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Rohstoffradar September 2010 Zwischen Gold-Gier und leerem Tank

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Edelmetalle

Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank

Wenn auf den Rohstoffmärkten derzeit irgendwo die Musik spielt, dann bei den Edelmetallen. Gold hat gerade erst mit 1300 Dollar je Feinunze eine neue Rekordmarke gesetzt. „Der Preisanstieg beim Gold geht nicht so sehr auf das Konto langfristiger Anleger und Schmuckkäufer, sondern kurzfristige Investoren sind es, die den Preis weiter getrieben haben“, so Weinberg. Er glaubt, dass die Marke von 1300 Dollar je Unze Gold ein neues Kaufsignal aussendet, weil sich immer mehr Anleger für ein Gold-Investment interessieren. Dennoch kann der Preis auch wieder zurückgehen. „Eine Konsolidierung in den kommenden Wochen wird nicht so stark ausfallen, weil viele Anleger auf den Rückgang warten, um dann einzusteigen“, sagt der Rohstoffexperte der Commerzbank. Vor allem die Unsicherheit über die Politik der Notenbanken und der Abwertungsdruck auf den japanischen Yen und den Schweizer Franken sowie der Aufwertungsdruck der USA auf den chinesischen Renminbi machen Gold als wertbeständige Geldanlage attraktiv.

Beim Silberpreis spielt neben der Nachfrage durch Investoren auch die industrielle Nachfrage ein große Wolle. Im Zuge der Konjunkturerholung ist der Bedarf der Industrie am Rohstoff Silber ebenso wie nach Platin und Palladium deutlich gestiegen.

Energie

Im Energiesektor bietet sich ein gänzlich anderes Bild. Ähnlich wie China beim Stahl sind die USA sowohl bei der Nachfrage als auch bei der Förderung und Raffinerie von Öl auf dem Weltmarkt führend. Der Ölverbrauch der Vereinigten Staaten ist doppelt so hoch wie der Chinas. Aber die Ölnachfrage – insbesondere die Benzin-Nachfrage – der Amerikaner hat sich trotz Aufschwung kaum erholt, das Land hat sich erstmals seit 40 Jahren vom Benzin-Importeur zum Exporteur gewandelt. Vor einem Jahr lag die Benzin-Nachfrage nur 0,8 Prozent unter dem aktuellen Stand. „Von einer Erholung kann hier nicht die Rede sein“, sagt Eugen Weinberg. „Die Lager sind noch immer voll. Dass drückt auf die Preise. Der Ölpreis wird wohl bis auf weiteres seinen Korridor von 70 bis 80 Dollar pro Barrel nicht verlassen. Zum Jahresende erwarte ich einen Preis in der Nähe von 70 Dollar.“

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