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Blog Schall und Rausch Claudio Monteverdi – L’Orfeo (Claudio Cavina)

Im vergangenen Jahr feierte die Oper ihren 400. Geburtstag - es war im Jahre 1607, als Claudio Monteverdi den Prototypen des modernen Musikdramas schuf: „L’Orfeo“, eine klanglich wie textlich gleichermaßen farbenreiche Fabel nach der griechischen Sage von Orpheus und Eurydice, die noch dazu mit dem selbstbewussten Auftritt der „Musik“, die als allegorische Figur im Prolog die Bühne betritt: mit Pauken und Tropeten.

Cover der CD

Monteverdis Meisterwerk ist mittlerweile in zahlreichen hervorragenden Einspielungen erhältlich; was diese Aufnahme von Dirigent Claudio Cavina und seinem italienischen Ensemble La Venexiana vor allen anderen auszeichnet, ist ihre verinnerlichte, ganz und gar aus dem Geist der frühen Madrigale Monteverdis geborene Konzentration. Dabei kommt es den Italienern hörbar zugute, dass sie die Madrigalbücher Monteverdis bereits in vortrefflicher Weise eingespielt haben: Cavina versteht das Werk konsequent aus seiner Entstehungszeit heraus – und setzt damit einen ruhig fließenden, introspektiven Kontrapunkt zu den expressiven Dramen, die zuletzt seine Kollegen Emmanuelle Haim und René Jacobs aus der Partitur herausgemeißelt haben.

Entsprechend stellt Cavina seine Solisten nicht an die Rampe, um der Welt ihr Leid klagen zu lassen, sondern auf die Bühne, um ihren emphatischen Selbstgesprächen zu lauschen. Der Hörer ist dem höchst lebendigen, farbenreich insrumentierten und stimmlich so zurückhaltend wie hervorragend besetzten Kammerspiel dadurch nicht nur glücklich ausgeliefert; sondern wandert vom Auditorium gleichsam auf die Bühne - und wird zum mitleidvollen Teilnehmer des erschütternden Geschehens. (Glossa)

Wertung (maximal fünf Sterne): * * * * *

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