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Finanzkrise KfW-Panne könnte noch teurer werden

Seite 2/2

Die Zentrale der Deutschen Quelle: AP

Gegen den Deal äußerte die Grünen-Politikerin Scheel Bedenken. Der „Süddeutschen Zeitung“ sagte sie, ihr und den anderen Mitgliedern des Gremiums seien die wichtigsten Vertragsbedingungen bislang nicht bekannt. Scheel warf dem von Glos geführten Präsidialausschuss vor, die Entscheidungsfreiheit des Verwaltungsrats ausgehebelt zu haben. Sie forderte Glos und KfW-Chef Ulrich Schröder auf, insgesamt 20 detaillierte Fragen zum Verkaufsvorhaben zu beantworten.

Mit der Überweisungspanne rückt die KfW nicht das erste Mal in der Mitte 2007 losgebrochenen globalen Finanzmarktkrise in unvorteilhaftes Licht. Im Sommer vergangenen Jahres stellte sich heraus, dass die Mittelstandbank IKB sich so sehr auf die Zockerei mit minderwertigen Hypothekenpapieren aus den USA eingelassen hatte, dass sie nur durch eine milliardenschwere Stützungsaktion vor dem Untergang bewahrt werden konnte. Hauptgeldgeber als größter Aktionär mit damals 38 Prozent: die KfW.

2002 schon hatte die IKB den ersten Fond für angeblich höchst gewinnträchtige Anlagen in US-Hypothekenpapiere eingerichtet, mit dem heimeligen Namen „Rhineland Funding“, steuersparend in Jersey angesiedelt. Anfang 2007 kam auch noch „Rhinebridge“ in Dublin dazu.

Eine „Heuschrecke“ als Retter

Praktisch gleichzeitig krachten jedoch Mitte 2007 beide Konstruktionen in sich zusammen, wie aus dem nachträglich geänderten IKB-Geschäftsbericht für 2006/2007 hervorgeht. Doch die Katastrophe IKB verfolgte die eigentlich eher biedere KfW noch weiter. Eine Kapitalerhöhung um mehr als eine Milliarde Euro im August, die der KfW zuletzt über 90 Prozent der IKB-Anteile einbrachte, reichte auch nicht.

Die Verluste erwiesen sich als so groß, dass schließlich KfW und der Bund zusammen etwa 8,5 Milliarden Euro in das marode Unternehmen pumpten, andere Banken noch einmal etwa 1,5 Milliarden Euro - und die IKB doch nicht retten konnten. Sie soll nun an den Finanzinvestor Lone Star verkauft werden.

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