WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

25 deutsche Startups Selbst erfunden statt kopiert

Seite 2/2

My-Hammer

Jeder kann bei My-Hammer Handwerks-Aufträge ausschreiben. Meist schon nach wenigen Stunden bewerben sich Betriebe und Selbstständige und unterbieten sich gegenseitig. Die Idee für das Startup, das wie die WirtschaftsWoche zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehört, hatte Ingo Endemann, der auch die Suchmaschine Abacho leitet. 150 Millionen Euro hat My-Hammer 2006 umgesetzt, mit einem Erlös aus Provisionen von etwa 1,6 Millionen Euro. Täglich schauen 50 000 Nutzer vorbei. Erst vor wenigen Wochen startete das 40-köpfige Team aus der Nähe von Düsseldorf die Arbeit an einem Ableger in Großbritannien.

MyMuesli

Mitmach-Internet gibt es jetzt auch zum Frühstück. Bei MyMuesli können sich Kunden ihr Körnerfrühstück online aus mehr als 70 Zutaten zusammenstellen. Das Passauer Startup ist eines der am meisten beachteten jungen Unternehmen des vergangenen Jahres. Sechs Monate nach dem Start lagen die Umsätze von MyMuesli im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich, die Verkäufe wachsen exponentiell. Nun wollen Hubertus Bessau, 26, Philipp Kraiss, 27, und Max Wittrock, 25, ins Ausland expandieren. Die Schweiz und die USA stehen auf ihrer Liste ganz oben.

Plazes

Das Berliner Unternehmen Plazes, bei dem Vielreisende ihren Freunden jederzeit ihren Aufenthaltsort sowie geplante Aktivitäten mitteilen können, machte eine steile Karriere: Kurz nach dem Start gab es für die Gründer Felix Petersen, 31, und Stefan Kellner, 38, knapp drei Millionen Euro Risikokapital unter anderem von Netscape-Erfinder Marc Andreessen und der Risikokapitalfirma Doughty Hanson Technology Ventures. Vielleicht ging es zu schnell; die Wachstumszahlen stagnierten im vergangenen Sommer. Seit Plazes eine neue Version gestartet hat, wächst die Zahl der Nutzer wieder, melden die Berliner. Zudem führen die Gründer Gespräche mit ersten Werbekunden.

Proximic

Das Münchner Startup betritt als eines der Ersten ein neues Zeitalter der Internet-Suche. Wie Google liefert Proximic zu den Bildschirm-Inhalten passende Texte und Anzeigen. Der Unterschied zu Google: Proximic sucht nicht nach Stichworten, sondern nach Sinnzusammenhängen, also nach semantisch passenden Inhalten. Der Vorteil: Die angezeigten Anzeigen passen besser. In den USA wird Proximic deswegen schon als Google-Killer hochgelobt. Entwickelt hat Proximic der Mathematiker Thomas Nitsche, 53, der einst den ersten deutschen Schachcomputer programmierte . Sein heute zwölfköpfiges Unternehmen gründete Nitsche zusammen mit Philipp Pieper, 34, der zuvor als Private-Equity-Manager gearbeitet hatte. In einer ersten Finanzierungsrunde sammelte das Unternehmen 4,5 Millionen Dollar Risikokapital ein. Investor ist neben Wellington auch die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.

Qitera

Auch das Kasseler Startup gehört zu den Unternehmen, die die semantische Internet-Suche voranbringen. Die drei Gründer Jörg Lamprecht, 38, René Seeber, 37, und Carlo Velten, 30, haben ein Instrument entwickelt, das Nutzern Informationen liefert, die für sie in ihrem Kontext interessant sind. Mit Qitera können sie zudem ihre eigenen Informationen wie Links, Kontakte und Dokumente in einer Art Mindmap online organisieren. Alle Mindmaps der Qitera-Nutzer werden zu einer Riesen-Mindmap des im Internet vorhandenen Wissens verknüpft. Im Kern verbindet Qitera die Funktionen von Google, Xing und Wikipedia. Das Startup ist nicht das erste Unternehmen der Gründer. Sie bauten bereits » die Bildsuchmaschine Only Solutions auf und machten sie zu Geld.

Sellaband

Auf dem im März 2006 gegründeten Musikportal verkaufen Musiker sich selbst, nicht aber an Plattenlabels, sondern an ihre Fans. Die erwerben Anteile am ersten Plattenvertrag ihrer Lieblingsmusiker, für jeweils zehn Dollar. Sind 5000 Anteile verkauft, geht es ins Studio. Die Fans werden anschließend am Gewinn der Plattenverkäufe beteiligt. Geld verdient das von dem Ex-Shell-Manager Pim Betist, 30, gegründete Unternehmen mit den Zinseinnahmen aus den Geldern, die noch nicht für einen Plattenvertrag ausgegeben wurden, durch Bannerwerbung auf der Seite und durch anschließende Plattenverkäufe. Zwölf Künstler haben es schon ins Studio geschafft; insgesamt investierten die Fans 1,3 Millionen Dollar. Mitgründer von Sellaband sind zwei ehemalige Sony/BMG-Manager.

Soundcloud

Soundcloud ist eine Art Youtube für Musik. Das Berliner Startup, das gerade für den Start zurechtgemacht wird, bringt eine Plattform für professionelle Musiker ins Netz. Sie können ihre neuen Lieder hochladen, kommentieren und von ihren Freunden oder Fans bewerten lassen. Geld verdienen will das von den Schweden Eric Wahlforss, 28, und Alexander Ljung, 26, gegründete Startup über Mitgliedsgebühren. Investor ist der ehemalige WirtschaftsWoche-Gründerpreisträger und Gate5-Gründer Christophe Maire.

Syncing.net

Das Berliner Startup Syncing.net löst ein Problem, das jeder Outlook-Nutzer mehrerer Computer kennt: Es synchronisiert Termine, E-Mails und Aufgaben auf allen Rechnern über das Internet. Obwohl das Programm erst in der Testphase ist, nutzen es bereits 1500 Kunden. Die Idee hatte der Programmierer André Hacker, 24. Er leitet das Unternehmen zusammen mit Matthias Kandeler, 29, der vorher für das Marketing in einer Softwarefirma zuständig war.

Telebid 

Telebid macht Auktionen zu einem nervenaufreibenden Spektakel – einem unberechenbaren Gewinnspiel, sagen Kritiker. Die Auktionen starten bei null Euro. Jedes Gebot, das den Nutzer 50 Cent kostet, lässt den Preis um zehn Cent steigen und verlängert die Auktion um 20 Sekunden. Pro Monat macht Telebid damit eine Million Euro Umsatz. Gründer: Gert Hügler (Ex-Vobis-Chef), 50, und Manfred Hasseler, 47, (Ex-3Com-Geschäftsführer).

Trade a game

Marcus Börner, 22, und Lawrence Leuschner, 25, wollen die größten Spielehändler Europas werden. Sie betreiben einen Spieleladen im Netz, der gebrauchte Computerspiele in Zahlung nimmt und neue zu Discountpreisen verkauft. 2007 machte Trade a game 500.000 Euro Umsatz. Demnächst müssen sie sich zwischen einem Risikokapitalgeber oder einem Handelskonzern als Investor entscheiden. Dann wollen sie den Schritt nach England wagen.

Trupoli

Bei Trupoli sollen Menschen die Aussagen von Politikern bewerten und darüber diskutieren. Dabei will das Münchner Unternehmen, das 1000 aktive Nutzer hat, eine neue Art von Meinungsforschung entwickeln. Die Gründer sind Anian Leistner, 30, Rudolf Zeilhofer, 36, Johnnes Zumpe, 29. Business Angel wie Peter Schüpbach (Netmoms, Amiando) haben im sechsstelligen Euro-Bereich investiert.

Viif

Vor wenigen Wochen ist die Handy-Videoplattform Viif gestartet. Nutzer können unterwegs Filme über ihr Mobiltelefon auf das Portal laden. Die Kosten für solche Videoanrufe liegen bei durchschnittlich 39 Cent, von denen Viif ein Fünftel bekommt. Auch Nachrichten oder MTV-Videoclips können sich die Kunden ansehen oder Kinotrailer aufs Handy ziehen. Die Nutzerzahl des Portals liegt im fünfstelligen Bereich. Zwei der fünf Gründer haben schon Erfahrung mit Mobilfunk gesammelt: Daniel Höpfner, 31, hat mit Christian Marsch, 31, in mehreren Mobile-Unternehmen gearbeitet, zuletzt im Silicon Valley. 15 Mitarbeiter werkeln für Viif in Berlin.

Weblin

Im Internet bewegen sich Menschen anonym. Das ist ein Problem, glaubt man bei dem Hamburger Unternehmen Weblin. Deswegen stattet Weblin seine Nutzer mit Avataren aus, das sind künstliche Figuren. Besuchen Web-lin-Nutzer eine Seite, auf der sich ein anderer Weblin-Nutzer befindet, sehen sie einander und können sich austauschen. Geld verdienen will Weblin mit Werbung. 22 Mitarbeiter beschäftigen die Gründer Heiner Wolf, 41, und Christine Stumpf, 38, die sich von der Arbeit in einem Karlsruher Softwareunternehmen kennen.

Wunderloop

Wunderloop weiß, was Sie letzten Sommer getan haben. Die Software des Hamburger Unternehmens beobachtet Internet-Nutzer, analysiert, welche Webseiten sie sich angesehen haben und bringt anschließend passende Werbung auf den Schirm. In der Fachsprache heißt das „Behavioral Targeting“. Der ehemalige Verlagsmanager Ulrich Hegge, 41, und sein Kompagnon Frank Conrad, 44, betreiben schon das zweite Unternehmen dieser Art. Wunderloop beschäftigt mehr als 50 Mitarbeiter, unter anderem in Hamburg, London, Madrid, und Paris.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%