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Ausschreibung Bund stellt Beteiligung an Commerzbank auf den Prüfstand

Der Bund sucht einen Berater, der die Strategie der Commerzbank bewertet. Dieser soll empfehlen, wie mit der Beteiligung an der Bank umzugehen ist.

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Commerzbank: Bund stellt Beteiligung auf den Prüfstand Quelle: dpa

Frankfurt Nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Bank prüft der Bund seine Beteiligung an der Commerzbank. Ein Berater soll nicht nur die Strategie der Commerzbank analysieren, sondern auch Empfehlungen abgeben, wie der Bund künftig mit seiner gut 15-prozentigen Beteiligung an dem Frankfurter Geldhaus umgehen soll. Das geht aus der Ausschreibung hervor, die auf dem „Deutschen Vergabeportal“ veröffentlicht wurde und über die die „Börsen-Zeitung“ am Freitag zuerst berichtet hatte.

Die Commerzbank, deren Aktienkurs angesichts mauer Geschäftsaussichten in den vergangenen Monaten auf Talfahrt gegangen ist, will im Herbst eine neue Strategie präsentieren.

Die Deutsche Finanzagentur, seit Integration der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) Anfang 2018 auch für die Beteiligungen des Bundes im Finanzsektor zuständig, sucht einen externen Berater, der diese Strategie bewerten soll. Er soll das Geschäftsmodell der Commerzbank beurteilen und unter anderem die „Erträge der Kerngeschäftsbereiche, der Kosteneinsparungen, des Beitrags der Digitalisierung (in der von der Commerzbank angestrebten Umsetzung) zum Unternehmenserfolg sowie gegebenenfalls weiterer aufgezeigter Synergien“ analysieren.

Zudem gehe es darum, „mögliche Handlungsoptionen“ zur Steigerung des Werts der Bank aufzuzeigen. „In diesem Zusammenhang sollen sowohl die Möglichkeiten des organischen als auch des anorganischen Wachstums (z. B. Joint Ventures, Zukäufe der CBK, Kooperationen, Realisierung von Wertpotentialen durch Verkäufe von Teilen) beleuchtet werden“, heißt es in der Ausschreibung. Daraus sollen „strategische Empfehlungen“ abgeleitet werden, wie der Bund mit seinem Commerzbank-Anteil umgehen soll.

Der Staat war in der Finanzkrise vor zehn Jahren bei der zweitgrößten deutschen Privatbank eingestiegen. Um sich ohne Verlust von seinem Anteil von 15,6 Prozent zu trennen, müsste der Bund etwa 26 Euro je Aktie erhalten. Davon ist das Commerzbank-Papier meilenweit entfernt: Am Freitag verloren die Titel 3,4 Prozent auf 5,21 Euro. Das Allzeit-Tief ist in Reichweite.

Mehr: Die Zinsflaute und die Konjunkturabkühlung haben der Commerzbank im ersten Halbjahr zugesetzt. Der Druck auf das Management steigt.

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