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Anleihekäufe Weidmann macht Vorschläge zur geldpolitischen Behandlung von Klimarisiken

Der Bundesbank-Präsident bringt Grenzen für Käufe von Firmenanleihen aus bestimmten Sektoren ins Spiel. Falls andere Lösungen scheitern, hält er dies für eine Option.

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Der Bundesbank-Präsident hat sich bisher skeptisch zu einer „grünen“ Geldpolitik geäußert. Quelle: dpa

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist in der Diskussion über die stärkere Einbeziehung von Klimarisiken in der Geldpolitik mit neuen Vorschlägen vorgeprescht. Sollten andere Lösungen nicht gefunden werden, könnten die Laufzeiten und die Menge von Firmenanleihen aus bestimmten Sektoren im geldpolitischen Portfolio begrenzt werden, sagte Weidmann am Mittwoch auf einer Veranstaltung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).

Solch ein risikoorientierter Ansatz dürfe aber nicht verwechselt werden mit Überlegungen, das Verhalten von Firmen und Finanzinstituten aus politischen Gründen zu steuern. Mit den Mitteln der Geldpolitik Klimapolitik zu betreiben hat der Bundesbank-Präsident stets abgelehnt.

Bislang orientiert sich die EZB bei ihren geldpolitischen Anleihekäufen am Prinzip der Marktneutralität. Das heißt, sie favorisiert keine bestimmte Gruppe von Wertpapieren oder Sektoren gegenüber einer anderen, sondern bildet schlicht den Markt ab.

Doch sowohl EZB-Präsidentin Christine Lagarde als auch die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel hatten Zweifel angemeldet, ob an den Finanzmärkten Klimarisiken überhaupt angemessen widergespiegelt werden. Lagarde hat sich auf die Fahnen geschrieben, dass die Euro-Notenbank bei der Bekämpfung des Klimawandels künftig eine aktivere Rolle spielen soll. Das ist eines der Themen, mit denen sich die EZB aktuell in ihrer laufenden Strategieüberprüfung befasst.

„Und selbst wenn wir entscheiden würden, die Laufzeiten zu begrenzen oder die Menge von Unternehmensanleihen wie beschrieben, bräuchten wir immer noch einen geeigneten und transparenten Maßstab für klimabezogene Finanzrisiken“, sagte Weidmann.

Für ihn ist des daher umso wichtiger, die Informationsgrundlage zu verbessern durch Berichtspflichten und Standards für Ratings. Weidmann hatte bereits vorgeschlagen, dass von Notenbanken nur solche Anleihen erworben werden oder als Sicherheit akzeptiert werden, bei denen die Emittenten bestimmte klimabezogene Berichtspflichten erfüllen.

Auch könnte die EZB nur solche Bonitätseinstufungen von Ratingagenturen verwenden, die klimabezogene Finanzrisiken angemessen einbeziehen.

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