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Führungs-Spitzen

Die dunkle Seite der Macht

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Es gibt genug Skandale aus den vergangenen Jahren - von sexueller Nötigung über Korruption bis hin zu Betrug - die klar machen: Ego-eskalierte Manager mögen sich zwar für besonders unabhängig halten, faktisch ist jedoch ein eitler Mensch, der in jeder Pfütze einen Spiegel sieht, besonders fremdgesteuert. Solche Leute entdecken Werte bestenfalls auf dem eigenen Konto oder in Redemanuskripten, tatsächlich gelebt wird nur, was der Sicherung der eigenen Rolle dient.

Schlechte Nachrichten will so ein Chef schon gar nicht hören, daher wird Leistung bei den Mitarbeitern durch Loyalität ersetzt. Wer die Wahrheit sagt, ist bei Autokraten Teil des Problems und nicht der Lösung. Weibliche Mitarbeiter sind ihm keines von beidem, da sie vor allem nach ihrer sexuellen Verfügbarkeit katalogisiert werden. Die Nachfolgeregelung solcher Herren, die nur Jasager um sich versammeln, ist entsprechend. Gut fürs Unternehmen? Nicht im Ernst.   

Unternehmen tun sich mit den sogenannten Charismatikern langfristig keinen Gefallen, denn die Güte eines Chefs zeigt sich oft erst nach ihrem Abgang. Die Gruppen und Konzerne, die sie führten, sind auch dann noch erfolgreich, wenn sie weg sind. Von daher gilt die Fähigkeit, gute Nachfolger aufzubauen und auszuwählen zu recht als Gütesiegel im Management. Ein Aufsichtsrat, der seine operativen Leute genau dazu zwingt, tut etwas Wesentliches, um die von Sprenger beobachteten „hochpathologischen Persönlichkeitsstrukturen“ vom Unternehmen fern zu halten.

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