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Vor dem Abschied EZB-Chef Trichet entwirft eine Vision für Europa

Der scheidende EZB-Chef sieht Europa auf dem Weg zu einem immer engeren Staatenbund. Doch Trichet appelliert auch an die Verantwortung der einzelnen Staaten für das Gemeinwohl.

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Jean-Claude Trichet. Quelle: handelsblatt.com

In einem Gastbeitrag für das Handelsblatt (Mittwoch-Ausgabe) bekräftigte der Franzose nicht nur seine Forderung nach einem europäischen Finanzministerium. Der Beitrag beruht auf der letzten öffentlichen Rede Trichets vor der Berliner Humboldt Universität bevor er sein Amt am Ende des Monats an den Italiener Mario Draghi übergibt.

Zugleich entwirft der Notenbanker eine Vision, in der der Europäische Rat sich zum gemeinsamen Senat der Gemeinschaft weiterentwickelt, das Parlament zum Unterhaus wird, die Kommission die Regierungsaufgaben und der Europäische Gerichtshof die Rolle der Judikative übernimmt. "Aber die Zukunft Europas bleibt in der Hand seiner Bürger. Sie müssen entscheiden und sie sind es, denen wir dienen", schreibt Trichet.

Das von ihm vorgeschlagene Finanzministerium soll vor allem dafür sorgen, dass die einzelnen Mitgliedsstaaten ihrer Verantwortung gegenüber den gemeinsamen Zielen Europas nachkommen. "Länder die dauerhaft die anvisierten Ziele verfehlen, müssen mit weitergehenden Reaktionen rechnen." Europäische Stellen müssten dann weitaus tiefer und stärker in die Wirtschaftspolitik der betreffenden Länder eingreifen können.

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