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Chronik Finanzkrise: Vom Immobilienboom zum Börsen-Crash

Seite 21/23

Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: AP

13. Februar 2009: Der Bundestag beschließt das zweite Konjunkturpaket zur Bekämpfung der Wirtschafts- und Finanzkrise. Mit einem Volumen von 50 Milliarden Euro ist es die größte staatliche Konjunkturstütze, die es jemals in Deutschland gab.

14. Februar 2009: Der US-Kongress verabschiedet ein gigantisches Konjunkturpaket über 790 Milliarden Dollar. Die Mehrheit für das Programm fällt allerdings äußerst knapp aus. Der Großteil des Geldes ist für staatliche Investitionsprojekte vorgesehen, zudem gibt es Steuererleichterungen.

Weg frei für eine Enteignung der Hypo Real Estate

16. Februar 2009: Trotz schwarzer Zahlen schlüpft der Wiesbadener Immobilienfinanzierer Aareal Bank unter den staatlichen Rettungsschirm. Die Diskussion über eine mögliche Verstaatlichung der Hypo Real Estate spitzt sich zu.

18. Februar 2009: Das Kabinett beschließt das Enteignungsgesetz. Damit kann die Hypo Real Estate verstaatlicht werden, und die Aktionäre der von der Pleite bedrohten Bank können enteignet werden. Die Hürden dafür liegen jedoch hoch, die Enteignung soll nur die letzte aller möglichen Optionen darstellen. Die Commerzbank kündigt unterdessen für 2009 ein strenges Sparprogramm an: Boni für Mitarbeiter werden ebenso gestrichen wie die Dividende.

Staaten planen stärkere Regulierungen

22. Februar 2009: Um eine einheitliche Marschrichtung für den G20-Gipfel Anfang April in London festzulegen, treffen sich mehrere europäische Staats- und Regierungschefs in Berlin. Ganz oben auf dem gemeinsamen Forderungskatalog steht: Alle Finanzmärkte, -produkte und Marktteilnehmer müssen "lückenlos" einer Aufsicht und Regulierung unterstellt werden.

26. Februar 2009: Die Allianz legt rote Zahlen für 2008 vor. Das Ergebnis des Versicherungskonzerns wurde stark belastet durch die verlustträchtige Dresdner Bank, die aber mittlerweile an die Commerzbank verkauft wurde. Der Versicherungsriese verbuchte für 2008 einen Verlust von rund 2,4 Milliarden Euro.

Osteuropa-Krise belastet Banken

26. Februar 2009: Die Royal Bank of Scotland fährt den höchsten Verlust in der britischen Unternehmensgeschichte ein. Für das Jahr 2008 verzeichnet sie einen Verlust von 24 Milliarden Pfund. Die Großbank schließt für faule Wertpapiere in Höhe von 325 Milliarden Pfund eine staatliche Versicherung ab - falls es zum Zahlungsausfall kommt, muss der Steuerzahler einspringen.  Die Bank will sich fortan auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: 36 von derzeit 54 Standorten im Ausland werden geschlossen.

02. März 2009: Die westeuropäischen Banken leiden immer stärker unter ihrem Engagement in Osteuropa. Ein großer Teil ihrer Kredite in osteuropäischen Ländern sind ausfallgefährdet, denn den Staaten brechen die Einnahmen weg, und viele Privatleute, denen Arbeitslosigkeit droht, können nicht mehr ihre Schuldenlast bedienen. Dennoch lehnt die Europäische Union auf einem Krisengipfel einen Hilfsfonds für Osteuropa ab.

03. März 2009: Die britische Bankenkrise spitzt sich zu. Die bisher relativ gut dastehende Großbank HSBC kündigt die größte Kapitalerhöhung an, die eine britische Aktiengesellschaft je vornahm. 17,7 Milliarden Dollar will das Institut einsammeln - immerhin bei Privatinvestoren, nicht beim Steuerzahler. Als Konsequenz steigt HSBC aus dem verlustreichen US-Markt größtenteils aus. Die britische Bankwirtschaft steht vor einem gewaltigen Trümmerhaufen. Premierminister Gordon Brown reist in die USA, um im Schulterschluss mit US-Präsident Barack Obama die Krise zu bekämpfen.

03. März 2009: Der US-Versicherer AIG fährt den höchsten Verlust in der amerikanischen Unternehmensgeschichte ein. 2008 verbrannte das Unternehmen fast 100 Milliarden Dollar. Der Staat stockt seine Hilfe für den Versicherungsriesen um 30 Milliarden Dollar auf. Obwohl für die Krise mitverantwortlich, reicht der Ex-Vorstandschef Maurice Greenberg bei Gericht eine Klage ein: Er wirft seinen ehemaligen Kollegen vor, ihre falschen Angaben zu AIG-Kreditpapieren hätten ihm Verluste von mehreren hundert Millionen Dollar eingebracht.

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