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Analyse: Zwei Jahre Finanzkrise Wo Vermögen noch sicher ist

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Lebenspolicen: Steuervorteile als Köder

Stabile Heimat

In der Finanzkrise setzen Anleger seltener auf Lebensversicherungen, das Geschäft der Anbieter ging nach Zahlen des Beratungsunternehmens Towers Perrin 2008 um 4,5 Prozent zurück. Besonders fondsgebundene Lebensversicherungen kamen unter die Räder, allein im vierten Quartal 2008 brach das Neugeschäft um fast 30 Prozent ein. Und das Ende der Fahnenstange ist nicht erreicht. „Wir erwarten, dass das ganze Ausmaß der Finanzkrise im Markt der fondsgebundenen Versicherungen erst bis Ende 2009 sichtbar wird“, sagt Marcel Schmitz von Towers Perrin. Nur fondsgebundene Versicherungen mit Garantien dürften sich dem Einbruch entziehen, so Schmitz.

Policen mit magerer Rendite

Um gegenzusteuern, ködern Versicherer Anleger mit Steuervorteilen. Da der Steuerbonus bei der klassischen Lebensversicherung fast verschwunden ist, preisen die Vermittler vor allem Riester-Produkte an, bei denen die Beiträge steuerfrei bleiben – und setzen damit auf klassische Reflexe. Steuervorteile sind für viele Anleger eben noch immer das beste Argument.

Möchtegern-Steuersparer sollten aber wissen: Selbst wenn Steuervorteile zum Tragen kommen, ist die Rendite einer Lebensversicherung oft mager. Denn mindestens ein Viertel der Beitragszahlungen geht für Verwaltung, Vertrieb und andere Zusatzkosten drauf. Auf die restliche Prämie erhalten die Versicherten einen garantierten Mindestzins, der bei Neuverträgen aber nur noch bei 2,25 Prozent liegt. Versicherte mit älteren Verträgen bekommen mehr: Zwischen 1994 und 2000 lag der Garantiezins zum Beispiel noch bei vier Prozent.

Noch können die Versicherer ihre Garantien erfüllen. In diesem Jahr liegt die Verzinsung auf den Gesamtbeitrag nach Angaben der Ratingagentur Assekurata knapp über vier Prozent. „Das geht jedoch nur, da die Versicherer einen Teil ihrer Reserven einsetzen“, sagt Lars Heermann, Versicherungsanalyst beim Ratingspezialisten Assekurata.

Zwei, drei magere Jahre

Entwickeln sich Kapitalmärkte und Zinsen bis Jahresende nicht deutlich positiver, hält Heermann nächstes Jahr Renditen von weniger als vier Prozent für realistisch. „Die Versicherten müssen sich auf zwei, drei magere Jahre einstellen, bevor die Renditen wieder auf Normalniveau steigen“, meint Jörg Finsinger, Wirtschaftsprofessor an der Uni Wien.

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