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Ohne Stirn und Gehirn

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Werner Müller » Der RAG-Chef treibt seinen umstrittenen Börsenplan voran. Bei Degussa demontiert ereiligst wichtige Abteilungen. 

Erst wenige Wochen gehört das Chemieunternehmen Degussa komplett zum Ruhrkonzern RAG, doch die Verschmelzung läuft „auf Hochtouren“, wie ein Unternehmenskenner berichtet. Die Stabsabteilungen von Degussa, darunter die Personalentwicklung, stünden vor der Auflösung. Sie würden nicht etwa in die RAG integriert, sondern dort neu gebildet. „Die Degussa agiert bald ohne Stirn und Gehirn“, sagt ein Insider. Müller will die RAG im zweiten Quartal 2007 an die Börse bringen. Sein Plan: Den einstigen Kern der RAG, den subventionierten Bergbau, soll der Staat übernehmen, der dafür das Geld aus dem Börsengang einstreichen könnte. Die Entmachtung der Stabsabteilungen von Degussa schaffe „vor der politischen Sommerpause Fakten, die einen hochprofi-tablen Einzelverkauf der Degussa an strategische Investoren unmöglich machen und einen für das Land nachteiligen Börsengang vorbereiten, der uns die Altlasten aus der Kohle zuschiebt“, kritisiert ein Mitarbeiter des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums. Degussa und RAG wollten keinen Kommentar abgeben. 

andreas.wildhagen@wiwo.de 

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