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Andere Länder - andere Sitten Etikette macht Karriere

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Frankreich

Begrüßung

Der frühere Staatspräsident Jacques Chirac begrüßte zwar Kanzlerin Angela Merkel mit Handkuss. Doch ist der längst aus der Mode. Wer eine Dame schon besser kennt, begrüßt sie mit jeweils einem angedeuteten Kuss auf die linke und rechte Wange, in manchen Regionen können es bis zu vier Küsschen sein. Aber bitte nie beim Erstkontakt! Diplomatie Wer mit der Tür ins Haus fällt, gilt als unhöflich. Geben Sie ab und an ruhig Fehler zu. Das gilt hier als Tugend. Wer nur Stärken präsentiert, fällt eher unangenehm auf. Dasselbe gilt für Rechthaberei. Wichtiger ist, diplomatisch zu bleiben und das Gesicht des anderen zu wahren. Offener Streit wird vermieden. Dresscodes Bei manchen Einladungen wird die Kleiderordnung angegeben. Tenue de soirée bedeutet etwa Abendgarderobe, also dunkler Anzug und Krawatte, beziehungsweise Abendkleid. Bei Tenue de ville wird ein legerer Anzug beziehungsweise Kostüm erwartet. Die Krawatte kann weg bleiben. Einladungen Sollten nie abgelehnt werden. Unhöflich! Bei Zeitmangel kann man aber auf ein Bistro ausweichen. Nach wie vor wird in Frankreich vieles beim Essen verhandelt oder Kontakte werden vertieft. Empfänge Selbst bei offiziellen Anlässen ist eine Krawatte nicht unbedingt Pflicht. Besucher bei Staatspräsident Nicolas Sarkozy erschienen auch schon mal mit offenem Hemdkragen. Ein Anzug oder eine Kombination sind allerdings ein Muss. Geschenke Bei privaten Einladungen ist es üblich, der Dame des Hauses einen Blumenstrauß oder Pralinés mitzubringen. Die Blumen sollten nicht ausgepackt werden, weil die oft kunstvolle Verpackung Teil des Präsents ist. Kavalier Gegenüber Damen ist man(n) in Frankreich stets Kavalier. Es ist selbstverständlich, einer Frau in und aus dem Mantel zu helfen. Natürlich hält er ihr immer die Tür auf. Und im Restaurant werden Frauen grundsätzlich zuerst bedient. Erst wenn allen Damen serviert ist, sind die Herren dran. Erst wenn alle etwas haben, wird mit dem Essen begonnen. Nachtisch Ein Dessert nach dem Essen ist heute kein Muss mehr. Dafür wird meist Kaffee getrunken. Es kann auch ein Deca (ohne Koffein) oder eine Tisane (Kräutertee) sein. Erst dann wechselt übrigens das Gespräch zum Geschäftlichen. Nie vorher! Prosten Lautes Zuprosten und Anstoßen gilt als unfein. Üblich ist allein, das Glas zu erheben und ein Anstoßen anzudeuten. Rechnung Getrennte Rechnungen kennt man in Frankreich nicht. Einer zahlt stets für alle am Tisch. Als Trinkgeld werden ein paar Münzen liegen gelassen – aber ohne Kommentar à la „Stimmt so“. Die Franzosen geben weniger Trinkgeld als die Deutschen. Zehn Prozent sind schon das Maximum. Restaurant Nie eigenständig einen Tisch ansteuern! Richtig: Warten bis der Ober einen anspricht und zum Tisch führt. Sein Vorschlag darf allerdings auch abgelehnt und ein anderer Tisch gewünscht werden. Vorbereitung Ist zwecklos. Bei Franzosen ist in Meetings alles offen – und möglich. Manche Entscheidung entsteht gar spontan während der Kaffeepause. Wein Zu Geschäftsessen ist Wein üblich, sollte aber in Maßen getrunken werden. Ein Glas reicht. Nach dem Hauptgang wird der Wein abgeräumt. Zeit Ist in Frankreich ein dehnbarer Begriff, Veranstaltungen beginnen selten pünktlich.

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