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Weblog Schall und Rausch

Schumann, Sinfonien, Mahler-Edition (Riccardo Chailly)

Wenn man eine Komposition als Notentext versteht, dann gibt es auch in der Musik leichte und schwere Lektüren. Robert Schumann (1810-1856) gehört fraglos zu den Komponisten, deren Stil etwas sperrig ist und in dessen Orchesterwerke man sich erst "reinlesen" muss. Das hat auch Gustav Mahler (1869-1911) so gesehen.

Das Cover der rezensierten Mahler-CD

830 Revisionen nahm Mahler in Schumanns vier Sinfonien vor, die meisten betreffen Tempi und Klangfarben, steigern die Dramatik und Transparenz. Und - ist es ein Frevel, Schumanns Originaltext zu redigieren? Viele seiner Anhänger werden das so sehen.

Andererseits: Warum sollen in einer Zeit, da Goethe und Schiller im Theater passagenweise gestrichen und Shakespeare immer wieder neu übersetzt wird - warum also sollen nicht auch Komponisten Streichungen, Straffungen, Zuspitzungen vertragen können - zumal wenn sie so geschmackvoll ausfallen wie hier?

Die Wahrheit ist: Riccardo Chailly und das Gewandhausorchester Leipzig führen uns Mahlers Schumann nicht nur beispielhaft vor - sie lassen auch den von Mahler lektorierten Schumann so schön erklingen wie nie zuvor.

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