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Finanzkrise als Chance Finanzinvestor Lone Star an Teil von IKB interessiert

Der US-Finanzinvestor Lone Star sieht in der Krise an den Kreditmärkten neue Gelegenheiten für Übernahmen in Deutschland. Auch nach Teilen der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB streckt er seine Fühler aus.

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„Die jetzige Finanzkrise hat deutsche Banken erfasst, wodurch notwendige Umstrukturierungen in der Branche angestoßen worden sind. Dadurch entstehen neue Chancen für uns“, sagte der Deutschlandchef von Lone Star, Karsten von Köller, in einem Reuters-Interview. Unter anderem könne er sich vorstellen, die gewerbliche Immobilienfinanzierung der IKB zu erwerben und sie mit der Bank Corealcredit (ehemals AHBR) zusammenzubringen, die Lone Star vor zwei Jahren übernommen hatte. Die gewerbliche Immobilienfinanzierung der IKB hat nach Angaben des Instituts ein Volumen von knapp fünf Milliarden Euro. Die IKB ist wegen Fehlspekulationen am US-Hypothekenmarkt schwer angeschlagen. Die gesamte deutsche Kreditwirtschaft versucht das Institut zu retten. Nach den Plänen der staatlichen Förderbank KfW, des IKB-Hauptaktionärs, soll die Bank verkauft werden. Interesse haben die DZ Bank, die Commerzbank und die schwedische SEB.

Lone Star ist seit 1999 in Deutschland vertreten und ist auf notleidende Kredite spezialisiert. Deutschland sei auf diesem Feld einer der wichtigsten Märkte. Weil dieser Markt künftig wohl nicht mehr boome wie in den vergangenen Jahren, wolle Lone Star seine Strategie erweitern. „Wir sind ein Opportunity-Fonds. Wenn es eine günstige Gelegenheit gibt und nach ein paar Jahren auch ein sinnvoller Ausstieg möglich ist, könnten wir uns den Einstieg bei Finanzinstituten vorstellen“, sagte von Köller. Auch der Kauf von Immobilienportfolien und der Schritt ins europäische Ausland seien Option.

Kein schneller Ausstieg bei Corealcredt

Ein Ausstieg beim Immobilienfinanzierer Corealcredit kommt für Lone Star nicht so schnell in Frage. „Ich denke, dass die Bank noch einmal zwei bis drei Jahre ordentliche Abschlüsse braucht, ehe sie für Dritte am Markt attraktiv wird“, sagte von Köller. Die frühere Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR), die durch fehlgeschlagene Zinsspekulationen an den Rand der Pleite geraten war, strebt für 2007 nach mehreren Verlustjahren ein ausgeglichenes Ergebnis an. Im nächsten Jahr soll wieder ein Gewinn zu Buche stehen. „Die Bank ist jetzt wieder gesund, aber sie hat noch keine Fettpolster angelegt.“ Lone Star hatte für die Übernahme rund 900 Millionen Euro von den Alteigentümern erhalten.

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