Amerikanische Grossbank Russland-Ausstieg der Citigroup soll noch stärker ausfallen

Die Großbank will nun ihre institutionellen Kunden und Kunden der Vermögensverwaltung in Russland aufgeben. Auch der weitere Betrieb wird reduziert.

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Das Bankhaus will in Russland keine neuen Geschäfte mehr abschließen. Quelle: Reuters

Die amerikanische Großbank Citigroup will sich noch stärker als bislang geplant aus Russland zurückziehen. Das Geldhaus hatte bereits vor der russischen Invasion in die Ukraine vorgehabt, aus dem Verbraucher-Geschäft dort auszusteigen. „Wir haben nun entschieden, das Ausmaß dieses Ausstiegsprozesses zu vergrößern und weitere Geschäftslinien hinzuzunehmen“, erklärte das Bankhaus am Montag. Die Entscheidung bedeutet, dass die Bank in Russland auch ihre institutionellen Kunden und ihre Kunden in der Vermögensverwaltung aufgibt.

Der noch verbleibende Geschäftsbetrieb in Russland und das Engagement in dem Land würden weiter reduziert, erklärte die Citigroup. Unternehmenskunden in Russland würden dabei unterstützt, ihre Geschäfte dort auszusetzen und abzuwickeln. Das Bankhaus habe auch entschieden, dort keine neuen Geschäfte mehr abzuschließen. Die Umsetzung der Maßnahmen werde angesichts des Charakters von Bank- und Finanzdienstleistungsgeschäften einige Zeit in Anspruch nehmen.

Das Engagement der Citigroup in Russland liegt bei rund zehn Milliarden Dollar. Das ist das höchste Volumen von allen US-Banken. Das Geldhaus hatte bereits gewarnt, es könne im schlimmsten Szenario annähernd die Hälfte davon verlieren. Zu den finanziellen Auswirkungen der jetzt angekündigten Schritte äußerte sich die Bank am Montag nicht.

In der vergangenen Woche hatte die US-Investmentbank Goldman Sachs mitgeteilt, sie werde ihr Russlandgeschäft aufgeben. Goldman Sachs werde das Geschäft im Einklang mit den regulatorischen Bedingungen abwickeln, hatte die Wall-Street-Bank erklärt. Auch der US-Bankenprimus JP Morgan Chase hatte angekündigt, sich aus Russland zurückzuziehen. Die deutschen Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank hatten am Freitag mitgeteilt, ihr Neugeschäft dort zu stoppen.

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