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Marc Faber, Felix Zulauf, Bill Gross "Peking, Ben und Barack im Mittelpunkt"

Wie Börsenexperten die Auswirkungen von Staatsverschuldung und der Geldpolitik der US-Notenbank auf die Märkte einschätzen: Das US-Anlegermagazin Barron’s lud prominente Vertreter der Finanzwelt zum Ausblick – unter ihnen Bill Gross, der Gründer des weltgrößten Rentenfondsmanagers Pimco, Felix Zulauf, Chef der Vermögensverwaltung Zulauf und Marc Faber, Börsenguru und Direktor von Marc Faber Limited in Hongkong. Zudem: Abby Joseph Cohen, Archie MacAllaster, Fred Hickey, Scott Black, Oscar Schafer und Mario Gabelli.

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Investmentlegende Marc Faber Quelle: Laif

„Wir sind alle dem Untergang geweiht“, lautet die düstere Prognose von Börsenguru Marc Faber. Das US-Defizit werde in absehbarer Zeit über einer Billion Dollar liegen. Felix Zulauf, Chef der Schweizer Vermögensverwaltung Zulauf Asset Management, prophezeit, der Zinsaufwand für die Staatsschuld werde auf bis zu 30 Prozent des Steueraufkommens steigen. „Und sind die 30 Prozent erstmal überschritten, ist man erledigt.“ Dann sei der Staat zahlungsunfähig, die Währung breche zusammen, das System kollabiere. Laut Faber gebe es dann nur noch einen Ausweg: „Wir machen es so wie Simbabwe. Wir werden noch und noch Geld drucken.“

Entwicklung nicht nachhaltig

Zudem geriet die US-Notenbank ins Schussfeld. Die Fed habe wenig dazugelernt und werde die Zinsen ewig bei null halten, meint Faber. Das weite das Kreditwachstum aus, führe zu hoher Verschuldung und damit Instabilität auf den Finanzmärkten: „Bernanke ist für die USA eine Katastrophe“, lautet das Urteil Fabers. Auch Fred Hickey, Experte für Technologieaktien, glaubt, dass die Fed die Druckerpresse erneut anwerfen wird. Der Grund: Die derzeitige Entwicklung sei nicht nachhaltig – und es stehen zur Halbzeit der Legislaturperiode Zwischenwahlen an. Archie MacAllaster, Präsident des New Yorker Börsenhändlers MacAllaster Pitfield MacKay, fragt daher: „Kann ihn denn niemand stoppen?“ Die Experten sind sich uneins: Bill Gross, Gründer des Rentenfondsmanagers Pimco, entgegnet: „Für die Märkte ist nicht die Zufuhr von Liquidität, sondern deren Entzug bedrohlich.“

China: großes Risiko

Laut Zulauf birgt China ein weiteres, großes Risiko für die Weltwirtschaft: Die Volksrepublik befinde sich in einer gefährlichen Lage. Da China keine offene Volkswirtschaft sei, könne sich die Blase dort vermutlich noch längere Zeit aufbauen als anderswo. Aber auch die Chinesen könnten die Gesetze der Wirtschaft nicht außer Kraft setzen. Wenn die China-Blase platze, könnte sie der Welt einen zweiten Schlag versetzen.

Für dieses Jahr sieht Mario Gabelli, Vorsitzender der New Yorker Vermögensverwaltung Gamco Investors, drei Themen im Mittelpunkt des Marktgeschehens: „Peking, Ben und Barack.“ Die Wirtschaft werde im ersten Quartal kräftig wachsen. Die Gewinne werden sich außerordentlich gut entwickeln, da die Unternehmen noch keine zusätzlichen Arbeitskräfte eingestellt haben. Die Aktienmärkte könnten deshalb einige Monate lang zulegen. Dann allerdings rechnet Gabelli mit einer deutlichen Korrektur der Märkte.

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