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Verbreitung von Brennwertheizungen Tendenz weiter steigend

Der Trend zur Brennwerttechnik ist ungebrochen. Gut so: die effiziente Heiztechnik senkt Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen um bis zu 30 Prozent. Aber das Einsparpotenzial in den Heizungskellern ist noch groß.

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Quelle: IWO

Im vergangenen Jahr lag der Brennwertanteil an den in Deutschland verkauften Ölheizkesseln bei rund 94 Prozent, bei der Gasheizung waren es knapp 87 Prozent. Das geht aus der jüngsten Marktstatistik des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) hervor. Brennwertkessel können im Falle einer Heizungserneuerung Energiebedarf und Emissionen um bis zu 30 Prozent reduzieren und machen das Heizen so effizienter und umweltschonender. Denn während konventionelle Heizungen heißes Abgas einfach zum Schornstein hinauspusten, wird es in modernen Brennwertgeräten abgekühlt und die dabei frei werdende Wärme zusätzlich zum Heizen verwendet. Brennwerttechnik bietet dabei ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis und eignet sich daher für viele Hausbesitzer als Einstieg in die Energiewende.

Vor diesem Hintergrund ist es verwunderlich, dass der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung vorsieht, den Einbau neuer effizienter Brennwertheizungen im Sanierungsfall ab 2020 nicht mehr staatlich zu fördern. Denn laut BDH entsprechen trotz der positiven Entwicklung bisher nur rund ein Drittel der Heizungen in Deutschland dem aktuellen Stand der Technik. „Damit die Energiewende gelingen kann, sind effiziente und sozialverträgliche Lösungen unabdingbar. Öl-Brennwerttechnik kann dabei helfen, zeitnah erhebliche Effizienzsteigerungen am Wärmemarkt zu erzielen. Deshalb ist die staatliche Förderung für diese Sanierungsmaßnahme gut angelegt und zahlt punktgenau auf die klimapolitischen Ziele für den Gebäudebereich ein“, betont Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO).

Fast ein Drittel der neu eingebauten Öl-Brennwertheizungen wird zudem mit Solarthermie kombiniert. Durch den zukünftigen Einsatz treibhausgasreduzierter flüssiger Energieträger bieten Brennwertheizungen langfristig sogar eine klimaneutrale Perspektive. „Ein Stopp der Förderung von Brennwerttechnik würde also wahrscheinlich nicht bloß die Heizungsmodernisierungen sondern auch den Einbau von Solarthermie bremsen“, betont Willig.

Wie effektiv die Förderung der Brennwerttechnik ist, zeigt eine einfache Rechnung: Eine Heizungsmodernisierung mit Öl-Brennwerttechnik kostet im Schnitt knapp 10.000 Euro und senkt den Energieverbrauch je nach Ausgangslage um 15 bis 30 Prozent. Der Staat bezuschusst diese Maßnahme über die KfW-Förderbank (Programm 430) mit zehn Prozent, also rund 1.000 Euro. Das bedeutet, dass mit 1.000 Euro Zuschuss eine Energie- und Treibhausgaseinsparung von 15 bis 30 Prozent ausgelöst wird. Zum Vergleich die BAFA-Förderung zur Nutzung erneuerbarer Energien: 2.000 Euro Förderzuschuss für eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung lösen eine Einsparung von zehn bis 15 Prozent aus.

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