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Transaktion Murdoch verkauft das Indexgeschäft von Dow Jones

Die weltgrößte Terminbörse CME aus Chicago bietet bis zu 700 Mio Dollar für die Papiere. Das Indexgeschäft sowie die Tageszeitung "Wall Street Journal" und der Nachrichtendienst Dow Jones Newswires gehören seit 2007 zu News Corp. Der Abschluss des Deals steht offenbar kurz bevor.

Rupert Murdoch: Seine News Corp hatte das Verlagshaus Dow Jones 2007 für 5,2 Mrd. Dollar übernommen. Quelle: Reuters

NEW YORK. Die weltweit größte Terminbörse CME aus Chicago will das Indexgeschäft von News Corp kaufen, zu dem unter anderem der Dow Jones Industrial Average Index gehört. Nach Informationen aus gut unterrichteten Kreisen will die CME Group aus Chicago bis zu 700 Mio. Dollar (504 Mio. Euro) zahlen. Möglicherweise werde die Transaktion schon heute bekanntgegeben, hieß es weiter.

Der Medienkonzern News Corp hatte bereits im vergangenen November seine Tochtergesellschaft Stoxx, in deren Portfolio unter anderem der europäische Index Dow Jones Stoxx 600 Index enthalten ist, an die Deutsche Börse und den Schweizer Börsenbetreiber SIX Group verkauft.

CME war unter Druck geraten, nachdem der Wettbewerber Intercontinental Exchange aus Atlanta 2008 die Rechte an den Indizes von Russell Investments erworben hatte. "Es ist, als ob man ein Patent hat. Wer den Index hat, verfügt über die Lizenz für den Handel. Jeder kann mit Aktien handeln - die sind bloß wie ein Blatt Papier. Aber wer einen Index hat, hält einen Wert. Der Index wird von jemandem entwickelt", sagte Richard Repetto, Analyst bei Sandler O?Neill & Partners in New York.

Das Indexgeschäft gehört seit 2007 zu News Corp. Damals kaufte News-Corp-Chef Rupert Murdoch das Verlagshaus Dow Jones, zu dem auch die Tageszeitung "Wall Street Journal" und der Nachrichtendienst Dow Jones Newswires gehören, für 5,2 Mrd. Dollar.

Dow Jones betreut 130 000 Indizes

Dow Jones betreut rund 130 000 Indizes. Das 1882 in New York gegründete Unternehmen begann mit der Verbreitung handschriftlicher Übersichten zum Aktien- und Anleihenhandel in New York. Bereits 1883 erschien erstmals ein Nachrichtenblatt, aus dem sich das "Wall Street Journal" entwickelte.

Der von CME beabsichtigte Zukauf könnte auch Teil eines Plans sein, dem Börsenbetreiber neue Einnahmequellen zu erschließen, so die unterrichteten Kreise weiter. CME hält im US-Terminmarkt einen Marktanteil von 98 Prozent. 2008 übernahm CME den Anbieter von Preisinformationen für Kreditausfallswaps, Credit Market Analysis Ltd., um in den Markt mit außerbörslich gehandelten Terminkontrakten zu expandieren.

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