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Smart City Wettrennen um die Stadt der Zukunft

In der nordspanischen 170.000-Einwohner-Stadt zeigen Augmented-Reality-Apps die Namen und Öffnungszeiten von Gebäuden und öffentlichen Einrichtungen an. Quelle: Deutsche Telekom

Energiesparende Gebäude, zeitgemäße Kommunikationsnetze, intelligente Verkehrsplanung: Von Wien über Santander bis New York sind Städte in aller Welt dabei, sich in Smart Citys zu wandeln. Warum investiert auch Google in die intelligente Stadt der Zukunft? Wo starten in Deutschland erste Pilotprojekte?

Aspern hat kürzlich den World Smart City Award 2016 gewonnen. Nie gehört? Kein Wunder: Aspern, auch die „Seestadt Wiens“ genannt, befindet sich noch im Bau. Bei der Planung des neuen Wiener Stadtteils, immerhin eines der aktuell größten Stadtentwicklungsprojekte Europas, hat das Aspern Smart City Research Projekt von Anfang an auf Nachhaltigkeit gesetzt. Das Ziel: Stromerzeugung, -verteilung, -speicherung und -verbrauch optimal aufeinander abstimmen und so die Energieeffizienz verbessern. Das Projekt bezieht das komplette Energiesystem der Stadt – Gebäude, Versorgungsnetz, Informations- und Kommunikationstechnologien und nicht zuletzt den Nutzer – mit ein, um den CO2-Ausstoß insgesamt zu reduzieren. Barrierefreie Passivhäuser mit Photovoltaikanlagen, Grundwasserwärmepumpen, Solarthermieanlagen, unter Verwendung von emissionsarmen Bau- und Werkstoffen: Dafür gab es in Barcelona die Auszeichnung als „Best Smart Project 2016“. Aspern ist damit ein wichtiger Baustein des Gesamtkonzepts „Smart City Wien“, das sich als Fernziel das Null-Emissionshaus als Standard gesetzt hat und zudem die Verkehrsinfrastruktur besser vernetzen und den motorisierten Individualverkehr langfristig reduzieren will.

Smart City – was gehört dazu?

Zehn Fakten zur Digitalisierung

Ob Energiesparen in Wien, smarte Ampeln im südkoreanischen Songdo, vernetzte Mülltonnen im kolumbianischen Ibague oder selbstfahrende Autos in Dubai: Auf allen Kontinenten investieren Städte in solche und ähnliche Projekte. So unterschiedlich die Kommunen an ihre Smart-City-Initiativen herangehen, das Ziel ist weltweit das gleiche: Angesichts steigender Bevölkerungszahlen und demografischem Wandel bei gleichzeitiger Urbanisierung – die Hälfte der Weltbevölkerung lebt bereits heute in städtischen Ballungsgebieten, bis 2050 wird sich laut UN der Anteil auf 70 Prozent erhöht haben – die Lebensqualität für die Stadtbewohner zu erhalten oder zu verbessern. Oder, wie es das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) präzisiert: „CO2-neutrale, energie- und ressourceneffiziente und klimaangepasste Städte von morgen“ zu realisieren. Die TU Berlin wiederum zählt „digitale Steuerungssysteme mit dazugehörenden Datenverarbeitungen in Echtzeit“ ebenso dazu wie „innovative Kommunikationssysteme“ und „große zentrale Netze“.

Google entdeckt die Stadt für sich

Investitionen zwischen 500 Milliarden und 1,5 Billionen US-Dollar wird der weltweite Markt für Smart-City-Lösungen im Jahr 2020 diversen Prognosen zufolge nach sich ziehen. Kein Wunder, dass auch viele Unternehmen in diesem lukrativen Geschäftsfeld mitmischen wollen. Der US-Konzern Alphabet etwa hat sich neben seiner Suchmaschine Google weitere Standbeine aufgebaut – darunter mit der Tochterfirma Sidewalk Labs auch ein Unternehmen, das sich auf die Stadt als Kunden spezialisiert hat. In New York City ersetzte Sidewalk 7.500 öffentliche Telefonzellen durch multifunktionale Stelen, die dem digital affinen Großstädter nicht nur kostenlose Telefonate ermöglichen, sondern auch sein Smartphone mit Gratis-WLAN und Ladestrom versorgen und einen interaktiven Stadtplan bieten. Mit der Sidewalk-Plattform Flow wiederum können Stadtverwaltungen Informationen über freie Parkplätze und die Verkehrssituation auf den Straßen zusammenführen und so ein intelligentes Parkleitsystem aufbauen. Jetzt ist Alphabet angeblich bereits auf der Suche nach einem geeigneten Stadtteil, um ihn nach seinen Plänen komplett zur Smart City umzubauen.

Santander – die Vorzeigestadt

In Europa gilt Santander an der spanischen Atlantikküste als am besten vernetzte Stadt. 20.000 Sensoren in Straßen und auf Fahrzeugen erfassen Parkflächen, Fußgänger auf Bürgersteigen oder volle Mülltonnen und messen Luftverschmutzung, Niederschlag und Verkehrsdichte. Rund 150.000 Daten täglich fließen in ein zentrales Informationssystem, mit dem die Stadtverwaltung Autofahrer zu freien Parkplätzen lotst, die Routen ihrer Müllfahrzeuge optimiert und die Bewässerung der städtischen Parks regelt. Straßenlaternen reduzieren selbsttätig die Helligkeit, wenn niemand in der Nähe ist. Augmented-Reality-Apps zeigen an, vor welchem Gebäude man steht, ob und wann ein Museum geöffnet hat oder welche Schnäppchen ein Shop gerade anbietet.

Smarte Laternen in Berlin Adlershof

So smart wären deutsche Städte vermutlich auch gerne. Erste Pilotprojekte zeigen, wie auch hierzulande die Digitalisierung Städte attraktiver machen kann. In Berlin will jetzt ein japanischer Elektronikriese das Thema voranbringen: Panasonic plant im Berliner Technologiepark Adlershof das Smart-City-Projekt „Future Living Berlin“ mit etwa 70 Smart-Home-Appartements, um „das alltägliche Leben in vernetzten Wohnungen“ zu erforschen.

Die ersten Weichen Richtung Smart City hat dort bereits ein anderes Pilotprojekt gestellt: Im Auftrag der WISTA-Management GmbH, Betreibergesellschaft des Wissenschafts- und Technologieparks Berlin Adlershof hat das Berliner Startup ICE Gateway  auf dessen Gelände 160 Straßenlaternen – äußerlich nicht sichtbar – intelligent aufgerüstet. Denn anstatt nur, wie in einer EU-Richtlinie gefordert, die bisherige Beleuchtung durch LED-Technik auszutauschen, enthält die Hardware von ICE Gateway zusätzlich Prozessor, Speicher und Module für WLAN, Bluetooth und Mobilfunk inklusive SIM-Karte. Jede Laterne lässt sich darüber individuell steuern und dimmen; das soll den Betreibern zufolge bis zu 80 Prozent Energiekosten jährlich sparen. Auf Wunsch können die Leuchten mit Sensoren zur Verkehrs- oder Wetterdatenmessung ausgestattet werden. Die Lampen sind untereinander per WLAN vernetzt und melden eigenständig an die Zentrale, wenn sie einen Defekt haben. Aufwendige, turnusmäßige Wartungsfahrten sind so nicht mehr nötig.

Datenschutz und Datensicherheit erfüllt

Für Datenschutz und Datensicherheit ist dabei gesorgt: Die in Berlin-Adlershof eingesetzten Gateways verarbeiten alle Daten zunächst lokal und senden sie anschließend verschlüsselt über das Mobilfunknetz des Technologiepartners Deutsche Telekom. Erkennt eine Laterne einen unautorisierten Zugriff, alarmiert sie sofort die Zentrale. Auch in Santander wird Datenschutz groß geschrieben – keiner der dort verbauten Sensoren erfasse personalisierte Daten, heißt es aus dem Kontrollzentrum der Universität, in dem alle Informationen zusammenlaufen. „Natürlich müssen wir die persönlichen Daten schützen, aber ohne dass wir dabei den Informationsfluss einschränken“, sagt Bürgermeister Iñigo de la Serna. „Meiner Meinung nach wird die Stadt, die sich am wenigsten restriktiv verhält, langfristig die konkurrenzfähigste sein.“

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