WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Analyse: Zwei Jahre Finanzkrise Wo Vermögen noch sicher ist

Seite 7/8

Vorsicht: Die Krise ist noch nicht vorbei

Hoffnungsrally vorbei?

Ob Bankaktien, Garantiezertifikate oder Hochzinsanleihen – die meisten derzeit besonders gefragten Investments werden nur bei stabilen Märkten die Erwartungen erfüllen. Wenn es noch mal abwärts geht, drohen Anlegern hohe Verluste. Das ist keineswegs auszuschließen: Bankensektor und Weltwirtschaft sind noch nicht annähernd über den Berg, einigen Optimisten zum Trotz. Zwar weisen einige Banken wieder Milliardengewinne aus, doch die stammen zu einem Großteil aus der Aufweichung von Bilanzregeln – und zu einem anderen großen Teil aus der Spekulation mit Steuergeldern und billigem Geld der Zentralbanken.

Zudem steht eine weitere Abschreibungswelle bevor: In Europa haben die Banken bisher umgerechnet 454 Milliarden Dollar Finanzkrisenverluste abgeschrieben, der Internationale Währungsfonds rechnet bis Ende 2010 mit weiteren 450 Milliarden. Diese Zahl könnte, wie schon so oft in den letzten zwei Jahren, deutlich zu niedrig gegriffen sein. Angesichts der Arbeitslosigkeit – die in Deutschland erst nächstes Jahr richtig anschwellen wird – und der wachsenden Zahl von Unternehmenspleiten stehen den Banken horrende Abschreibungen auf Kredite an Privat- und Firmenkunden bevor. Hinzu kommt: Die Kursgewinne der vergangenen Monate auf so gut wie allen Märkten sind in erster Linie von überbordender Liquidität getrieben. Schließlich haben Staaten und Notenbanken die Finanzinstitute mit günstigem Geld versorgt, das derzeit in alle Märkte fließt, die während des Crashs unter die Räder kamen – in Rohstoffe, Hochzinsanleihen, Aktien.

Die nächste Blase bildet sich bereits

Die nächste Blase bildet sich also bereits, denn ein Fundament für die Zuwächse gibt es nicht. Die Dax-30-Konzerne etwa sind wieder erschreckend hoch bewertet. Auf Basis gemeldeter Erträge beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis 25,95 – fast derselbe Wert wie Ende 2001 (25,65). Damals, mitten in der letzten großen Baisse, stand ein 15-monatiger Kursrutsch bevor, der Dax sackte von 5000 auf 2200 Zähler ab.

Zudem sollten Anleger einkalkulieren, dass die Dax-30-Konzerne in den vergangenen Jahren rund 160 Milliarden Euro an Kaufpreiszuschlägen aus Akquisitionen in den Bilanzen aufgetürmt haben. Auf einen Großteil davon drohen Abschreibungen. Diese Abwertungen mit eingerechnet, kosten die Dax-Aktien derzeit etwa das 2,4-fache Eigenkapital (Buchwert). Üblich für Tiefpunkte an den Börsen sind Buchwerte deutlich unter dem Faktor 1,0.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%