WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Stress-Test für US-Banken Gesucht: 75 Milliarden Dollar für US-Banken

Seite 2/2

US-Finanzminister Timothy Quelle: REUTERS

„Die heute veröffentlichten Ergebnisse sollten Investoren und der Öffentlichkeit ein beträchtliches Maß Ermutigung geben“, sagte Notenbankchef Ben Bernanke. Viele Banken hätten bereits Schritte unternommen, um ihre Kapitalpuffer zu stärken. Zugleich stehe aber auch das Finanzministerium bereit, zusätzliches Kapital zur Verfügung zu stellen, wo immer es gebraucht werde. Bei dem Stress-Test wurden die Geldinstitute in Rechenmodellen verschiedenen wirtschaftlichen Szenarien ausgesetzt, die laut Kritikern allerdings nicht harsch genug ausfielen. „Die Ergebnisse sind weniger akut als mancher erwartet hat“, sagte Geithner. Grund sei zum Teil, dass die Sorgen über das Risiko einer schlimmeren Rezession geringer geworden seien, die Lage an den Märkten sich gebessert habe und die Banken in Erwartung der Testergebnisse in den vergangenen Monaten bereits ihr Kapital aufgestockt hätten. Der Finanzexperte Douglas Elliott vom renommierten Brookings Institut in Washington nannte einen Kapitalbedarf unterhalb der von ihm angenommenen 100 bis 200 Milliarden Dollar „eine gute Nachricht“. Man dürfe dies aber nicht überinterpretieren, da die Prüfer bei der Untersuchung „ein hohes Maß an subjektiven Bewertungen über künftige Kreditverluste und Profitabilität“ hätten einfließen lassen.

Erleichterung an den Börsen

An der Börse kamen die Ergebnisse des Stress-Tests zunächst gut an: Der Gesamtbedarf der Banken fiel niedriger aus als von einigen Analysten angenommen. Experten hatte mit einem Kapitalbedarf zwischen 100 und 200 Milliarden Dollar gerechnet. Der Leitindex der Deutschen Börse Dax legte am Morgen um mehr als ein Prozent zu. „Die Überraschung besteht nicht in der Größe der Ausfälle“, erklärte Andy Busch von BMO Capital Markets in Chicago. „Wichtiger ist der Umstand, dass die Banken sich umgehend um eine Kapitalerhöhung am Markt bemühen, damit sie die Löcher stopfen können.“

Die Geldhäuser könnten nach Meinung des Analysten mit dem Plan richtig liegen: „Nach der Rally am Markt könnte es der beste Moment dafür sein.“ In den vergangenen Tagen hatten die Aktien vieler Großbanken an der Wall Street kräftige Gewinne verzeichnet. Eric Kuby von North Star Investment äußerte sich wie viele Analysten wenig überrascht über die Ergebnisse: „Die Angst vor einer Verstaatlichung oder einem Bankrott hat sich mehr oder weniger aufgelöst“, sagte er. Die Aufmerksamkeit für die Stress-Tests sei aber deshalb so groß gewesen, weil die Pleite einer Großbank Schockwellen durch die Gesamtwirtschaft gesandt hätte. Investoren sollten daraus aber noch nicht schließen, dass Bankentitel nun eine großartige Kaufoption seien, meinte Kuby.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%