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Finanzkrise Rettung für das 700-Milliarden-Dollar-Paket

Neuer Anlauf für das 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket: Der US-Senat hat mehrere Nachbesserungen an dem Plan für die Banken beschlossen und damit alle Voraussetzungen für eine Verabschiedung des Pakets geschaffen.

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Die Börse (New York Stock Quelle: dpa

Die Abstimmung im Senat sollte heute Abend stattfinden. Eine Abstimmung im Repräsentantenhaus war in der größeren Kongresskammer trotz eindringlicher Appelle von US-Präsident George W. Bush am Montag am Widerstand einer großen Zahl von Republikanern gescheitert. Eine zweite Runde könnte bis zum Wochenende folgen.

Die Fraktionschefs von Demokraten und Republikanern im Senat, Harry Reid und Mitch McConnell, verständigten sich gestern auf mehrere Ergänzungen des Rettungsplans, mit dem der Staat den Banken wertlos gewordene Hypothekenpapiere bis zum Wert von 700 Milliarden Dollar abkaufen will. Die beiden Senatsführer vereinbarten zusätzliche Steuererleichterungen für Unternehmen und 20 Millionen Haushalte der Mittelschicht. Die vereinbarten Steuerkürzungen bedeuten allerdings eine weitere Belastung für den Haushalt in Höhe von 112 Milliarden Dollar für fünf Jahre. Außerdem soll nach dem Willen des Senats das gesetzliche Limit für die Einlagensicherung der Banken von bisher 100.000 auf 250.000 Dollar je Konto angehoben werden.

Die Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain sowie der demokratische Vizepräsidentschaftskandidat Joe Biden unterbrachen wegen der Finanzkrise abermals ihren Wahlkampf, um in Washington an der Abstimmung im Senat teilzunehmen. Die erwartete Unterstützung der Kandidaten macht es auch für das Repräsentantenhaus schwieriger, an seiner Ablehnung des Pakets festzuhalten.

Die Abstimmung ist für die Zeit nach Sonnenuntergang geplant, um jüdischen Senatsmitgliedern nach dem Neujahrsfest eine Teilnahme zu ermöglichen.

Dow Jones im Plus

Die Präsidentin des Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi, äußerte sich allerdings zunächst zurückhaltend zum Vorstoß im Senat. Auch Präsident Bush trat erneut für eine Verabschiedung des Rettungsplans ein. Er sprach mit McCain und Obama und erklärt anschließend: „Der Kongress muss handeln.“

An der Wall Street entspannte sich die Lage nach dem Kurssturz vom Montag. Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Plus von 485 Punkten oder 4,7 Prozent.

Der S&P-500-Index kletterte um 5,27 Prozent auf 1164,74 Punkte. Der NASDAQ-Index gewann 4,97 Prozent auf 2082,33 Punkte. Am Montag hatte der Dow Jones mit einem Minus von 777,68 Punkten noch den höchsten absoluten Verlust seiner über 100-jährigen Geschichte erlitten.

Die Aktienbörse in Tokio machte am Mittwoch ebenfalls wieder Boden gut. In Folge der positiven Vorgabe der Wall Street notierte der 225 führende Werte umfassende Nikkei zur Handelsmitte ein Plus von 139,74 Punkten oder 1,24 Prozent beim Stand von 11 399,60 Punkten. Der breit gefasste TOPIX stieg bis dahin um 13,99 Punkte oder 1,29 Prozent auf 1101,40 Punkte. Auch in Australien und in Hongkong verzeichneten die Börsen ein Plus.

Merkel appelliert an die USA

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte gestern an die USA, angesichts der rasant wachsenden Risiken das Hilfspaket noch diese Woche zu verabschieden. Dieses habe eine „unglaublich wichtige Bedeutung“ für Wirtschaft und Bürger.

Großbritanniens Premierminister Gordon Brown befürchtet, dass das Scheitern der Rettungsaktion die Finanzmärkte seines Landes in weitere Turbulenzen stürzen könnte. „Die Abstimmung in Amerika ist sehr enttäuschend“, sagte Brown. Japans Minister für Wirtschafts- und Fiskalpolitik, Kaoru Yosano, zeigte sich tief besorgt. Ein Scheitern des Rettungsplans wirke sich auf die ganze Weltwirtschaft aus.

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