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Akten der Schweizer Bank Julius Bär offen im Internet Steuerskandal: Wieder geheime Steuerdaten auf Wikileaks

Die Internetseite Wikileaks, die erst kürzlich die Schweizer Privatbank Julius Bär mit Hilfe eines Gerichts in Kalifornien sperren ließ, ist wieder frei zugänglich und präsentiert geheime Daten von Kunden der Bank. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, ist die Site inzwischen auf die Weihnachtsinseln umgezogen.

Quelle: handelsblatt.com

DÜSSELDORF. Die Internetseite » Wikileaks, die erst kürzlich die Schweizer Privatbank Julius Bär mit Hilfe eines Gerichts in Kalifornien sperren ließ, ist wieder frei zugänglich und präsentiert geheime Daten von Kunden der Bank. Wie die » WirtschaftsWoche berichtet, ist Wikileaks inzwischen auf die Weihnachtsinseln im Indischen Ozean umgezogen und veröffentlicht Angaben von mehreren Dutzend Kunden, die Vermögen in Millionenhöhe in Trusts auf den Cayman Inseln angelegt haben, darunter etliche Deutsche. Die Trusts der Karibik-Inseln sind ähnlich aufgebaut wie die umstrittenen Privatstiftungen Liechtensteins. Wer Wikileak betreibt, ist unbekannt.

Die anonymen Anschuldigungen sind gespickt mit Hunderten Dokumenten, die detaillierte Angaben zu Zahlungsströmen, Trust-Strukturen und sogar Gebühren enthalten alles frei einsehbar. Martin Somogyi, Sprecher der Bank Julius Bär in Zürich, sagte dem Magazin, die Dokumente seien "teilweise gefälscht" und bestätigte damit zugleich, dass einige Akten echt sind.

Zudem sind die auf der Internetseite veröffentlichten Unterlagen der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl echt, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft gegenüber der WirtschaftsWoche bestätigte. Unbestritten ist, dass beim Julius-Bär-Ableger auf den Cayman Islands bis 2002 umfangreiche Datenbestände gestohlen wurden.

Die für die Liechtenstein-Fälle zuständige Staatsanwaltschaft Bochum sowie mehrere Oberfinanzdirektionen wollten gegenüber die WirtschaftsWoche weder bestätigen noch dementieren, ob sie inzwischen auch den auf Wikileak dokumentierten Fällen von Steuerhinterziehung durch deutsche Kunden von Julius Bär nachgehen.

Derweil hat der bisherige Vorstandschef der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, hat einen Imageberater engagiert, um die Folgen des Liechtensteiner Steuerskandals und der öffentlichen Hausdurchsuchung besser bewältigen zu können.

Wie die » WirtschaftsWoche berichtet, hat Zumwinkel den früheren Kommunikationschef des Energiekonzerns RWE, Dieter Schweer, verpflichtet. Schweer soll Zumwinkel vor aufdringlichen Journalisten abschirmen und Patzer in der Öffentlichkeit verhindern. Zu dem Auftrag kam Schweer dank einschlägiger Erfahrung. Nachdem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im ersten Mannesmann-Prozess eine denkbar schlechte Figur abgegeben hatte, sorgte Schweer bei der Wiederaufnahme des Verfahrens 2006 im Hintergrund für ein besseres Image in den Medien.

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