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Analyse: Zwei Jahre Finanzkrise Wo Vermögen noch sicher ist

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Lehren aus dem Crash: gefährliche Gier

Angesichts solch fragiler Aussichten könnten Anleger noch bereuen, dass sie nicht weiter auf Sicherheit gebaut haben. Spätestens jetzt sollten sie sich klarmachen: Die Krise war kein kurzes Zwischenspiel, sie hat die Rahmenbedingungen für Investments auf Jahre hinaus verändert. Deshalb gilt es, umzudenken und sich an neuen Regeln zu orientieren:

Neue Regeln

Sicherheit vor Rendite

. Das letzte Prozent Rendite ist oft viel zu zu teuer erkauft – Kaupthing-Kunden und Besitzer von Lehman-Zertifikaten können ein Lied davon singen. Also: Lieber drei Prozent mit soliden Staatsanleihen als vier oder fünf Prozent in Island oder anderswo. Und Aktien langweiliger Versorger sind besser für die Nerven als Papiere von Banken.Flexibel und liquide bleiben. Wenn’s kracht, müssen Anleger schnell reagieren. Unmöglich, wenn ein Großteil des Geldes fest angelegt ist und etwa in Lebensversicherungen steckt. Wegen unsicherer Aussichten sind lange Bindungen derzeit nicht zu empfehlen – zumindest in Gelddingen. Flexibilität hilft auch, wenn sich unerwartet Chancen bieten. Das heißt: Pulver trocken halten und das Tagesgeldkonto nicht leer räumen.Bonität und Transparenz. Wer steckt hinter einem Produkt, wie ist es gesichert, wie funktioniert es? Komplizierte Produkte finanzschwacher Emittenten gehören nicht ins Depot. Selbst scheinbar simple Indexfonds können auf komplexen Swap-Geschäften basieren. Der Blick in Wertpapierprospekte bleibt unerlässlich. Grundsätzlich gilt: je einfacher, desto besser.

Sachwerte ja, aber richtig.

Immobilien bleiben sinnvoll, wenn der Standort klug gewählt ist. In Deutschland ist der Markt stabiler als in anderen Ländern. Aber die Devise lautet: Lieber echte Steine als Fonds. Gerade geschlossene Fonds binden Anleger viel zu lange und sind außerdem zu teuer.Gold gehört in jedes Depot. In den nächsten Jahren ist mit deutlich höherer Inflation zu rechnen. Den besten Schutz liefert Gold – physisch, nicht in Form irgendwelcher Derivate. Denn das Edelmetall ist anders als Papiergeld nicht beliebig vermehrbar und deshalb ein perfekter Stabilitätsanker.Dem Bankberater misstrauen. Spätestens die Finanzkrise hat deutlich gemacht: Die Kundenberater in den Banken sind keine höflichen Schalterbeamte, sondern profitorientierte Verkäufer – und bieten in erster Linie Produkte an, die hohe Provisionen abwerfen. Wer selbst auswählt, statt Angebote von der Stange zu kaufen, ist besser dran.Ruhe bewahren. Bis ein nachhaltiger Aufschwung an den Börsen kommt, können Jahre vergehen. Statt bei fragwürdigen Höhenflügen mithalten zu wollen, sollten Anleger deshalb abwarten. Das kann zeitweise Rendite kosten, schützt aber vor Verlusten.

Und sicher ist: Irgendwann kommt der große Aufschwung – auch wenn der vielen derzeit ähnlich unvorstellbar erscheint wie im Juli 2007 eine Pleitenwelle bei Banken.

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