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Branche im Fokus Wie geht es dem deutschen Baugewerbe?

Der Bausektor wächst im Jahr 2018 stärker als der Rest der Wirtschaft und schiebt die gesamte deutsche Konjunktur mit an. Welche Faktoren die Branche besonders beeinflussen.

Der Bedarf an Wohnungen, Gewerbeimmobilien und Infrastruktur wie Schulen, Einzelhandel und Freizeitangeboten wächst. Besonders in den sieben größten Städten Deutschlands sowie in einigen bei jungen Leuten sehr beliebten Städten steigen Mieten und Kaufpreise überproportional. Um neue Angebote zu schaffen, werden Frei- und Brachflächen bebaut, Dachgeschosse ausgebaut und aufgestockt. Für verschiedene Betriebe der Branche sind das gute Nachrichten. Quelle: Unsplash
Experten erwarten, dass erneut steigende Bauinvestitionen im Jahr 2018 rund zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beitragen werden. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits seit 2013 zu beobachten ist: Bauunternehmen beurteilen ihre Geschäftslage regelmäßig besser als alle anderen Wirtschaftszweige. Rückblickend sind sie heute sogar noch zufriedener als in der Boomphase direkt nach der Wiedervereinigung. Quelle: Unsplash
Zum Markttreiber Nummer eins entwickelt sich der Tiefbau. Der Leistungsbedarf ist so groß, weil viele alte Brücken, Bahntrassen, Wasserwege, Stromleitungen und Straßen bereits seit Jahren marode sind. Anstehende und bereits getätigte Investitionen der öffentlichen Hand wecken Optimismus unter den Tiefbauern und hinterlassen zunehmend Spuren in den Büchern: Die Kapazitätsauslastung im Tiefbau erhöht sich bereits seit 2010 kontinuierlich von damals 71,4 Prozent auf 78,9 Prozent zur Jahresmitte 2018 (Quelle: Ifo Institut). Quelle: Unsplash
Der Hauptkostenfaktor im Baugewerbe ist und bleibt das Personal. Im Mai 2018 stiegen die Tariflöhne am Bau um 5,7 Prozent (Ostdeutschland: 6,6 Prozent). Der Mindestlohn für einfache Arbeiten liegt seit Januar 2018 bei 12,20 Euro pro Stunde. Da sich auf dem Bau – anders als in der Industrie – die Produktivität kaum erhöht, schlagen Lohnerhöhungen hier besonders auf die Kosten durch. In Zukunft ist zu erwarten, dass durch den Wettbewerb um die knappen Arbeitskräfte die Gehälter am Bau eher überdurchschnittlich steigen werden. Quelle: Pexels
Die verwendeten Baustoffe in der Baubranche entwickeln sich weiter. Stahlbeton, der Klassiker unter den Baustoffen, soll laut des größten Forschungskonsortiums der Baubranche, C3 Carbon Concrete, von Verbund-Betonarten wie zum Beispiel Carbonbeton abgelöst werden. Dieser Kompositwerkstoff aus Beton und Kohlenstofffasern macht Bauten leichter und haltbarer, erlaubt eine filigranere Architektur und senkt die Kosten für Baumaschinen und -beschäftigte. Der Bund fördert das Projekt mit 45 Millionen Euro. Quelle: Pexels
Die Markteintrittsbarrieren in der Baustoffindustrie sind hoch, denn auch hier geht es nicht mehr ohne hochkomplexe Technik. In Deutschland gibt es deshalb nur 22 Unternehmen mit 53 Zementwerken und circa 8000 Beschäftigten. Rund 20 Prozent des hierzulande produzierten Zements ist für den Export bestimmt. Der wachsende Hoch- und Tiefbau sorgte 2017 für volle Auftragsbücher in der Zementindustrie: Allein in den ersten drei Quartalen 2017 überstieg der Umsatz den des Vorjahreszeitraums um 6,2 Prozent. Quelle: Pexels
Trotz hoher Auslastung und steigendem Wettbewerbsdruck hat die Branche bisher kaum in ihre eigene Digitalisierung investiert. Anders als zum Beispiel in den Niederlanden oder Großbritannien hat sich das spezielle Bau-Planungstool Building Information Modeling (BIM) hierzulande bisher nicht etabliert, obwohl es die Planung erleichtert, neue Geschäftsfelder eröffnet und dabei hilft, teure Fehlkalkulationen zu vermeiden. Experten gehen davon aus, dass Bauunternehmen, die BIM schnell und umfassend nutzen, bereits kurzfristig große Vorteile gegenüber Konkurrenten haben. Quelle: Unsplash
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