Allied Irish Banks Startschuss für Börsengang von Ex-Krisenbank

In Irland steht einer der größten Bankbörsengänge Europas bevor. Die während der Finanzkrise verstaatlichte AIB soll in Dublin und London notiert werden. Damit kommt man dem Hauptkonkurrenten zuvor.

Das fast vollständig in staatlicher Hand befindliche Geldhaus erobert die Börse. Quelle: Reuters

DublinFast ein Jahrzehnt nach der Finanzkrise soll das verstaatlichte Geldhaus Allied Irish Banks (AIB) an die Börse gehen. Die Regierung in Dublin gab am Dienstag den Startschuss für die Emission. „Angesichts des starken Fortschritts bei AIB und der derzeitigen Marktbedingungen ist es der richtige Zeitpunkt, um den Prozess einzuleiten“, sagte Finanzminister Michael Noonan.

Es solle ein Aktienpaket von 25 Prozent an den Markt gebracht werden. Dieses wäre rund drei Milliarden Euro schwer, gemessen an einer Gesamtbewertung der Bank, die Ende vergangenen Jahres 11,3 Milliarden ergab. Damit stünde AIB für einer der größten Bankbörsengänge in Europa seit der globalen Krise 2008.

AIB soll an den Börsen in Dublin und London notiert werden. Börsenprospekt und Preisspanne sollen Mitte Juni veröffentlicht werden. Das Geldhaus war damals in Schieflage geraten. 2009 wurde es vom Staat gerettet und anschließend nahezu komplett übernommen. Insgesamt musste der Steuerzahler mit 21 Milliarden Euro für AIB aufkommen. Nach jahrelanger Sanierung und einem Vorsteuergewinn von 1,7 Milliarden Euro 2016 sieht sich das Institut wieder in der Lage, eine „moderate“ Dividende von 250 Millionen Euro zu zahlen.

Es ist die erste vom Staat aufgefangene irische Bank, die eine Ausschüttung vorschlägt. Hauptkonkurrent Bank of Ireland, der sich lediglich zu 14 Prozent in öffentlicher Hand befindet, will damit erst kommendes Jahr beginnen.

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