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Bundesliga-Trainer Felix Magath "Geld ist nie die richtige Stimulanz zum Halten von Spielern"

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Felix Magath Quelle: Frank Reinhold für WirtschaftsWoche

Bedeutet die Doppelfunktion als Trainer und Manager auch doppelt so viel Arbeit?

Zumindest empfinde ich es nicht als doppelt so belastend. Aber ich mache auch Termine abends oder am Wochenende – mit Spielern, Beratern, Sponsoren. Da gibt es kein Zeitlimit. Meine Frau unterstützt das, lebt mit unseren drei Kindern in München, so kann ich länger arbeiten. Sie war selbst Managerin, von ihr weiß ich, dass Führungskräfte in der Wirtschaft von morgens bis abends zur Verfügung zu stehen haben.

Warum wohnen Sie dann nicht auf Schalke, sondern in Düsseldorf?

Zum ersten Mal lebe ich bewusst nicht an dem Ort, an dem ich arbeite. So kann ich Job und Freizeit besser trennen, mich morgens auf dem Hinweg auf meinen Arbeitstag einstimmen, auf dem Rückweg abschalten. Ab und an lasse ich mich auch fahren.

Was überlassen Sie noch anderen?

Ich habe ein erprobtes Team um mich, das ich über Jahre aufgebaut und von Arbeitgeber zu Arbeitgeber mitgenommen habe. Auf diese Truppe kann ich mich völlig verlassen, viele Aufgaben an sie delegieren. Trotzdem stehe ich bei fast jeder Trainingseinheit auf dem Platz. Ich brauche die Nähe zur Mannschaft. Nur so kann ich den Leistungsstand der Spieler beurteilen.

Die mit Ihrem Konditionstraining nicht immer froh sind.

Das gehört dazu. Auch Sie sind doch nicht immer begeistert von Ihrer Arbeit. Wer erfolgreich sein will, muss unangenehme Dinge anpacken. Und lernen, sich zu überwinden, wenn er besser sein will als andere.

Weil Qualität für Sie von quälen kommt?

Der Satz hat seine Berechtigung, wird mir aber zu Unrecht untergeschoben. Ich halte es lieber mit einer anderen Maxime: Disziplin bringt Erfolg, und Erfolg zerstört Disziplin.

Wie erzeugen Sie diese Disziplin unter den Spielern, Ihrem Personal?

Ich bin nicht ihr väterlicher Freund. Ich halte Abstand – die Spieler siezen mich, ich duze sie. Ich versuche ihnen so emotionslos wie möglich zu begegnen.

Sind Emotionen nicht leistungssteigernd?

Exzellenz kann ich aus meinen Spielern nur rauskitzeln, wenn ich auch mal unangenehm sein kann. Ich glaube nicht, dass jemand freiwillig Höchstleistungen abliefert – da kann es auf dem Platz oder in der Kabine schon mal laut werden. Ich bin derjenige, der vorgibt, wohin die Mannschaft marschieren soll. Da gibt es auch kein Mitspracherecht. Um eine Truppe von 20, 30 Leuten aus 16 verschiedenen Nationen zusammenzuhalten, kann ich nicht auf alle eingehen. Da sind klare Vorgaben unverzichtbar – und deren Einhaltung. Nur so gibt es Erfolg. Und der schweißt zusammen.

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