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Meetings Wie Konferenzen ein Erfolg werden

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Manche Gedanken sollte man nicht laut aussprechen

Je höher die Hierarchie, desto länger die Sitzungsperiode: Götz Klink, Vice-President bei der Unternehmensberatung A. T. Kearney, kommt zum Beispiel jede Woche auf durchschnittlich zehn Meetings à eineinhalb Stunden. Holger Quernheim, Vertriebsleiter für Garnier, Maybelline Jade beim Kosmetikkonzern L’Oréal bringt es in der Woche gar auf 36 Sitzungsstunden. Ein Höchstwert.

In der Studie schafften es die Führungskräfte auf durchschnittlich bis zu 19 Stunden, die sie wöchentlich in Sitzungen hocken. Hinzu kommen pro Woche allerdings noch einmal rund 4,9 Arbeitsstunden, die die Manager und Mitarbeiter benötigen, um diese Meetings vorzubereiten. Auf die Einkommen hochgerechnet, entsteht so leicht ein volkswirtschaftlicher Kostenfaktor, der in die Milliarden geht.

Verwirrt nach Meeting

Viel Geld für wenig Ergebnis. Oder wie es der Kabarettist Werner Finck einmal formulierte: „Eine Konferenz ist eine Sitzung, bei der viele hineingehen und wenig herauskommt.“ Ein Klischee? Keinesfalls. Seit Jahren werden Meetings erforscht, doch was dabei herauskommt, variiert nur marginal: Eine Studie der Münchner Unternehmensberatung Schell Marketing Consulting zum Beispiel kommt zu dem Ergebnis, dass jede zweite Bürorunde unproduktiv sei.

Laut einer anderen Umfrage aus dem Jahr 2007 wissen hernach nur 52 Prozent der Teilnehmer exakt, was sie zu tun haben. Bei den Führungskräften sind das zwar mit 82 Prozent deutlich mehr, im Umkehrschluss heißt das aber auch: Knapp jeder fünfte Chef vertrödelt dort kostbare Zeit und ist hinterher auch nicht viel schlauer.

Zu viele Konferenzen erschöpfen unnötig

Im vergangenen Jahr urteilten 71 Prozent von 800 befragten Managern, dass Konferenzen fast durchweg schlecht vorbereitet werden. 57 Prozent machen die unproduktiven Laberrunden für Arbeitsverzögerungen verantwortlich, weil die dort getroffenen Entscheidungen intern schlecht kommuniziert und abgestimmt werden.

Selbst unsere Auffassungsgabe leidet unter dem wöchentlichen Meetingmarathon, wie die Psychologin Alexandra Luong von der Universität von Minnesota in Duluth kürzlich feststellte. Ihren Forschungen zufolge, bei denen sie Probanden über einen Zeitraum von fünf Arbeitstagen beobachtete, nahm nicht nur deren Müdigkeit bemerkenswert zu, je öfter diese Konferenzen beiwohnten. Der Effekt potenzierte sich mit jeder zusätzlichen Sitzung.

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