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Schuldenkrise Panik an der Wall Street

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Mit dem 110 Milliarden Euro schweren Hilfspaket für Griechenland kaufen die EU und der Internationale Währungsfonds nur Zeit. Selbst Bundesbankvorstände zweifeln öffentlich daran, dass Athen seine fast 300 Milliarden Euro an Schulden vollständig und mit Zinsen zurückzahlen kann. „Wenn man Griechenland als Unternehmen nimmt, ist es überschuldet“, sagte Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin am Donnerstag. „Mir ist nicht klar, wie ein Land mit einem derartigen Schuldenberg dauerhafte Perspektiven haben soll.“ Im deutschen Gesetz zu den Griechenland-Hilfen heißt es dagegen, dass Griechenland die vom Bund garantierten Kredite mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückzahlen werde, obwohl sie nach Aussage von Finanzminister Wolfgang Schäuble nicht besser gestellt sind als andere Griechenland-Anleihen. Das halten die meisten Volkswirte für Wunschdenken. "Die Wahrscheinlichkeit einer Umschuldung Griechenlands beträgt 90 Prozent", sagt Martin Hüfner, Chefvolkswirt der Fondsgesellschaft Assenagon und vormals der Hypovereinsbank. Der Citigroup-Chefökonom Willem Buiter urteilt ebenfalls, das Hilfsprogramm habe einen Teilverzicht der Geldgeber Griechenlands "nur verschoben, aber nicht für lange verhindert". Die Kosten tragen nicht nur Banken und andere Investoren, sondern wegen des Hilfspakets auch der europäische Steuerzahler.

Trotz der drohenden Lasten für Deutschland fliehen Anleger in Bundespapiere mit kurzer Laufzeit. Die Kurse stiegen erneut, so dass die sich gegenläufig entwickelnde Rendite fiel. Bundesschatzbriefe mit zwei Jahren Laufzeit brachten am Freitag zeitweise weniger als 0,5 Prozent Rendite und die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen sank unter 2,75 Prozent.

Gold-Knick an der Terminbörse

Gefragt war als sicherer Hafen außerdem Gold. Am Donnerstag stieg der Preis für die Feinunze auf mehr als 1200 Dollar, auch am Freitag war das Wochenplus beim Goldpreis noch bei knapp zwei Prozent. Auffallend ist, dass die virtuellen Preise des Edelmetalls beim Handelsstart an der New Yorker Terminbörse plötzlich wie von Geisterhand gesteuert einen Knick nach unten machen. Das passiert nämlich oft an Tagen, wenn es brennt an den Finanzmärkten – wie an allen Tagen der vergangenen Woche. Am Dienstag und Mittwoch etwa ging es zum Handelsauftakt an der Comex mit dem Goldpreis erst einmal um jeweils mehr als 20 Dollar abwärts. Doch statt den Druck der Bullen zu brechen, hat sich dieser anschließend noch weiter erhöht. Es ist auch kaum zu verstehen, warum der Goldpreis fallen sollte, wenn zugleich die physischen Bestände der Gold-ETFs Tag auf Tag aufgestockt werden müssen und Edelmetallhändler wegen der extrem starken Nachfrage keine Ware mehr im Lager haben. Felix Zulauf, Chef der Schweizer Vermögensverwaltung Zulauf Asset Management in Zug, rechnet irgendwann mit einen „Quantensprung“ beim Goldpreis. Der wird wohl dann kommen, wenn die aktuellen Käufer von Bundesanleihen und US-Bonds merken, dass sie auf dem Holzweg sind.

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