Virgin Unite.

Wie schafft er das alles? Das verriet er seinem Publikum in Köln: „Ich konzentriere mich nicht nur auf eine Sache und habe früh gelernt zu delegieren.“ Also anders als „normale“ Unternehmer fokussiert er sich nicht auf eine Sache, sondern hält sein Spektrum breit. Doch nicht alle seine Unternehmungen waren von Erfolg gekrönt. Er musste auch einige Niederlagen einstecken. Etwa mit seiner Virgin Cola, die er nach seinem Motto „fordere die Großen heraus“ gegen die Weltmarken Coca Cola und Pepsi Cola positionieren wollte. Von Niederlagen lässt sich der tapfere Ritter keineswegs entmutigen: „Ich kann nicht widerstehen, es macht einfach zu viel Spaß!“, sagt er.

Jetzt will er den Kreuzfahrtmarkt mit Virgin Cruises aufmischen und die Passagiere mit dem „besten Schiff“ über die Meere schippern. Und das soll vor allem eins sein: umweltfreundlich. Denn Nachhaltigkeit ist für Branson ein großes Thema, wie er sagte.

Was denn sein größter Erfolg war, wollte Telekom-Chef Höttges von ihm wissen. Wer jetzt eines der Virgin-Unternehmungen als Antwort erwartete, wurde enttäuscht: „Mein größter Erfolg ist, dass ich in meinen 40ern meine Traumfrau gefunden habe“, sagt Branson. Noch heute ist der 69-Jährige mit ihr in zweiter Ehe verheiratet.

Menschen und der respektvolle Umgang mit ihnen liegen ihm am Herzen. Schon seine Mutter habe ihn gelehrt, stets das Beste in jedermann zu sehen und freundlich auf andere zuzugehen. Denn Hand in Hand erreicht man mehr, als wenn man gegeneinander arbeitet. Dann sind auch die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern.

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