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Büro Hilfe, mein Chef spinnt

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Falls alles nichts hilft, bleiben drei Möglichkeiten: "Love it, change it, leave it."

Die Situation verlassen (leave it). Die Flucht nach vorne ist der vermeintlich leichteste Weg. Vorab jedoch sollten Betroffene abklären, ob sie das wirklich wollen. Überwiegen die Kosten oder die Nutzen? Wo lauern eventuelle Risiken und Gefahren? Lässt sich überhaupt auf die Schnelle ein adäquater Job finden? Und welche Schritte müssten dafür unternommen werden?

Die Situation ändern (change it). Kein Zweifel, dies ist die Königsdisziplin des Umgangs mit verrückten Chefs. Einen Versuch ist es vielleicht wert. "Aber nur, wenn der Vorgesetzte zu konstruktiver Kritik fähig ist", sagt der Schweizer Psychiater Gerhard Dammann. Andernfalls rät er dazu, den Chef des Chefs anzusprechen, eventuell im Bündnis mit anderen Mitarbeitern, denen es ähnlich geht. Vorher sollte man sich jedoch klarmachen, was genau man eigentlich ändern will – und welchen Beitrag man selbst dazu leisten könnte.

Die Situation lieben lernen (love it). Im Kern geht es darum, die Lage zu akzeptieren, bevor sich die ersten Magengeschwüre ausbreiten. Hat die Situation vielleicht doch irgendetwas Gutes? Was lässt sich daraus lernen? Wie würde die Lage erträglicher? Zugegeben, hier laufen Angestellte Gefahr, nicht nur den Spaß am Job zu verlieren, sondern auch die Nerven. Der Charme dieser Option liegt jedoch darin, aller Voraussicht nach den Untergang des Chefs live mitzuerleben – denn nachhaltig ist Psychopathie in der Chefetage sicher nicht. Vielmehr zerlegen die Wahnsinns-Chefs sich selbst. Mal früher, mal später.

Zahlreiche Studien haben in der Vergangenheit gezeigt, dass arrogante, egoistische und selbstverliebte CEOs öfters riskante Übernahmen eingehen, dafür tendenziell zu viel Geld zahlen und überdurchschnittlich häufig ihre Strategie ändern. Das sorgt irgendwann für immer mehr Konflikte im Team und führt letztlich häufig zum Karriereende.

So wie beim einst gefürchteten Kettensägen-Al: Einige Jahre nach seinen Massenentlassungen feuerte ihn der Aufsichtsrat des Haushaltsgeräteherstellers Sunbeam. Die US-Börsenaufsicht SEC verdonnerte ihn wegen Bilanztricksereien zu umgerechnet etwa 350 000 Euro Strafe – und verbot ihm, je wieder ein Unternehmen zu führen oder in irgendeinem Verwaltungsrat Platz zu nehmen.

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