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Anleihenkaufprogramm EZB will im Dezember mögliche Alternativen zu Notprogramm PEPP ausloten

Die EZB will im Dezember über die Zukunft des Anleihenkaufprogramms PEPP entscheiden. Die Zentralbanker denken bereits über Alternativen nach.

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Einige EZB-Banker zeigten sich offen für eine zeitweilige Aufstockung des kleineren und älteren Anleihenkaufprogramms APP. Quelle: Reuters

Die EZB wird voraussichtlich Ende des Jahres konkret die Abkehr vom Pandemie-Krisenmodus einleiten. Wenn sich die Konjunktur normalisiere und die Covid-Lage es erlaube, werde das in der Pandemie eigens geschaffene Anleihenkaufprogramm namens PEPP seine Aufgabe erfüllt haben, betonte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos am Montag auf einem Unternehmerforum in Madrid.

Im Dezember werde die EZB über „mögliche Alternativen“ zu dem Programm entscheiden, falls dieses im März beendet werden sollte. Auch angesichts erhöhter Inflationsrisiken denken manche EZB-Währungshüter bereits über ein Abschalten des Corona-Krisenprogramms im Frühjahr nach.

Einige zeigten sich offen für eine zeitweilige Aufstockung des kleineren und älteren Anleihenkaufprogramms APP, wie die Nachrichtenagentur Reuters jüngst von mehreren mit der Diskussion in der Führungsetage vertrauten Personen erfuhr. Die monatlichen Kaufvolumina des APP von 20 Milliarden Euro fallen derzeit allerdings deutlich geringer aus als die des PEPP, das mit einem Gesamtvolumen von 1,85 Billionen Euro weit größer angelegt ist.

EZB-Chefin Christine Lagarde hat bereits signalisiert, dass auf der Dezember-Sitzung über die Zukunft dieser Käufe entschieden wird. Das PEPP-Programm ist eines der Hauptinstrumente der Europäischen Zentralbank (EZB), um den Kreditfluss an die Wirtschaft während der Corona-Krise zu stützen.

Zugleich ist die EZB mit einer erhöhten Inflation konfrontiert, die im September mit 3,4 Prozent so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr ausfiel. Ein Großteil des derzeitigen Preisauftriebs ist nach Ansicht der Währungshüter weiterhin nur temporär und durch die Folgen der Corona-Krise bedingt.

De Guindos räumte nun ein, dass Lieferengpässe auch einen „strukturellen Einfluss“ auf den Preisauftrieb habe. „Dieser Einfluss geht über das hinaus, was wir noch vor einigen Monaten erwartet hatten.“

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