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Aktivistischer Investor Hedgefonds Elliott übernimmt AT&T-Anteile für 3,2 Milliarden Dollar

Der Hedgefonds steigt beim US-Telekommunikationsriesen ein – und richtet direkt Forderungen an AT&T. An der Börse kommt das sehr gut an.

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Der US-Telekommunikationsriese muss sich nun mit den Forderungen von Elliott beschäftigen. Quelle: AP

Elliott steigt beim US-Telekommunikationsriesen AT&T ein und übernimmt Anteile im Wert von 3,2 Milliarden US-Dollar. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der New Yorker Hedgefonds, der vom Milliardär Paul Singer geleitet wird, skizzierte in einem Brief an den Vorstand am Montag einen vierteiligen Plan für das Unternehmen.

Das Ziel sei es, den Aktienkurs von AT&T durch Verkäufe von Vermögenswerten und Kostensenkungen um mehr als 50 Prozent zu erhöhen. In dem Brief fordert Elliott das Unternehmen auf, den Verkauf des Satelliten-TV-Anbieters DirecTV, des mexikanischen Mobilfunkbetriebs, Teilen des Festnetzgeschäfts und anderen Sparten zu prüfen. Elliott werde auch Kandidaten für den AT&T-Vorstand empfehlen. AT&T wollte sich bislang nicht dazu äußern.

Die AT&T-Aktien stiegen vorbörslich um 7,8 Prozent auf mehr als 39 Dollar – so hoch notierte die Aktie zuletzt Anfang 2018.

Elliotts Plan sieht auch aggressive Kostensenkungsmaßnahmen vor, die darauf abzielen, die Margen von AT&T bis 2022 um drei Prozentpunkte zu erhöhen. In dem Brief heißt es, der Hedgefonds habe Einsparmöglichkeiten in Höhe von über zehn Milliarden Dollar identifiziert, der Plan erfordere aber nur Kostensenkungen in Höhe von fünf Milliarden Dollar.

Elliott fordert auch eine Reihe von Änderungen in der Unternehmensführung, darunter die Trennung der Rolle des CEO und des Chairman - die derzeit von Randall Stephenson in Personalunion ausgefüllt wird.

Aus der Sicht von Elliott ist AT&T stark unterbewertet. Der Aktienkurs sei im letzten Jahrzehnt hinter dem breiteren S&P-500-Index zurückblieben. Darüber hinaus sieht der Hedgefonds eine Reihe von strategischen Fehlern in den vergangenen Jahren, von denen die gescheiterte Übernahme von T-Mobile den größten Schaden angerichtet habe. Der von der US-Regierung 2011 blockierte Deal kostete AT&T sechs Milliarden Dollar. „Die gescheiterte Übernahme hat einen tragfähigen Konkurrenten kapitalisiert“, heißt es in dem Brief.

Mehr: Das Umsatzwachstum von AT&T fiel zuletzt deutlich geringer aus als von Analysten erwartet. Das lag an schleppenden Geschäften der zugekauften Time Warner.

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