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Hintergrund Einzelheiten zum Stress-Test für US-Banken

Die US-Regierung hat bei ihrem Stress-Test für die größten Banken des Landes den voraussichtlichen Kapitalbedarf bei einer Verschärfung der Finanzkrise ermittelt. Doch wer hat da was getestet? Und wie geht es weiter?

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US-Großbanken im Stress-Test: Quelle: AP

Die Tests liefen seit Februar. Die Prüfungen haben die US-Notenbank Fed, die Einlagensicherung FDIC, die Bankenaufsicht für landesweit tätige und ausländische Banken sowie die Sparkassenaufsicht durchgeführt.

Die Tester haben versucht, alle potenziellen Verluste der Banken in den kommenden zwei Jahren, darunter auch die Risiken des Wertpapier-Portfolios, der nicht in der Bilanz verzeichneten Verpflichtungen und eventuelle andere Verbindlichkeiten zu berücksichtigen.

Der Testaufbau

Die Lage der Banken wird unter zwei Szenarien geprüft: Das sogenannte Ausgangsszenario basiert auf den aktuellen Krisenprognosen, das zweite Szenario geht von einer negativeren Entwicklung aus - einer längeren und schlimmeren Rezession.Die Banken legen Prognosen zu ihren internen Ressourcen vor. Dazu zählen vorläufige Schätzungen für die Netto-Einnahmen und potenzielle Abschreibungen auf Kreditverträge.Die Prüfer stellen fest, ob das Institut genug Polster hat, „seine zentrale Rolle in der Volkswirtschaft zu erfüllen“.

Die Testszenarien

Das Ausgangsszenario geht von einer Schrumpfung der größten Volkswirtschaft von zwei Prozent 2009 aus, bei einer zügigen Erholung 2010 und einem Wachstum von dann 2,1 Prozent. Die Arbeitslosenrate wird hier auf 8,4 Prozent in diesem Jahr und 8,8 Prozent im kommenden Jahr geschätzt. Bei den Hauspreisen wird 2009 ein Rückgang von 14 Prozent und 2010 um weitere vier Prozent erwartet. 

Die Rahmendaten im Szenario einer negativeren Entwicklung sind: BIP-Minus von 3,3 Prozent 2009, Wachstum von 0,5 Prozent 2010, Arbeitslosenquote bis zu 8,9 Prozent 2009 und bis zu 10,3 Prozent 2010, Häuserpreise minus 22 Prozent 2008 und weitere minus sieben Prozent 2010.

Das staatliche Kapitalprogramm

Nachdem die Prüfer den Kapitalbedarf festgestellt haben, hat die Bank ein halbes Jahr lang Zeit, privat Geld aufzutreiben. Gelingt dies nicht, kann sie sich am Kapitalprogramm CAP der Regierung beteiligen.

Das CAP sieht keine Obergrenze für Kapitalhilfen vor.CAP-Kapital wird in Form von abgesicherten Wertpapieren gestellt, die zu einem zehnprozentigen Abschlag auf den Kurs vor dem 9. Februar in Stammaktien umgewandelt werden können.An die CAP-Wertpapiere ist eine Dividende von neun Prozent geknüpft. Der Staat hat das Recht zur Umwandlung, wann immer es ihm beliebt. Nach sieben Jahren werden die Papiere automatisch in Stammaktien umgewandelt.Die Banken können Vorzugsaktien aus dem bisherigen Hilfsprogramm CPP in CAP-Papiere umtauschen.Wer das CAP nutzt, muss Managerentgelte einschränken, Auskunft über die Verwendung des Geldes geben, die Kreditvergabe offen legen und ist bei Dividenden und Übernahmen begrenzt.

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