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Sir Tim Berners-Lee Der Vater des www kämpft um seine Idee

Quelle: dpa

Datenskandale, Fake News: Seit vor rund 30 Jahren die erste öffentlich zugängliche Webseite online ging, hat sich viel verändert. Sir Tim Berners-Lee, der Vater des www, will das Web wieder auf Kurs bringen.

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Offen, frei, demokratisch: So sah Tim Berners-Lee seine Erfindung des World Wide Web (www), als die erste öffentlich zugängliche Webseite online ging: info.cern.ch. Das war im Sommer 1991. Ursprünglich dazu gedacht, das Informationschaos im europäischen Kernforschungszentrum CERN in den Griff zu bekommen, ahnte der Physiker schon früh, was Webbrowser, URLs und Hyperlinks für die Allgemeinheit sein können: eine Möglichkeit, die allen gleichberechtigt offensteht, um grenzenlos zu kommunizieren und Informationen auszutauschen. Heute, knapp 30 Jahre später, hat der inzwischen 64-Jährige seine Euphorie gebremst.

Diese Speaker sollten Sie auf der DIGITAL X 2019 nicht verpassen
Christine KieferDas Als Gründerin des Blockchain-Start-ups RIDE Capital machte sie Immobilieninvestments mit institutioneller Qualität und professionellem Management für Privatanleger zugänglich. Und auch schon vorher war Christine Kiefer am Aufbau mehrerer Start-ups beteiligt, darunter BillPay, einem Anbieter für Online-Bezahlmethoden, und Pair Finance, einem digitalen Inkassounternehmen. Neben ihren unternehmerischen Aktivitäten gründete sie die Fintech Ladies, ein Netzwerk für Frauen, das sich mit Digitalisierung und Innovation im Finanzbereich beschäftigt. Christine Kiefer ist seit mehr als zehn Jahren in der Finanzindustrie tätig, vor ihrem Wechsel in die Start-up-Szene Berlins betreute sie für Goldman Sachs in London den Bereich Equity Derivatives. Quelle: PR
Mario OhovenSeit 1998 ist er das Gesicht des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft in Berlin. Als gelernter Banker im Bereich Vermögensanlagen hat Mario Ohoven die Entwicklung steueroptimierter Investitionen entscheidend beeinflusst. Erfolgreich gehört er mit seiner Unternehmensgruppe seit über 25 Jahren zu den Marktführern auf diesem Gebiet. Mario Ohoven ist bekannt für seine Wirtschafts- und Kapitalmarktprognosen. So warnte er beispielsweise im Jahr 2000 vor dem Absturz der Technologiewerte oder machte auf die Bilanzverschleierung einiger US-Konzerne aufmerksam. Zahlreiche Auszeichnungen wie zum Beispiel den „Europa-Preis“ des Europäischen Wirtschaftsinstitut oder den „Oscar des deutschen Mittelstandes“ kann Mario Ohoven zu seinen Erfolgen zählen. Sein Rat und seine Visionen sind als Referent auf Veranstaltungen, Symposien und TV-Talkshows gefragt. Quelle: PR
Anna GroosAnna Groos ist Innovationsstrategin bei quäntchen + glück. Hier macht sie Organisationen und Unternehmen fit für die digitale Zukunft – und mit dem Usability Testessen die Welt ein Stückchen nutzerfreundlicher. Sie begibt sich auf die Suche nach neuen Geschäftsmodellen und findet heraus, was die Kunden ihrer Kunden wollen. Anna Groos ist ein digitaler Tausendsassa. Ob als Teil des Orga-Teams des Webmontag Darmstadt, als Vorsitzende des Digitale Darmstadt e.V. oder als Mitgründerin des Usability Testessen: Sie lebt Digitalkultur. Nach Stationen als Texterin und Konzepterin in verschiedenen Agenturen und einer kreativen Zeit als Produktmanagerin in einem Digital Lab, hat Anna Groos ihr Glück bei der quäntchen + glück gefunden. Quelle: PR
Marco BörriesEr ist Unternehmensgründer und Visionär. Mit seinem vierten Unternehmen enfore weist er kleinen Firmen den Weg in die Digitalisierung. Marco Börries war 16, als er 1985 nach einem Schüleraustausch ins Silicon Valley seine erste Software-Firma „Star Division“ aufbaute. Aus dem Unternehmen heraus entwickelt er „Star Office“, was nach dem Verkauf an Sun Microsystems zu Open Office wird und bis heute der Nummer-1-Konkurrent von Microsoft Office ist. Bereits 1996 startete er seine zweite Firma Star Finanz als Joint Venture mit der Deutschen Sparkasse, um mit StarMoney das Online Banking neu zu definieren. StarMoney wurde Deutschlands erfolgreichstes Online Banking Produkt. 2001 gründete er Verdisoft und verkaufte es 2005 erfolgreich an Yahoo. Quelle: PR
Alex RosenblatSind Sie schon mal mit einer Uber-Mitfahrgelegenheit unterwegs gewesen? Was für Kunden eine große Erleichterung in ihrer persönlichen Mobilität bedeutet, bedeutet für die Uber-Fahrer stetige Kontrolle und Überwachung durch Uber selbst. Das sagt zumindest Alex Rosenblat, Technologie-Ethnographin beim Forschungsinstitut Data & Society. In ihrem Buch „Uberland: How Algorithms Are Rewriting the Rules of Work“, zeigt sie wie prekär die vom Algorithmus angepassten Arbeitsbedingungen für die Einzelpersonen sind. Das amerikanische Taxi-Start-up steht wegen der Arbeitsbedingungen in der Kritik. Alex Rosenblat beschreibt diese Umstände genau und leitet daraus eine Neudefinition von Arbeit, vor allem in den USA ab. Auf der DIGITAL X wird sie über ihre Einblick berichten. Quelle: PR
Mario Dresing Community Management und Digitalisierung sind die Fachgebiete von Mario Dresing bei Viva con Agua. Der leidenschaftliche Fußballer war jahrelang aktiver Supporter und versteht es heute als seine Mission, dass Viva con Agua jedem Einzelnen die Möglichkeit gibt, dazuzulernen und sich individuell weiterzuentwickeln. Dresing setzt sich mit positivem Aktivismus dafür ein, dass alle Menschen weltweit einen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Mehr als 10.000 Menschen haben sich seit der Gründung von Viva con Agua in vielen Teilen der Welt für die gemeinsame Vision engagiert. Auf der DIGITAL X 2019 spricht er zur Veränderung von Viva con Agua von der NGO zur eNGO. Damit die Potenziale eines vielseitigen, agilen und international agierenden Netzwerks ausgeschöpft werden können, setzt Viva con Agua konsequent auf Digitalisierungsprozesse. In Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wissenschaft und der freien Wirtschaft wird der Frage nachgegangen, wie die neuen technischen Möglichkeiten für einen positiven gesellschaftlichen Wandel genutzt werden können.
Dr. Shermin VoshmgirWenn sie einem ein X für ein U vormachen will, hat es vielleicht Methode: Shermin Voshmgir leitet nämlich das Forschungsinstitut für Kryptoökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien. Außerdem gründete sie den BlockchainHub Berlin, der weltweit interdisziplinär die Entwicklung der Blockchain-Technologie vorantreibt, kommuniziert und diskutiert. Sie sagt: „Die Blockchain wird den Wertaustausch auf der ganzen Welt revolutionieren.“ Wie genau, das verrät sie bei ihrer Keynote auf der DIGITAL X 2019. In der Vergangenheit war sie Kuratorin von TheDAO und Beraterin verschiedener Start-ups wie Jolocom, Wunder und dem estnischen E-Residency-Programm. Neben ihrem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien studierte sie in Madrid Film und Theater. Quelle: PR

Fehlender Zugang zum Internet in Entwicklungsländern, Datenskandale bei Facebook, Fake News, zunehmende Regulierungsversuche und eine Machtkonzentration bei Internetgiganten wie Google, Facebook oder Amazon sind Entwicklungen, in denen Berners-Lee eine ernste Bedrohung für das Netz und dessen Potenziale sieht. Er fordert deshalb Regierungen, Unternehmen und Bürger dazu auf, das Internet gemeinsam vor dem Sturz in den Abgrund zu bewahren. Mit seiner Organisation World Wide Web Foundation hat er eine Art Gesellschaftsvertrag aufgesetzt, um das Web wieder auf seinen ursprünglichen Kurs zu bringen.

Die Bundesregierung hat schon unterschrieben

Regierungen sollen allen Bürgern gleichermaßen den Zugang zum Internet ermöglichen. Unternehmen sollen die Privatsphäre und persönlichen Daten der Verbraucher achten. Und Nutzer sollen sich für die Freiheit des Webs einsetzen und an dessen Entwicklung teilhaben. Die Bundesregierung hat bereits unterzeichnet, genauso wie große Internetkonzerne, darunter Microsoft, Google und Facebook.

Auf die freiwilligen Verpflichtungen alleine will sich Berners-Lee allerdings nicht verlassen. Gemeinsam mit Kollegen hat der MIT-Professor das Open-Source-Projekt Solid gestartet, das Verbrauchern wieder die Hoheit über ihren Daten im Netz zurückgeben soll. Das von ihm mitgegründete Start-up Inrupt soll die nötige Infrastruktur für den Erfolg des Projekts garantieren.

„Die Menschen wollen ein Internet, dem sie vertrauen können“, sagt Sir Tim Berners-Lee, der von der Queen 2004 in den Ritterstand erhoben wurde. „Die Menschen wollen Apps, die ihnen dabei helfen, das zu tun, was sie tun wollen und müssen – ohne dabei ausspioniert zu werden.“ Der Brite glaubt fest daran, dass eine Wende hin zum Positiven möglich ist und das Internet allen Menschen dienen kann. Er weiß selbst: „Dinge ändern sich so schnell im Netz.“

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