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Manager-Rauswürfe Die gefallenen Stars der Finanzkrise

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Der gefallene Aufsteiger: Merrill-Lynch-Chef Stan O’Neal

Er verkörperte wie kaum ein anderer den amerikanischen Traum vom Aufstieg: Stanley O’Neal schaffte es als erster Afroamerikaner an die Spitze einer großen US-Investmentbank. Doch die Finanzkrise machte auch vor dem Chef der US-Investmentbank Merrill Lynch nicht halt.

Stan O'Neal, einst Präsident Quelle: REUTERS

O’Neal fuhr bei Merrill Lynch einen aggressiven Wachstumskurs – und dieser wurde der Bank in der Finanzkrise zum Verhängnis. Denn die drittgrößte US-Investmentbank hatte sich stark am US-Markt für zweitklassige Hypothekendarlehen engagiert. Die Folgen waren bitte - für die Bank und für O'Neal selbst. Denn er war einer der ersten unter den ehemaligen Superstars der Wall Street, der über die Finanzkrise stolperte. Ende Oktober 2007 musste der damals 56-jährige den höchsten Quartalsverlust in der 93-jährigen Geschichte der Bank bekanntgeben. Wenige Tage später war er seinen Job los. Analysten zeigten sich damals wenig verwundert: Die Bank habe im Risikomanagement daneben gegriffen, lautete der Tenor.

Vom Bandarbeiter zum Bankchef

O’Neal hatte sich aus kleinen Verhältnissen hochgearbeitet: Er wuchs im US-Bundesstaat Alabama auf und finanzierte sich sein Studium als Bandarbeiter in einer Autofabrik. Ein Jahr vor seinem Rücktritt strich O’Neal noch ein Salär von 50 Millionen Dollar ein.

Sein Nachfolger John Thain hielt sich ebenfalls nicht lange im Sattel: Nach dem Notverkauf von Merrill Lynch an die Bank of America wurde Thain Anfang 2009 gefeuert. Der Grund: Er hatte mit der Bank of America milliardenschwere Boni-Zahlungen ausgehandelt, obwohl Merrill am Rand der Pleite stand. Sein Nachfolger Brian Moynihan hat nun gute Chancen, den Anfang 2010 freiwerdenden Chefposten der Bank of America zu ergattern.

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