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Summer School Innovationsmanagement ist eine Kunst

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Das Beispiel macht deutlich, dass Innovationen unternehmerisches Denken erfordern. Als Existenzgründer mit einem kleinen Team werde ich nur von außen gebremst. Im Konzernmaßstab lauert der Feind meist im Inneren. Verkrustete Strukturen, komplizierte Innovationsprozesse und Abstimmungsorgien gilt es zu überwinden. Häufig erweist es sich als erfolgskritisch, die verschiedenen Bereichsperspektiven bereits im Innovationsteam abzubilden. Dieser abteilungsübergreifende Ansatz erhöht die Qualität der Ideen und beschleunigt die Umsetzung.

Mit der Markteinführung beginnt dann die Abstimmung der Kunden über die Innovation. Dabei verhalten sie sich ähnlich wie die Bedenkenträger im Inneren der Organisation. Zunächst einmal bleiben sie bei ihren Routinen und sind skeptisch. Diese Macht der Gewohnheit lässt sich auf zwei Wegen durchbrechen. Zum einen mit Innovationen, die einen wahrnehmbaren Fortschritt bringen, ohne dass die Kunden ihr Verhalten ändern müssen. Zum anderen mit Innovationen, bei denen die Kunden zwar umlernen müssen, das aber aufgrund der Innovationshöhe in Kauf nehmen. Um bei der Abstimmung im Markt keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten die Innovationsteams früh Kunden in die Entwicklung integrieren. Hier können wir von den Investitionsgüterherstellern lernen. In dieser Branche ist der Einsatz von innovationsfreudigen Schlüsselkunden in frühen Phasen üblich. Das Risiko eines Flops wird so minimiert.

Kreative ohne Scheklappen gesucht

Für die Besetzung der Innovationsteams brauchen wir Nachschub an unverbrauchten Querdenkern. Um den zu sichern, hat ein Tourismuskonzern das Next Generation Camp ins Leben gerufen. Auf dem Innovationsworkshop schärfen rund 50 Nachwuchskräfte aus der ganzen Welt ihre Fähigkeiten. Bei diesem Camp mit Wettbewerbscharakter wird deutlich, welchen Typus erfolgreiches Innovationsmanagement braucht: Kreative ohne Scheuklappen, mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund, die mühelos Abteilungs- und Ländergrenzen überspringen. Diese Nachwuchskräfte lernen am schnellsten von Vorbildern. Auch hier hat der CEO eine Leuchtturmfunktion. Glänzende Rhetorik reicht nicht aus. Denn die Mitarbeiter entwickeln ein feines Gespür dafür, welche Themen ihren Chefs wirklich am Herzen liegen. Gehört das Thema Innovation tatsächlich dazu? Vielleicht hilft Ihnen diese Checkliste, für Ihr Unternehmen eine Antwort zu finden:

Sind bei Ihnen Innovationsziele definiert und kommuniziert? Gibt es Anreizsystem für innovative Mitarbeiter? Werden innovative Fähigkeiten durch die Personalentwicklung gefördert? Gibt es einen regelmäßigen Austausch von innovativen Ideen zwischen den Sparten? Werden Fehler im Innovationsprozess toleriert? Lassen sich Führungskräfte regelmäßig über Innovationsprojekte berichten? Sind Kunden involviert? Steht Risikokapital für innovative Projekte bereit?

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