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Branche im Fokus Der Wettlauf um die vordersten Plätze

Seit den 2000er Jahren plagen ein verschärfter Verdrängungswettbewerb und eine Konsolidierung den Einzelhandel. Doch die Branche muss sich auf weitere Herausforderungen einstellen.

Der Einzelhandel zählt schon deshalb zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Deutschland, weil fast alle hier lebenden Menschen seine Kunden sind. Insofern erscheint es nur folgerichtig, dass dieser Wirtschaftszweig ein Sechstel zum Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik beiträgt: Im Jahr 2017 setzte er nach Prognosen des Datenanbieters FERI 557,6 Milliarden Euro um. Quelle: Pexels
Am Umsatz gemessen ist der Einzelhande nach dem Großhandel und der Energieerzeugung der drittgrößte Wirtschaftszweig in Deutschland. Im Einzelnen untergliedert er sich in die Segmente Lebensmitteleinzelhandel, Schuhe und Bekleidung, Möbel und Hausrat, Elektronik, Bau- und Heimwerksbedarf, Kosmetik und Körperpflege, Fahrräder und Sportartikel sowie Bücher, Presseerzeugnisse und Schreibwaren. Quelle: Adobe Stock
Lebensmittel sind dabei wirtschaftlich mit Abstand am bedeutendsten. So erzielte der Lebensmitteleinzelhandel im Jahr 2015 einen Nettoumsatz von 177,63 Milliarden Euro, gefolgt vom Versand- und Interneteinzelhandel (40,44 Mrd.) und dem Warenhandel verschiedener Art vor allem in Kauf-und Warenhäusern (37,22 Mrd.). Quelle: Adobe Stock
Wie in anderen Branchen hängt auch der ökonomische Erfolg des Einzelhandels von der Binnenkonjunktur ab, konkret vom privaten Konsum. Die Branche ist damit zwar konjunkturreagibel. Sie ist aber weniger von gesamtwirtschaftlichen Schwankungen betroffen als das Verarbeitende Gewerbe. Denn das Konsumverhalten großer Bevölkerungsgruppen wie etwa Rentnern, Beamten, Studenten und Langzeitarbeitslosen ist weitgehend unabhängig von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Quelle: Adobe Stock
Im laufenden Jahr dürfte der deutsche Einzelhandel 572,9 Milliarden Euro umsetzen. Das wäre ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 2,74 Prozent. Für die kommenden Jahre rechnet FERI mit weiterhin moderatem Wachstum, das vor allem durch die steigende Beschäftigung und die wachsende Bevölkerungszahl angetrieben wird. Quelle: Pexels
Lediglich 0,1 Prozent aller Einzelhandelsunternehmen repräsentieren einen Marktanteil von fast 50 Prozent; 6,1 Prozent aller Unternehmen beschäftigen 66 Prozent der gut drei Millionen Mitarbeiter. Darüber hinaus werden jene 45,8 Prozent der Firmen, die als inhabergeführte Unternehmen nur ein bis zwei Angestellte haben, zunehmend vom Markt verdrängt. Quelle: Adobe Stock
Ein Beispiel hierfür ist der Elektronikeinzelhandel, der im Jahr 2014 aus insgesamt rund 32 200 Unternehmen mit knapp 198 000 Beschäftigten bestand. Zwischen den Jahren 2009 und 2014 waren bereits 2800 Betriebe mit einem Umsatz von weniger als zwei Millionen Euro vom Markt verdrängt worden. Ebenso sanken Margen und Rentabilität in dem Segment: seit 2011 um zwei Prozentpunkte auf 8,87 Prozent. Quelle: Adobe Stock
Noch stärker trifft der Konsolidierungsdruck den Bekleidungseinzelhandel. Ebenfalls im Zeitraum von 2009 bis 2014 ging hier die Zahl der Betriebe von 29 400 auf 23 400 zurück, also um rund 20 Prozent. Auch hier waren in erster Linie kleine Unternehmen mit weniger als zwei Millionen Euro Jahresumsatz betroffen. Quelle: Pexels
Dieser Konzentrationsprozess ist gemeinsam mit dem wachsenden Anteil des Online-Handels der wesentliche Grund dafür, dass die stationären Fachgeschäfte in den Innenstädten Marktanteile verlieren. Laut Online-Monitor des Branchenverbandes HDE fanden im Jahr 2015 bereits 13,6 Prozent aller Käufe im Einzelhandel digital statt. Eine deutliche Steigerung des Onlineumsatzes registrierte der Verband auch im Weihnachtsgeschäft 2017: Die Umsätze legten gegenüber dem Weihnachtsgeschäft 2016 um 1,1 Milliarden auf 12,2 Milliarden Euro zu. Quelle: Adobe Stock
Der Trend zu Konsumethik, Erlebnisshopping und Digitalisierung des stationären Handels, zum Ausbau des E-Commerce und des Omni-Channel-Handels sowie die Entwicklung von City-Lieferdiensten werden den Einzelhandel grundlegend verändern. So ist der Umsatz mit Bio- Lebensmitteln in Deutschland in den Jahren 2001 bis 2016 von 2,1 Milliarden auf 9,48 Milliarden Euro gestiegen. Bereits heute werden 13,6 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes online erwirtschaftet. Quelle: Adobe Stock
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