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Zertifikate Stolperfallen bei Zertifikatekursen

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Tabelle: Handelsspannen bei Zertifikaten

Nicht nur ein möglicherweise illiquider Basiswert kann Zertifikatebesitzern die Rendite vermiesen. Schlimmer noch sind Unterbrechungen des Handels. Setzt der Market Maker keine Kurse, kann das für Investoren fatale Folgen haben. Entwickelt sich der Basiswert während der Unterbrechung in die falsche Richtung, können Anleger Verluste im Zertifikat oder Optionsschein nicht begrenzen. Im schlechtesten Fall droht dann der Totalverlust. Liegt der Anleger mit seinem Investment zwar richtig, kann aber ebenfalls nicht verkaufen, entgehen ihm Gewinne. „Der Anleger muss sich bewusst sein, dass es immer wieder temporäre Schwierigkeiten geben kann“, sagt Händler Pfeff.

Gründe können technische Probleme sein, die nicht zwingend aufseiten der Emittenten liegen müssen, etwa wenn diese keine Daten für ihre Berechnungen geliefert bekommen. Aber auch ein Basiswert, dessen Kurs sehr stark schwankt oder sich gerade nicht absichern lässt, sorgt für verzögerte Berechnungen der Kurse durch die Emittenten und Unterbrechungen im Handel. Im Lehman-Herbst war das besonders oft der Fall. Euwax und Scoach veröffentlichen diese Einschränkungen auf ihren Web-Seiten. Größter Störer ist demnach die Commerzbank, bei der Schweizer UBS mussten Anleger am häufigsten auf eine schnelle Ausführung ihrer Order warten.

Ärgerliches Schneckentempo

Ein Auftrag, der im Schneckentempo umgesetzt wird, ist besonders bei riskanten Wetten ärgerlich. Während es bei Produkten, die sich eins zu eins auf einen Index oder Rohstoff beziehen, meist nicht auf Sekunden ankommt, können Verzögerungen bei Produkten, die mit einem mehrfachen Faktor auf die Entwicklung eines Basiswertes setzen, große Auswirkungen haben.

Steigt der Ölpreis etwa schnell um zwei Prozent und wollen Anleger darauf mit einem fünffachen Faktor wetten, kostet sie eine Zeitverzögerung zehn Prozent Gewinn. Deshalb versuchen Emittenten und Börsen alle Aufträge binnen 30 Sekunden auszuführen, was in 98 Prozent aller Fälle gelingt. In weniger als zehn Sekunden schaffen sie immerhin 80 Prozent aller Orders.

Investoren achten verstärkt auf diese Qualität. „Der Markt hat sich zu einem Markt für täglich mehrfach handelnde Anleger entwickelt“, sagt Scoach-Experte Kolb. „Und für diese sogenannten Daytrader ist die Ausführungsgeschwindigkeit besonders wichtig.“

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