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Ratgeber So sinken die Sprit-Kosten

Steigende Benzinpreise ärgern die Autofahrer, und weitere Verteuerungen sind nur eine Frage der Zeit. Doch es gibt einige Tipps und Tricks, mit denen man leicht Kraftstoff sparen kann

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huGO-BildID: 21022879 Benzinpreise werden am Mittwoch (23.02.2011) in Kassel hinter einem Werbeplakat mit einem Cabriolet angezeigt. Als Folge der Unruhen in Libyen ist der Spritpreis in Deutschland deutlich gestiegen. Quelle: Uwe Zucchi dpa/lhe +++(c) dpa - Bildfunk+++

Mit umweltschonender Fahrweise, bewusstem Tanken, einer cleveren Tourenplanung oder einer Umrüstung auf Gas lassen sich die Auswirkungen der jüngsten Preiserhöhungen auf den Geldbeutel eindämmen. Ein Stück weit unabhängig von der Preisspirale können sich Autofahrer machen, wenn sie die eigenen Fahrgewohnheiten einmal genau unter die Lupe nehmen und schauen, was sich daran ändern lässt. Durch das Vermeiden von Kurzstrecken und das Zusammenlegen von Touren lassen sich die jüngsten Preissteigerungen wenigstens teilweise ausgleichen.Wer sparsam fahren möchte, der muss früh hoch schalten. Der ADAC hat ermittelt, dass man durch spätes Hochschalten bis zu 30 Prozent mehr Sprit braucht. Ein Fahrzeug, das bei 50 km/h im fünften Gang rund vier Liter auf 100 Kilometer verbraucht, schluckt im dritten Gang etwa einen Liter mehr. Das entspricht einer Steigerung von rund 24 Prozent.Die nächsten Tipps: Möglichst untertourig fahren und auch bei kurzen Ampelstopps den Motor ausschalten sowie bergab herunterschalten und die Motorbremse nutzen: Abschalten lohnt sich nach TÜV-Angaben bei modernen Motoren schon unter zehn Sekunden.

Professionell trainieren

Auch kann ein Spritspartraining helfen, die Kosten an der Tankstelle sofort um bis zu zehn Prozent zu senken. Zusatznutzen: Feinfühligerer Umgang mit dem Gaspedal senkt zudem den Verschleiß: Reifen, Bremsen und Kupplung halten länger. In diesem Jahr bieten beispielsweise Volkswagen und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) wieder in vielen Städten unentgeltliche Spritspartrainings an. Pro Trainingstag lernen etwa 36 Teilnehmer, wie man durch eine effiziente Fahrweise den Spritverbrauch um bis zu 25 Prozent senkt. Die kostenlosen Trainings finden jeweils samstags von 10 bis 16 Uhr statt. Durchgeführt werden sie von VW-Trainern, die Fahrzeuge mit besonderer Messtechnik bereitstellen. Ford und Opel bieten ähnliche Aktionen an.

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Standort erkennen

    Mit einem Spritspartest hat unlängst der ADAC den Einfluss des Fahrers auf den Kraftstoffverbrauch untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass nicht nur eine unvernünftige Fahrweise mit häufigen Beschleunigungs- und Abbremsphasen viel Sprit verbraucht, auch an der Ampel wird oft unnötig Kraftstoff vergeudet. Ein „nervöser Gasfuß“ beim Warten an der Ampel lässt den Verbrauch bis zum 4,8-fachen ansteigen lässt.

    Auch das sogenannte Warmlaufenlassen ist nicht nur verboten, sondern treibt auch den Verbrauch unnötig in die Höhe. Lässt man beispielsweise den Motor eines Mittelklassefahrzeugs etwa vier Minuten laufen, zum Beispiel während des Eiskratzens, kostet das Kraftstoff für rund 20 Cent.

    Moderne Autos werden im Windkanal auf eine möglichst Sprit sparende Silhouette getrimmt. Je strömungsgünstiger die Karosserie ist, desto schlimmer machen sich Störungen der Aerodynamik bemerkbar. So können eine Dachbox oder ein Fahrradträger schon bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h einen Mehrverbrauch von zwei Litern bedeuten.

    Schnäppchenjäger sollten vorher rechnen

    Nicht unbedingt empfehlenswert ist hingegen die Suche nach der billigsten Tankstelle im Umkreis. Vorher sollte genau gerechnet werden. Wer bereits unterwegs ist und beispielsweise zwei Kilometer Umweg fährt, um an der Zapfsäule einen halben Cent pro Liter zu sparen, zahlt selbst bei einer 60-Liter-Füllung 16 Cent drauf, rechnet TÜV Süd vor. Ein Benziner mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 7,5 Litern hat dann bis zur Tankstelle 0,15 Liter Sprit geschluckt. Gegenwert bei einem durchschnittlichen Benzinpreis von 1,50 Euro pro Liter: 23 Cent. Muss der Schnäppchenjäger wieder auf die ursprüngliche Route und damit die zwei Kilometer zurück, werden erneut 0,15 Liter Sprit bzw. 23 Cent fällig. Den erwarteten 30 Cent Ersparnis stehen damit Mehrkosten von 46 Cent gegenüber.

    Die Negativ-Bilanz am Ende: 16 Cent Mehrkosten und ein knappes Kilogramm Kohlendioxid für die Umwelt. Getankt werden sollte auch der Umwelt zuliebe deshalb möglichst direkt an der Wegstrecke und mit warmem Motor.

    Auf moderne Technologien setzen

    Gas-Umrüstung prüfen

    Wer besonders viel unterwegs ist, für den kann die Umrüstung auf Gasantrieb eine Alternative darstellen. Dabei sind trotz eines Mehrverbrauchs Kostenersparnisse von bis zu 50 Prozent möglich. Doch nicht für jeden Autofahrer lohnt es sich, denn erst einmal müssen die Umrüstungskosten bezahlt werden. Der TÜV Süd beziffert diese auf 1.800 Euro bis 3.500 Euro und warnt vor Billiganbietern, die mit Preisen von 1.000 Euro locken.

    Vor dem Wechsel auf den alternativen Kraftstoff sollte daher genau gerechnet werden und ein Experte zu Rate gezogen werden. Selbst wenn günstige Gaspreise locken, lohnt sich der Umstieg nicht für jeden. So haben beispielweise Streckenart und die Fahrweise enormen Einfluss auf den Sparerfolg. Beispielsweise lohnt sich der Gasantrieb auf Autobahnen kaum, weil der Verbrauch anders als beim Benziner bei hohen Geschwindigkeiten exponentiell ansteigt. Wer da wirklich sparen will, der sollte auf Vollgasfahrten von vorneherein verzichten. Auch wer nur wenige tausend Kilometer im Jahr mit einem sparsamen Otto-Motor fährt, ist mit Sprit günstiger unterwegs.Eine weitere Alternative sind Erdgasfahrzeuge. Da eine Umrüstung hier noch teurer ist als beim Flüssiggas, sind nur Neufahrzeuge oder bereits ab Werk mit Erdgasantrieb ausgerüsteter Gebrauchtwagen sinnvoll.

    Auf moderne Technologien setzen

    Wer nicht gleich komplett umsteigen will oder kann, für den empfiehlt sich vor dem nächsten Autokauf die Prüfung moderner Spritspartechnologie. Wie viel sich damit tatsächlich an Kraftstoff einsparen lässt, hat eine weitere Untersuchung des ADAC ergeben, bei dem drei Sparmodelle mit ihren konventionellen Varianten verglichen wurden. Sparsieger im Stadtverkehr ist in Prozenten der BMW 320d Efficient Dynamics Edition. Er spart gegenüber dem herkömmlichen BMW 320d 22,5 Prozent.

    Klarer Sieger bei Überlandfahrten ist der Volkswagen Golf 1.6 TDI Blue Motion. Sein Diesel-Konsum ist um 12,5 Prozent geringer als der des Golf 1.6 TDI. Im Stadtverkehr überzeugt die Sparvariante mit 18,5 Prozent Einsparung. Der Mitsubishi Colt 1.3 Clear Tec fährt mit der gleichen Kraftstoffmenge in der Stadt 17,3 Prozent weiter als der Colt 1.3. Aber: Außerhalb der Stadt geizt die Spritspar-Variante nicht so richtig: Der Japaner verbraucht außerorts nur zwei Prozent weniger.

    Im Gesamtverbrauch, der sich beim ADAC aus 70 Prozent Fahrt im Stadt- und Überlandverkehr und einem 30-prozentigen Autobahnanteil zusammensetzt, ist der VW Golf Blue Motion der Sparkönig. Er spart 14 Prozent gegenüber dem normalen TDI-Modell. Bei einer disziplinierten und vorausschauenden Fahrweise ist beim Blue Motion ein Verbrauch von vier Litern auf 100 Kilometer möglich. Der Efficient Dynamics Edition von BMW folgt mit 12,2 Prozent Einsparungen.

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