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Andere Länder - andere Sitten Etikette macht Karriere

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Russland

Aberglaube

Vorsicht bei Dekorationen! Mit bestimmten Farben und Zahlen assoziieren Russen Gutes oder Schlechtes. Positiv: Rot (Schönheit, Auferstehung, Liebe), Grün, Blau, Drei, Sieben, Zwölf. Negativ: Schwarz, Dreizehn. Weiß steht für Reinheit, aber auch für Trauer. Anrede Die typische Form besteht aus Vornamen und sogenannten Vatersnamen, dem abgewandelten Vornamen des Vaters. Heißt Ihr Gegenüber Sergej und sein Vater Oskar, lautet die Anrede: „Sergej Oskarowitsch“. Mit hierarchischen Titeln werden nur hochrangige Personen wie Generaldirektoren oder Minister angeredet. Bewirtung Operatives regelt man beim Lunch, das preiswert bleiben darf. Beim Abendessen sollten Sie aber nicht knausern! Hier werden Freundschaften vertieft. Distanzzone Der Körperabstand in Russland ist geringer als bei uns. Im Gespräch wird auch schon mal der Arm berührt oder auf die Schulter geklopft. Ein Sympathiebeweis! Wenn man sich besser kennt, geht das – auch unter Männern – bis zur Umarmung oder zum Wangenkuss. Ernst Seien Sie am Anfang nie zu freundlich. Betont lockeres und humorvolles Auftreten stößt Russen als zu amerikanisch auf. Es kann sogar als Schwäche ausgelegt werden. Der Ton wird freundlicher, je besser man sich kennt. Frauen Von Frauen wird famoses Aussehen und verbale Zurückhaltung erwartet. Als Frau kann es Ihnen passieren, dass ein älterer Geschäftspartner Ihrem Kollegen ausgiebig die Hand schüttelt und Ihnen nur ein Nicken schenkt. Das wechselt aber. In modernen Unternehmen nimmt die Zahl der Frauen im Management zu. Gefälligkeiten Fördern das Vertrauen und werden erwartet. Ein Russe würde nicht verstehen, dass Sie ihm die Bitte abschlagen, beim Visumantrag zu helfen oder sich in Deutschland über Ausbildungschancen für seine Kinder zu erkundigen. Umgekehrt werden Gefälligkeiten nicht vergessen. Geschenke Geschenke mitzubringen, gehört zum guten Ton. Ihr Wert, der persönliche Bezug und die Sorgfalt bei der Auswahl sollten mit der Dauer und Tiefe der Beziehung zunehmen. Blumen sind gut, aber: In gerader Zahl schenkt man sie nur bei Begräbnissen. Gelbe und weiße Blumen werden mit Trauer und Verlust assoziiert. Härte Zugeständnisse sollten Sie nur mit Gegenleistungen machen. Und begründen Sie Ihr Einlenken mit persönlicher Sympathie und dem Interesse an einer langfristigen Beziehung. Wer zu schnell Kompromisse eingeht, wirkt schwach – und wird nicht geschätzt. Hierarchie Der wichtigste Mann im Unternehmen ist der Chef. Halten Sie sich stets an ihn, denn in den meisten Unternehmen passiert nichts, was nicht über seinen Tisch gegangen ist. Delegiert wird wenig. Kulturkenntnis Russen sind belesen und interessieren sich sowohl für Technik und Naturwissenschaften als auch für Kunst, Musik und Literatur. Wer abends auf hohem Niveau mitplaudern kann, gewinnt an Format. Gut, wer mal ein Werk von Tolstoi, Dostojewski oder Puschkin gelesen hat. Pünktlichkeit Deutsche stehen im Ruf pünktlich, worttreu und diszipliniert zu sein. Das ist ein Bonus, den man nutzen sollte. Umgekehrt: Wer die Erwartungen enttäuscht, verliert enorm an Sympathie. Sprache Wer etwas erreichen will, sollte Russisch sprechen, zumindest aber einen Dolmetscher haben. Mit der Sprache halten es viele Russen wie die Amerikaner: unsere Sprache oder keine. Temperament Verliert ein Russe die Contenance, sollten Sie ihm selbstbewusst und entschieden begegnen – nie belehrend. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen, wenn er auf den Tisch haut oder wutschnaubend den Raum verlässt. Das ist Temperament – zuweilen auch Taktik. Trinksprüche Um das Wodkatrinken kommt man oft nicht herum. Der erste Trinkspruch ist Sache des Gastgebers. Später wird aber auch ein Toast vom Gast erwartet. Trinksprüche drehen sich häufig um Freundschaft, das Leben oder die Schönheit der Frauen. Den Gastgeber zu loben, ist nie verkehrt.

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