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Geldanlage Kohle abgraben mit Aktien

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Inflationsängste stützen Aktien

Bijou Brigitte - Die Aktie des Modeschmuckherstellers hat Potenzial Quelle: dpa

Noch mehr Geld könnte in Aktien gehen, weil sich viele Investoren vor Inflation fürchten. In Zeiten höherer Teuerung ist mit Aktien traditionell mehr zu verdienen als mit Zinspapieren, so eine Untersuchung von Alfred Roelli, Chefstratege der Genfer Banque Pictet. Roelli hat die Aktien- und Anleihe-Renditen der von hoher Inflation geplagten Siebziger- und Achtzigerjahre untersucht. Fazit: Solange die Inflation nicht in galoppierende oder gar Hyperinflation ausartet, also bei Raten von halbwegs tragbaren fünf, sieben oder auch mal elf Prozent liegt, sind Aktien sehr lukrativ.

Besonders wenn es die richtigen Aktien sind – etwa solche aus dem in Infla-tionszeiten gefragten Rohstoffsektor. So legten zwischen 1970 und 1980 Aktien von Ausrüstungsunternehmen aus dem Öl- und Gassektor um 615 Prozent zu. Real, nach Abzug der damals hohen Inflation, kletterte die Branche immer noch um 283 Prozent. Ein typischer Öl-Ausrüster ist die amerikanische Schlumberger. Auch Goldinvestments könnten von Inflationsängsten profitieren. Der Branchenriese Barrick Gold gehört deshalb in ein ausgewogenes Depot. Ein großer Ölmulti als Beimischung sollte allein schon der hohen Dividende wegen lohnen, etwa Royal Dutch Shell (siehe Aktientipp). Wer auf eine Kombination aus hoher Dividende und schuldenfreiem Wachstum setzen möchte, kommt am Schmuckhersteller und -händler Bijou Brigitte nicht vorbei. Noch längst nicht ausgereizt ist auch die Aktie der Bremer OHB Technology. Marco Fuchs, Chef des Luft- und Raumfahrtunternehmens, kegelte jüngst den Giganten EADS aus dem Wettbewerb um Satelliten (siehe Interview).

Beruhigend: Dividendenstarke Unternehmen wie Royal Dutch Shell oder auch der Tabakkonzern BAT sind nicht pleiteanfälliger als Staaten. Das Risiko, dass Großbritannien pleitegeht, schätzen die Finanzmärkte sogar höher ein als das einer Insolvenz von Royal Dutch: Britische Staatsanleihen im Wert von einer Million Dollar gegen eine Staatspleite abzusichern, kostet pro Jahr 32 000 Dollar mehr als der Schutz von einer Million Dollar, die in Royal-Dutch-Bonds investiert sind. Fünfjährige britische Bonds bringen nur 2,8 Prozent Rendite, die Dividendenrendite von Royal Dutch ist doppelt so hoch.

Aktie von Bijou Brigitte

Anders als bei den oft schon über dem Rückzahlungskurs gehandelten Anleihen können Anleger bei Aktien zusätzlich zur Dividende auch noch auf Kursgewinne hoffen. Wenn die Auswahl stimmt, sind zweistellige Zuwächse – auch in schwierigen Zeiten – realistisch.

Angesichts wenig verlockender Anlagealternativen spricht deshalb vieles dafür, dass Investoren, die Aktien haben, diese erst zu noch deutlich höheren Kursen abgeben werden. Wer möchte schon sein Geld in eine zweijährige deutsche Staatsanleihe packen – zu 0,9 Prozent Zins pro Jahr?

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